Donnerstag, 2. September 2010

Die Totengräberin des Bierstindl

Heute muss man es wohl sagen: Der Tod des Bierstindls war von Anfang an geplant. Obwohl Landesrätin Palfrader (VP) anfangs noch von einer "unverzichtbaren Kulturinstitution" gesprochen hatte, wird das Bierstindl mangels Unterstützung durch das Land mit Jahresende zusperren. Die Vereine verlieren ihre Heimat, Innsbruck wird um eine innovative Kultureinrichtung ärmer. Das Kultuverständnis der Landesregierung fordert seine Opfer. Aber kein Wunder, wenn man das Geld oben am Bergisel braucht, dann ist unten halt keins mehr da. Das merken die Menschen, die alle unten wohnen, aber sowieso schon länger. Für oben gibts das Geld, nur unten ist es dann leider aus.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Du vergisst einige Punkte. Und zwar:
"Die Landesrätin weist auch darauf hin, dass das Land bis Juni 48.500 Euro Förderung ausgezahlt hat und zudem ein Betrag von 65.000 Euro als Entschuldungsbeitrag zur Abwendung des Konkurses überwiesen wurde. „Wir wollten dem neuen Vorstand noch eine Chance geben, ein Entschuldungskonzept vorzulegen. Das Konzept war aber kein Konzept. Es war darin nur enthalten, dass das Land die Schulden übernehmen soll“, erklärt Palfrader gegenüber der Tiroler Tageszeitung"
und
"...das Bierstindl in den vergangenen zehn Jahren 1,2 Millionen Euro erhalten habe, dies sei immer mit der Auflage geschehen, dass keine weiteren Schulden mehr gemacht werden. „Der Verein wurde 2000 vollkommen entschuldet, dennoch wurden wieder Schulden in der Höhe von 470.000 Euro angehäuft“, resümiert Palfrader."

Lieber Gebi, die haben in den letzten 10 Jahren 1,2 Mille verbraten. Das Publikumsinteresse ist sehr gering. sie wurden schon einmal entschuldet und haben nichts daraus gelernt. Heuer haben sie auch schon 100.000 Euro bekommen. Die einzige Auflage war, keine neuen Schulden machen und einen Plan die Schulden abzubauen.
Da liegt die Schuld aber nicht bei der Politik, sondern an unfähigen Betreibern. Um in deinen Worten zu sprechen: Die haben sich wohl gedacht, wir verbraten das Geld, machen neue Schulden und helfen soll uns gefälligst der steuerzahlende Dodel. Und wehe, die verlangen von uns, dass wir keine neuen Schulden machen, dann gibt es einen verbalen Rundumschlag..."

Die Fakten sind wohl mehr als eindeutig. 1,2 Mille verbraten. Es haben nur ein paar wenige Günstlinge etwas davon gehabt. Dieses Geld hätte man nachhaltiger anlegen können.

Herbert hat gesagt…

nachdem ich heute früh die TT gelesen habe, kommt der mair-artikel wie das Amen im gebet. auf den jungen ungestümen Don Quijote ist echt verlass.

So sehr man das schiefe ende der kultureinrichtung bedauern kann, so berechtigt finde ich im TT-kommentar von alexandra plank heute die forderung, endlich einmal aufzuschlüsseln, "wie es zum Schuldenberg von 475.000 Euro ... gekommen ist".

Diese frage sind die beteiligten schuldig geblieben!

und als gelernter österreicher verstehe ich gut, warum die jungs in den nachfolge-verhandlungen einen - von mir i.Ü. sehr geschätzten - rechtsanwalt nach vorne gestellt haben.
Die steuerzahler sollen zahlen, alle sollen die papp'n halten (anderswo/"oben" werden ja auch hände aufgehalten und wird viel mehr geld verschleudert) und sowieso: kulturpolitiker, außer den GrünInnen, sind bööööööse.

eine verrenkte situation.
trotzdem schad' ums haus.

Anm:
mich eingeschlossen, müssen sich auch alle diejenigen an der nase nehmen - s.a. die facebook-aäähgruppe "rettet das bierstindl" - die jetzt über das "Aus" jammern, aber selbst keine drei mal im jahr dort waren: aber das ist eine andere geschichte.

