Mittwoch, 24. März 2010

Wie das Land Tirol den privaten Rettungsunternehmer Falck bevorzugt

Der Falck-Konzern steht im Eigentum des Hedgefonds "Nordic Capital." Bekanntlich hat sich Falck auch an der Ausschreibung für das Rettungswesen in Tirol beteiligt. Schon die Ausschreibung scheint auf Falck zugeschnitten. So geht etwa die Ausschreibung davon aus, dass es keine Ortsstellen braucht (die wohl das Rote Kreuz hätte, nicht aber Falck), die Indexierung erfolgt anhand der Werte eines professionellen Rettungssystems ohne Freiwillige (die wohl das Rote Kreuz hätte, nicht aber Falck) und so weiter und so fort.

Nun ist mir ein bisschen klarer, wie es dazu gekommen sein könnte: In der heutigen Fragestunde in der Landtagssitzung habe ich die Verbindungen zwischen dem Landesbaudirektor, Leitstellen-Aufsichtsrat, ÖVP-Kandidat bei der Gemeinderatswahl in Kufstein und Ausschreibungs-Verantwortlichen Herbert Biasi und der Firma Falck aufgezeigt. So war er unter anderem am 5., 6., 7., 8. und 9.4.2006, also in der Hochphase der Gesetzesvorbereitung in Schweden und Dänemark zu Besuch, im Falck-Hauptquartier. Im Protokoll des Treffens heißt es, die Tiroler Pläne zur Novellierung des Gesetzes und zur Ausschreibung seien vorgestellt worden, und man habe sich darüber informiert, wie Falck das Rettungswesen in Skandinavien organisiere. "Thanks for all!!" heißt es mit zwei Rufezeichen am Ende des Protokolls.

In der Fragestunde tauchten auch noch andere Fragen zur Verbindung des Landes und Falck auf: Stimmt es, dass es einen Vorvertrag zwischen Falck und einem Unternehmen mit Landesbeteiligung zur Übernahme des ehemaligen Landesrettungsleitstellengebäudes gibt? Wie sind die Verbindungen zwischen Leitstellen-Geschäftsführer Gernot Vergeiner und der Firma Geomed? Fragen über Fragen, die alle relevant für den weiteren Ablauf der Ausschreibung sein können. Wenn ein Bieter - Falck - bevorzugt wurde, dann ist Landesrat Tilg nämlich fällig. Heute jedenfalls konnte er keine einzige der gestellten Fragen beantworten, dafür hat er aber ordentlich geschwitzt.

ORF Tirol online: Heftige Debatten um Rettungswesen
ORF Tirol heute zum Ansehen
Krone - Hitzige Diskussion
Tiroler Tageszeitung: Patienten sollen gesammelt auf Transport warten


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Kommentare:

Anonym hat gesagt…

... dafür ist ein anderer Bewerber fällig wenn man ihm die Zuspielung geheimer Dokumente und Daten an euch (die Grünen) nachweißt ;-)

Anonym hat gesagt…

gibts ein Video?!

Anonym hat gesagt…

lieber övp kampfposter: wie weißt man denn die zuspielung nach? mit varbe und binsel? mit der bolitsai? oder wih?

fragt der löffelstiel

Anonym hat gesagt…

@Anonym: dass du mich als "ÖVP Kampfposter" bezeichnet beleidigt mich fast ein bißchen! Nicht jeder der das was die Grünen (bzw. in meinem Fall geht es eigentlich nur um die Personen Willi + Mair) machen nicht gut findet ist sofort ein ÖVP-Befürworter!
... und auf den Rest geh ich lieber nicht ein, da du ja anscheinend fehlerlos bist ....

