Montag, 3. Mai 2010

Die neue Banken-Rettung nennt sich "Griechenland"

Im vergangenen Jahr wurden die Banken der Welt "gerettet". Das hieß, dass die SteuerzahlerInnen ziemlich viel Geld in private Unternehmen stecken mussten, die sich durch ihr eigenes Handeln in einer derartige Lage gebracht hatten. Nun wird ein ähnliches Spiel gespielt, dieses Mal nennt es sich allerdings nicht Banken-Rettung, sondern "Griechenland", ist aber das selbe.

Ich bin ja völlig dafür, dass Griechenland neue Kredite bekommen soll. Was ich allerdings nicht verstehe ist, warum die Rettung ausschließlich von der öffentlichen Hand bezahlt werden soll. Es gibt Gläubiger, die Griechenland Kredite gegeben haben. Und so wie das als Gläubiger nun einmal ist, erhält man Zinsen auf den Kredit auch für das Risiko. Das Risiko besteht darin, nicht alles zurückzubekommen, was man hergeliehen hat. "Haircut" nennt sich das hier angeblich, tatsächlich geht es einfach um ausgefallene Kredite.

Man muss den privaten Banken und Versicherungen, die griechische Staatsanleihen gezeichnet haben ja nicht alles wegnehmen. Aber eigentlich wäre ein Beitrag dieser Kreditgeber auch angebracht. Wenn wiederum nur die öffentliche Hand bezahlt, dann fließt das Geld mit dem Umweg über die griechische Staatskasse direkt in die Tresore der europäischen Banken und Versicherungen. Und damit werden die Banken, obwohl erst vor kurzem gerettet, schon wieder gerettet. Wenn ein Unternehmen hauptsächlich gerettet werden muss, dann sollte man vielleicht einmal seinen Zweck hinterfragen.

Bezahlen werden das aber nicht nur die europäischen SteuerzahlerInnen, sondern auch die GriechInnen selbst. Was wohl mit einer Wirtschaft passiert, wenn man die Löhne einfach um zehn Prozent kürzt? Irgendwie ist das schon spannend, dass den Herren Beratern nichts anderes einfällt als Austeritätspolitik. Reicht es nicht, dass man Argentinien auf diese Weise in die Armut gestürzt hat? Muss es auch noch Griechenland sein? Und wer jetzt sagt "geschieht ihnen Recht", dem sei gesagt: in der Auswahl moralischer Empörung vs Menschenleben, da nehme ich doch die Menschenleben.


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Kommentare:

Anonym hat gesagt…

keiner bringt wen um. und ich bin kein fpö-ler, aber absolut gegen jeden cent der nach griechenland fließt. 2,3 milliarden euro - hast du dir eigentlich schon einmal überlegt, was damit an sozialleistungen den österreichern zugute kommen könnte?
der drachmen war bazweich, die lira detto. wenn du dich erinnern kannst, wurde unter druck großbritanniens eiserner lady, die ja vehement gegen deutschlands wiedervereinigung war, deutschland mehr oder minder der euro aufgezwungen. damit war eine halbwegs stabile währung garantiert.
ich sehe auch schwarz bei der umsetzung des sparprogramms der griechen. keine sorge. das wird nie hinhauen. noch viel schwärzer allerdings sehe ich für uns - wenn zb die kern-eu in eine neue währung flüchtet - was theoretisch jederzeit möglich ist. die griechen hatten dann mindestens fette jahre - und wir durften nur blechen. bei allen ehren aber mit 53 jahren mit 97% des letztbezuges in pension zu gehen geht ja bei uns auch nit. also werden sich die griechen schon etwas ändern müssen.

da steter teropfen bekanntlich den stein höhlt, schlage ich vor - verzichte auf deinen landtagsabgeordneten-gehalt - verdienst eh ah no bei den grünen - und spende ihn den griechen. lei schlatzig als wohlbestallter reden ist nämlich total widerlich und keine kunst. lg

Anonym hat gesagt…

das seh i anders. griechenland hat ja die kredite angenommen. soviel edelmut kannst du von der wirtschaft nit einfordern. griechenland hat ganz bewusst über jahre die eu falsch informiert. freilich sollten die kontrollen der eu effizienter sein. selber schuld könnte man sagen.

wenn banken nicht spekulieren, würden die bürger für ihre kredite ein vielfaches zahlen. das ist nun mal fakt. um das zu wissen, genügt ein gesunder hausverstand. edelmut ginge nur dann, wenn weltweit alle banken diesen hätten.

da dies nicht der fall sein wird, wäre er für gewisse institute dann selbstmord.