Dienstag, 5. April 2011

Wer braucht schon Demokratie in der Schule?

Wenns doch auch ohne geht? Landesschulratspräsident Hans Lintner (ÖVP) ist so ein Beispiel für einen Antidemokraten. Der aktuelle Beispielfall: Die Bestellung des neuen Bezirksschulinspektors für Innsbruck. Der bisherige Inspektor geht in Pension, nun wird ein neuer bestellt.

Wenn es im Schulbereich zu Bestellungen kommt, dann gibt es ein Kollegiumshearing. Im Kollegium sitzen alle Parteien nach ihrer Stärke, außerdem VertreterInnen von Kammern, Religionsgemeinschaften, SchülerInnenvertretung und noch viele mehr. So werden beispielsweise DirektorInnen bestellt.

Beim Innsbrucker Bezirksschulinspektor soll die Sache jetzt anders laufen. Statt einem Kollegiumshearing gibt es nämlich ein "Expertenhearing". Das "Expertenhearing" unterscheidet sich vom Kollegiumshearing dadurch, dass die Opposition nicht dazu eingeladen wird. Und, weil Lintner schon dabei ist, wird der neue Bezirksschulinspektor nicht "bestellt", sondern "betraut". Das bedeutet, dass er die Entscheidung ganz alleine trifft.

So wird die Demokratie aus dem Schulsystem draußen gehalten. Aber gleichzeitig sollen die LehrerInnen ihren SchülerInnen dann demokratische Werte vermitteln Wenn man mich fragt, dann zeigen Vorfälle wie diese, wofür die Schulbürokratie eigentlich da ist: Zum Machterhalt der Regierungsparteien, nicht zum Besten für die Schule. Deshalb sage ich: In dieser Form kann man den Landesschulrat einfach abschaffen.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

wieso wird diese völlig unnötige stelle denn überhaupt nachbesetzt? da hantiert ja nicht nur der inspektor, sondern ein tschüppel leute gleich mit. das nenn ich zum fenster hinausgeworfenes geld. dann gibt es obendrein noch amtsdirektoren etc.pp.
zuerst gehören einmal alle bezirksschulräte weg. parteiintern weiß man ca 20 jahre im voraus, wer wem folgen wird - österreichweit, bei stabilen politverhältnissen...
das ist das genaue gegenteil von moderner schule.

Anonym hat gesagt…

und betraut heißt inoffiziell, es kann sogar ein tölpel werden, weil er ja nur zwischenzeitlich damit betraut wird.
so spart man sich eine offizielle ausschreibung und setzt - meist nach einem jahr - aufgrund der guten beurteilung - den gewünschten locker durch...

Anonym hat gesagt…

auch hätt der lintner nie im leben landesschulratspräsident werden dürfen. da ghört eine unabhängige person hin oder zumindest eine sehr alte - weil die trauen sich in der regel auch was sagen was gegen ihre eigene partei ist.

total grausig dieser filz. kein wunder, dass die jugend verdummt, wenn lehrer einer bestimmten partei angehören müssen - um karriere zu machen. das hats eigentlich nur in den 30iger jahren gegeben.aber es lebten ja sehr sehr prominente so gebetstreue politiker in tirol, die vermutlich ihre springerstiefel bereits im haus
hatten als herr adi noch als verrückt galt.

weg mit diesen lähmenden parteidreck und hin zu einer gerechten, transparenten und öffentlichen ausschreibung.

die tiroler kinder werden nach wie vor von der kirche und der övp erzogen - das ist untragbar. auch bin ich ganz persönlich striktest gegen das aufhängen von kreuzen - weil dann hat ein buddha, ein gebetsteppich etc. ebenso in jedem klassenzimmer zu sein. für was gibt es die sogenannte trennung zwischen kirche und staat? ich will alles andere als einen gottesstaat, gelenkt von den greisen in rom. das betrifft natürlich JEDE religion.

Anonym hat gesagt…

Würde man in Sachen Schulpolitik demokratische Prinzipien einhalten, dann sähe das österreichische Schulsystem ohnehin ganz anders aus oder glaubt Gebi Mair etwa, dass der Großteil der Österreicher für Schulklassen sind, die zu 3/4 aus nicht-deutsprechenden Ausländerkindern bestehen, die auf Kosten ihrer deutschsprechenden Mitschüler unterrichtet worden? Wer Demokratie einfordert muss sich auch mit der Meinung der Mehrheiten in diesem Lande auseinandersetzen. Genau das aber ist das Gegenteil dessen, was die Grünen insbesondere in Sachen Schul- oder Ausländerpolitik machen.