Samstag, 17. Oktober 2009

Das glanzvolle Antlitz der Erde

Wir sind in Samarkand angekommen, das den Beinamen "Das glanzvolle Antlitz der Erde" hat. Und tatsaechlich stehen hier einige der beeindruckendsten Gebaeude, die ich jemals gesehen habe. Sowohl Amir Timur hat hier in kuerzester Zeit um das Jahr 1400 Gebaeude errichten lassen, vor allem fuer seine aelteste Frau Bibi Xenom. Wir haben unter anderem ihre Moschee und ihr Mausoleum besucht. Besonders Timurs Enkel Ulugbek hat der Stadt aber ihr Aussehen gegeben. Er interessierte sich hauptsaechlich fuer die Wissenschaft. Gebaeude und Reiche zerfallen, meinte er, aber die Wissenschaft bleibt. Unter anderem errichtete Ulugbek in Samarkand ein Oberservatorium mit einem Sextanten, der Berechnungen in einer Genauigkeit moeglich machte, wie sie in Europa erst viel spaeter erreicht wurde. Besonders beeindruckend finde ich auch die Graeberstadt von Samarkand. Politische Gespraeche hingegen gestalten sich recht schwierig. So wissen wir immer noch nicht genau, ob die Baumwollplantagen, auf denen im Herbst die gesamte Bevoelkerung eine Art Zwangsdienst leisten muss und dort abwechselnd arbeiten - dafuer schliessen Schulen und Basare - noch dem Staat gehoeren oder schon der Tochter des Praesidenten Islam Karimov, wie wir auch gehoert haben. Wenn es um Politik geht, blocken die Usbeken bei praktisch allen Gespraechen ab. Ich hoffe, das wird in Taschkent besser werden, wo wir Gespraechstermine vereinbart haben.

Samarkand ist eine sehr lebendige Stadt, besonders gefreut haben wir uns ueber den Markt. Dort konnten wir vegetarisch Mittagessen. Fleisch gibt es hier naemlich ansonsten sehr reichlich. Morgen feiert Samarkand sein jaehrliches Stadtfest, darauf bin ich schon gespannt.

Die Moschee Bini Xhanom


Derzeit versuchen wir herauszufinden, ob es moeglich ist, im Hissar Gebirge wandern zu gehen. Mit 4.600 Metern ist dort der hoechste Berg Usbekistans, nach Angaben von zwei Tour Operators in Samarkand ist das Gebirge jedoch militaerisches Sperrgebiet. Wir haben aber immerhin einige Telefonnummern von Guides, die wir anrufen koennen und versuchen, eine Landkarte aufzutreiben. Das gestaltet sich aber recht schwierig. Vielleicht gelingt uns noch etwas, ansonsten werden wir uns eben ein anderes Gebirge aussuchen muessen.

Der Registan in Samarkand

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ich koennte dir stattdessen eine Wanderung im Chimgan empfehlen. Dort gibt es herrliche Schluchten und Wasserfaelle. Zudem bekommt man recht einfach einen Guide.

Anonym hat gesagt…

also deine berichte hören sich eher nach einer urlaubsreise an. von wissenschaftlicher exkursion auf kosten der steuerzahler ist wenig zu hören. wieviele debatten in parlamenten habt ihr euch anghört? wieviele wahlkämpfe habt ihr beobachtet? usw....

ich hoffe schon, dass du alles aus deiner eigenen tasche gezahlt hast, denn wenn man so viele semester über der normalen studiendauer liegt, darf man den steuerzahlernicht mehr auf der tasche liegen.
weil wir schon dabei sind, warum schweigst du zum chaos an den österr. unis? keine studiengebühren mehr dafür explodiert die anzahl der anfänger (viele aus deutschland). du warst ja auch gegen die studiengebühren? die suppe dürfen nun die betroffenen auslöffeln. und die verantwortlichen und unterstützer schweigen!

Anonym hat gesagt…

@ Anonym

In der Regel trägt man bei einer mehrtägigen Exkursion im Rahmen des Studiums 85-90% selbst (Studienbeihilfeempfänger 70%), also komm mir hier nicht mit studiengebühren.

Und was ist bitte schlimm an Studenten aus Deutschland?