Anonym hat gesagt…

Die Aussage Tilgs: "sie (Anmerkung: Tiroler Hilfsorg. im Rettungsdienst) hätten ein „Durcheinander verursacht“ und lange genug habe das Land „Doppelstrukturen finanziert“."

ist eine gewaltige Frechheit! Jahrzehntelang war die Rettung in Tirol so günstig wie sonst nirgends in Europa. Dank der Freiwilligen musste die öffentliche Hand nur eine Bagatelle bezahlen. Die Aussage ist eine Wertabschätzung! Wieviel hat das Land den Hilfsorganisationen vorenthalten, wurde durch Spenden finanziert, obwohl es Aufgabe des Landes war? Was hat hier der "Speck-Sager" mitgeleistet? Wer hat mehr "Speck angesetzt" die Hilfsorg. oder ein Teil unserer Politiker? Wäre man hier auch so sparsam und besorgt und würde jeden Cent umdrehen, wie beim Roten Kreuz und ASB wo man höchst besorgt ist dass die ja kein "Fett ansetzen"

rettungsdienstgesetz hat gesagt…

ja, die Aussage war sicher nicht optimal ... die Arbeit unterm Strich passt(e) ja auch (mehr oder weniger), wobei am Kirchturmdenken, den Doppelstrukturen und den vielen Chef's natürlich auch was dran ist ... ist halt doch ein (auseinander gesplitterter) Verein ....

Anonym hat gesagt…

die rettung war so gut wie sie war. warum darf, wenn es um die gesundheit der leute geht, das nit etwas kosten? die blunznbilder und jubelpostillien von diese politmonster blechen wir ja auch - obwohl es keiner sau nützt (nicht einmal den abgelichteten!).das rote kreuz de facto abzuschaffen, ist ja ein wahnsinn. ohne freiwillige geht im katastrophenfall gar nix - wie mann auch beim hochwasser gesehen hat. als nächstes werden wohl die freiwilligen feuerwehren dran sein wegen einem wahnsinnigen.

Anonym hat gesagt…

die rettung war so gut wie sie war. warum darf, wenn es um die gesundheit der leute geht, das nit etwas kosten? die blunznbilder und jubelpostillien von diese politmonster blechen wir ja auch - obwohl es keiner sau nützt (nicht einmal den abgelichteten!).das rote kreuz de facto abzuschaffen, ist ja ein wahnsinn. ohne freiwillige geht im katastrophenfall gar nix - wie mann auch beim hochwasser gesehen hat. als nächstes werden wohl die freiwilligen feuerwehren dran sein wegen einem wahnsinnigen.

Anonym hat gesagt…

naja ... ich würde das Engagement von freiwilligen Helfern losgelöst von den Freiwilligen beim RK sehen .... das sind größtenteils nicht dieselben Personen!
Ich finde wenn es um Menschenleben geht, dann ist das Beste gerade gut genug ... wenn also Freiwillige die gleiche Ausbildung und Routine aufweisen können wie hoch qualifizierte hauptamtliche Mitarbeiter dann dürfen sie ja ruhig mitmachen ... wenn sie es nicht bringen ... dann dürfen sie nicht mitmachen! Ich denke ein Hilfesuchender hat kein Verständnis für ...."tut ma leid, dass i des jetzt nit (so gut) kann, aber wissens eh i bin halt Freiwilliger"

Anonym hat gesagt…

ich nehme an, dass herr mair noch nie von einem der vielen unprofessionellen freiwilligen des rk behandelt worden ist. wenn ja, war es sicherlich ein hauptberuflicher. und selbst da gibt pfeifen, weil qualitätssicherung ist ja beim rk klein geschrieben. da fährt man mit dem rtw lieber 5 mal um den häuserblock bis endlich das nef eintrifft und jemand vor ort ist, der sich auskennt.

ich bin jedenfalls für professionalität, die von mir aus auch was kosten soll.
außerdem hats ja früher auch was gekostet, da gabs halt irgendwelche dubiose deckelbeträge und und und.

Anonym hat gesagt…

ich bestreite vehement, dass
die "professionalität" wirklich eine qualitätsverbesserung bringt. in schwereren fällen - zb bei meinem vater - war immer ein notarzt dabei. und für leichte einsätze tuts jeder andere spielend. was soll das bitte bringen? eine aufladung durch bestausgebildete und in der klinik dann behandelt von ärzten in ausbildung und hilfspflegern...
die klinikvorstände besuchen ja auch nit jedem, der einen polypen entfernt erhielt, sondern in erster linie schmattige oder eben echt krasse fälle.
mit dem neuen gesetz sollen wir wohl für dumm verkauft werden.