Freitag, 11. Januar 2013

Thomas Pupp als willfähriger Gehilfe der Seilbahnlobby

Thomas Pupp, Gehilfe der Seilbahnlobby

Als Thomas Pupp als Umweltlandesrat angelobt wurde, waren die Erwartungen an ihn hoch. Der ehemalige Präsident der Naturfreunde als Umweltlandesrat, das gab Grund für Hoffnungen. Doch leider hat er sie schnell enttäuscht. Ja, mehr noch. Thomas Pupp hat sich zum willfährigen Gehilfen der Seilbahnlobby gemacht.

Die EU-Kommission verlangt bekanntlich die Nominierung des Piz Val Gronda als Natura 2000-Gebiet. Anstatt nun eine Pause zu verlangen und nachzudenken, wie damit umgegangen wird, macht er Dampf für die lifttechnische Erschließung. Die EU sei falsch informiert, erklärte er etwa. Dabei ist er falsch informiert. Im Gutachten, das dem Schreiben der Kommission zugrunde liegt wird nämlich ganz besonders auf die Auswirkungen des Freeridens durch das Fimbatal eingegangen. Pupp hingegen tut so, als sei die Kommission schlecht über die Neutrassierung der Piste informiert.

Aber auch sonst hilft Pupp der Seilbahnlobby. Ich habe im Landtag eine schriftliche Anfrage an ihn gerichtet, die er gestern beantwortet hat. Ob er zu Schutzmaßnahmen rund um den Piz Val Gronda bereit wäre, wenn dieser erschlossen wird beispielsweise. Darauf antwortete er, dass nicht alles auch geschützt werden müsse, was schützenswert sei. Außerdem zweifelt er in seiner Antwort an, dass das Gebiet überhaupt schützenswert sei. Außerdem sei die Bevölkerung gegen den Schutz. Ist das eine Stellungnahme, wie man sie von einem Umweltlandesrat erwartet?

„Gehet hin und machet euch die Berge untertan“ scheint der neue passende Slogan für diese Landesregierung zu sein.

In Sachen Schneekanonen haben wir heute in einer Pressekonferenz auch neue Konzepte vorgeschlagen: Wie wäre es beispielsweise mit einer Deckelung der Summe des Energieverbrauchs für künstliche Beschneiung in Tirol? Damit müssten für neue Schneekanonen Effizienzpotentiale bei bestehenden Anlagen genutzt werden. Tatsächlich gibt es bereits jetzt Schneekanonen, bei denen der Effizienzfaktor 10 erzielt werden kann. Mit einer Kilowattstunde Strom kann dabei bis zu zehn mal so viel Kunstschnee erzeugt werden wie mit anderen Anlagen. Bei 10.000 Schneekanonen in Tirol könnte mit diesem Faktor die Leistung des Donaukraftwerks Melk eingespart werden.

Wir wünschen uns deshalb, dass Mindesstandards für Schneekanonen in Tirol vorgeschrieben werden. Ähnlich wie bei CO2-Verschmutzungsrechten soll ein Markt für den Energieverbrauch von Schneekanonen in Tirol geschaffen werden. Damit entsteht auch ein Preis für die Naturnutzung durch Schneekanonen und Energieeffizienz wird zu einem starken Steuerungshebel. Ich bin gespannt, ob Landesrat Pupp sich auch bei diesem Vorschlag wieder auf die Seite der Seilbahnlobby schlagen wird oder ob er dieses Mal auf Seiten der Tiroler Natur stehen wird.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Soviel ich weiss, gehen Sie, Herr Mair, doch auch freeriden. Was ist denn daran so umweltfeindlich.

Anonym hat gesagt…

Ja und bei seinen Abfahrten fährt er auch durch geschützten, abgesperrten Jungwald. Aber dazu äußert sich der oberschlaue Mair nicht!!!

Anonym hat gesagt…

Die Idee mit den Schneekanonen find ich gut. alles andere ist eine einfache demokratische entscheidung. so läufts halt einmal und wenn das volk das nicht so will, dann müsste die spö bei der wahl ja eh grob verlieren und ihr gewinnen. dann könnt ihr wie in innsbruck alle bereits demokratisch gefassten beschlüsse wieder aufschnüren und nach endlosen und kostspieligen debatten wieder zum gleichen ergebnis kommen, weil demokratie nicht bedeutet, wer am lautesten schreit gewinnt!

Anonym hat gesagt…

Auf die stellungnahme zur jungwaldsünde könnt ihr lange warten. Der gebi hört sich gerne selber reden hat aber keine ahnung dass er der gleiche "umweltsünder" ist. Aber man hat ihn zu diesem vorfall schon angeprangert ubd stellungnahme ist bis heute keine gekommen. Sehr stark herr mair. Daumen hoch.

Anonym hat gesagt…

Wo ist denn eigentlich der Link auf deinen Vergleich mit Hofherr hin? Muss das nicht mehr da stehen?