Anonym hat gesagt…

was so schlimm an überfüllten unis ist? mal nachdenken.....
ahhh kein platz für seminare, keine gute betreuung möglich, massenabfertigung,....
zu den deutschen:
wer zahlt deren ausbildung? nichts dagegen, wenn deutsche nach innsbruck oder salzburg kommen, da es für sie die nächtgelegene uni ist. aber nicht weils gratis ist, und sie für detsche unis zu blöd sind. wie komm ich als österreicher dazu, dass ich die ausbildund der deutschen zahle, welche eigentlich der deutsche staat zahlen soll.
bist wohl auch einer der für deutsche unis zu dumm war.....

zu den exkursionen: den sinn der exkursion (urlaubsreise statt wissenschaftlich) und die kosten haben im obrigen beitrag nichts mit den studiengebühren zu tun. (erhärtet die vermutung, dass es sich bei dir um einen deutschen handelt, der zu dumm für die deutschen unis ist.... texte sollte man schon verstehen)

zu den kosten: zähl mal alle förderungen zusammen und schau dir an, was der student selbst zahlen muss. und wenn jemand bei einem 0815-studium soviele semester über der normalen studiendauer liegt, sollte der staat keinen cent für die faulheit oder dummheit des möchtegern-akademikers zahlen.
wer sein studium al hobby oder nebensache betrachtet kann das machen, aber nicht auf kosten der anderen.

Anonym hat gesagt…

sein studium wird er schon no oschließen - sonst wär er vermutlich der erste politiker der nit odaschließt...

Gebi Mair hat gesagt…

Chimgan haben uns hier auch alle empfohlen, das Hisar-Gebirge hat aber heute wunderbar funktioniert.

In einer Diktatur ist es ein bisschen unsinnig, Parlamente zu besuchen und ein bisschen schwierig, Wahlkaempfe zu beobachten. Da muss man halt ein bisschen anders versuchen herauszufinden, was in dem Land passiert. Ich habe heute beobachtet, wie unser Taxifahrer sich mit unserem Gastgeber gut verstanden hat, weil beide Tadschiken sind, und dann kann man darueber ein bisschen reden. Das bringt manchmal mehr als offizielle Termine. Die kommen aber noch in den naechsten Tagen.

Und damit sich niemand Sorgen mache muss: Natuerlich zahle ich 100 Prozent der Kosten von meinem Gehalt, das subventioniert mir niemand und muss mir auch niemand subventionieren.

Anonym hat gesagt…

100% von den wirklichen kosten, oder 100% vom selbstbehalt?
:-)
und zum thema uni-chaos schweigst weiter. jeder mit weitsicht hat das mit der mehr-oder-weniger abschaffung der studiengebühren kommen sehen.

also doch keine wissenschaftlichen ziele...
so wüsstest wenigstens, wie es ist, wenn andere politische kräfte keine existenzberechtigung haben. das wünschen sich ja scheinbar viele grüne bezüglich der fpö.

Gebi Mair hat gesagt…

Es gibt keine Subvention, weder fuer mich noch fuer die anderen Studierenden. Die Zeit, da man nur einen Selbstbehalt zahlen musste und die Uni den Rest uebernahm, ist vorbei. Alle zahlen 100 Prozent, mit Ausnahme unseres Professors. Dessen Reisekosten tragen wir, von der Uni kriegt er nicht einmal ein Gehalt fuer die Exkursion. So siehts aus an den Unis. Dass es vorne und hinten am Geld fehlt, ist wohl offensichtlich. Und wo man dann drehen muss, auch. Nicht an den Zugangsbeschraenkungen, sondern am Finanzierungshahn.

Anonym hat gesagt…

Letztes Jahr bei einer Amerika-Exkursion mussten wir Studenten nur ~50% zahlen.
Einen anderen unterschied gab es auch noch. Wenn man deine Berichte so durchblättert, so hat man den Eindruck, es ist eine Abenteuerreise und kein wissenschaftlicher Ausflug.
Der Urlaub sei dir gegönnt, jedoch wäre es schon ein Witz, wenn das die Uni (also der Steuerzahler) zahlen würde.

Weil du die Studiengebühren erwähnst. Das wäre Geld, was die Uni von ausländischen oder unfähigen einheimischen Studenten einnehmen würde. Damit könnte man z.B.: einen Teil der Exkursionskosten für wissenschaftliche Exkursionen und Studenten die sich innerhalb der Mindeststudiendauer (+ ein Semester) befinden könnten damit übernommen werden.
Ich bin für Studiengebühren für ausländische Studenten, für Studenten die sich nicht innerhalb der Mindeststudiendauer (+1 Semester) befinden, und volle Studiengebühren, wenn man das Studium wechselt.

Gebi Mair hat gesagt…

Studieren mehr Deutsche in Österreich oder mehr ÖsterreicherInnen in Deutschland? Das würde ich mir überlegen, bevor man ein System einführt, das EU-AusländerInnen diskriminiert (mal von der EU-Rechtswidrigkeit ganz abgesehen).