Gebi Mair hat gesagt…

Das Entschuldungskonzept sah natürlich nie vor, dass die Entschuldung nur durch das Land passieren soll, wie Palfrader behauptet. Der Bierstindl-Verein wollte dem Land sogar die Immobilie verkaufen, damit das Land einen Gegenwert hat und das Bierstindl vom Verkaufserlös die Schulden begleichen kann. Das wäre fürs Land also überhaupt kein Verlust gewesen. Und auch, wie die Schulden entstanden sind, das ist klar: das Haus fraß das Geld auf, weil das Geld für eine ordentliche Sanierung fehlte. Aber auch da hat sich das Land quer gelegt. So einfach kommt die Kultlurlandesrätin da nicht heraus. Sie wollte, dass das Bierstindl schließt, und das ist ihr gelungen.

Anonym hat gesagt…

1,2 Mill der letztem Jahre + 470.000 Schulden macht fast 1,7 Millionen Euro. Und du sagst, es war nie Geld zum Sanieren vorhanden.
Wenn das Land das heruntergekommene Gebäude in schlechter Lage um den Preis kauft und dann vermutlich noch mal so viel in die Sanierung steckt, dann ist der Entsucldungsplan aber genau der, den die Landesrätin sagt. "Das Land (also der STeuerzahler) solls zahlen"
Wenn das Land das Gebäude kauft und saniert, aus welchem Geld würden dann die Vereine die Miete zahlen? Ganz richtig, der Steuerzahler solls zahlen.
Das ist ja wohl mehr als nur eine Frechheit, was diese Leute wollen.

p.s., wenn du der landesrätin zugehört hättest (und natürlich auch verstanden hättest, was ja nicht ganz selbstverständlich bei dir ist), hättest mitbekommen, dass sie nicht von keinem entschuldungsplan, sondern von einem unmöglichen Plan gesprochen hat. Und alles soll der Steuerzahler machen, wir machen gleich weiter, ist eben für die Allgemeinheit unmöglich.
Hätte ein Schützenverein in 10 Jahren 1,7 Mille verbraten, würdest wohl auch wollen, dass man denen den Geldhahn zudreht.

Gut gemeint hat gesagt…

Juhuuuuu!!! I schmeiss a Fete!! Herr Mair, sie sind auch eingeladen! hahahahahahah Zeit isch´s woan!

Wo hocken jetzt die ganzen Antifa-vermumm-idi***n???

lg

ein besorgter Bürger hat gesagt…

Meinaaaaaa, nie schreibt da Herr Mair zrug wenns im nit passt! :-) I muas wissen, ob i für einen mehr einkaufen muss Gebi!!??

:-)

Steuerzahler hat gesagt…

Also ich persönlich würde am liebsten weder für das Bergiselmuseum noch für das Bierstindl draufzahlen.
Aber das Geld für so was auszugeben ist trotz allem sinnvoller als für Straßenbauten.

Kama hat gesagt…

Meine persönliche Erfahrung mit dem Bierstindl:
Es war ein superschöner Tag, wir waren mit Freunden in Südtirol und auf der Heimfahrt wollten wir noch im Bierstindl auf ein Getränk zukehren.
Eine, ich nenn es mal "Bedienung" hat uns dann darauf hingewiesen, dass an diesem Tag eine geschlossene Veranstaltung statt findet und wir daher woanders zukehren müssen. Die geschlossene Veranstaltung waren 6 Personen die einen Geburtstag gefeiert haben -.-

Mehr braucht man dazu nicht mehr sagen: Wegen 6 Persönchen einen ganzen Gastgarten zu schließen und dann auch noch an so einem Tag - Sorry, aber das ist echt bescheuert und es wundert mich jetzt auch nicht mehr, dass das Bierstindl Schulden gemacht hat. Die haben 0 Ahnung wie man so einen Laden führt (typisch 'links' halt). Gott sei Dank, hat's die Beate gecheckt und hat den Geldhahn zugedreht!!