Montag, 3. August 2009

Von der Macht des Ungewohnten

Manchmal wird man im Alltag vom Ungewohnten ziemlich verwirrt. Mir ging es am Wochenende so in einem Zug der italienischen Bahn, in den ich in Innsbruck eingestiegen bin. Ich suche das Klo und entdecke dieses Schild:


Ist das das Damenklo? Im nächsten Waggon wieder das selbe Symbol an der Klotür. Offenbar ist es nicht das Damenklo. Trotzdem zögere ich kurz. Mir geht es einmal so, wie es Frauen oft gehen muss. Ein Symbol für das andere Geschlecht, obwohl beide Geschlechter gemeint sind. Selten ist mir das so bewusst geworden wie bei dieser Umdrehung. Weil es ungewohnt war, ist es mir aufgefallen. Wenn ein Mann am Aufkleber dargestellt gewesen wäre wie meistens, dann wäre es mir gar nicht besonders aufgefallen. Dabei gehört die Einteilung in Frauen und Männer auf Toiletten, für die es keine offensichtliche biologische, sondern nur eine soziale Notwendigkeit gibt, zu den grundlegenden Mechanismen der Herstellung von Geschlechtlichkeit. Kürzlich war im Falter ein Brief eines Großvaters zu lesen, der nicht wusste auf welches Klo er mit seiner kleinen Enkelin gehen sollte: Auf dem Frauenklo wurde er eigenartig angesehen, wenn er das Mädchen mit aufs Männerklo nahm hielt man ihn für einen Pädosexuellen. Und nicht zuletzt kämpfen transidente Menschen einen langen Kampf gegen die Ein- und Zuteilung, der vielleicht für viele lächerlich wirken mag, aber einen durchaus berechtigten Hintergrund hat.

Wie es zu diesem Aufkleber auf der Zugtoilette kommt weiß ich nicht, danke jedenfalls für die heilsame Verwirrung!

Kommentare:

jbrunnengraeber hat gesagt…

danke

Anonym hat gesagt…

du machst dir echt viele gedanken. aber i wäre auch erstaunt gwesn.

Anonym hat gesagt…

Vielen Dank Gebi, für deinen sinnlosen eintrag!! Dass dich das Frauenzeichen verwirrt hat verstehe ich. Aber dass es dich so beschäftigt, um sogar ein Thema auf deinem Blog einzurichten verwundert mich allerdings!!
Aber vielen Dank für deine Gehirnakrobatik!