Dienstag, 30. Juni 2009

EURO-Millionäre müssen sich weiter rechtfertigen

Die Organisatoren der Fußball EURO-08 in Innsbruck müssen sich weiter rechtfertigen. 5,75 Millionen Euro beträgt das Defizit, nach einer ursprünglichen Planung von 3,60 Millionen Euro Minus. Im heutigen Finanzkontrollausschuss des Landtags waren die Herren Michael Bielowski (Olympiaworld), Martin Schnitzer (EURO-Verein), Hannes Bodner (Ex-ÖVP-Landesrat) und Christoph Platzgummer (Ex-FI-Vizebürgermeister) zur Stellungnahme aufgefordert. Im Wesentlichen haben sie die Schuld auch dort weiterhin herumgeschoben. Einige Erkenntnisse haben mich aber doch erstaunt:

Bielowski (Olympiaworld) erklärte, er sei weder vertraglich noch gesetzlich dazu verpflichtet gewesen, wirtschaftlich zu arbeiten. Das ist allerdings eine erstaunliche Feststellung für jemanden, der sowohl in der Olympiaworld wie auch im EURO-Verein tätig war. Das Ergebnis ist auch dementsprechend.

Platzgummer und Bodner als EURO-Vereinsvorstände waren übrigens auch gleichzeitig die Generalversammlung des EURO-Vereins. Das bedeutet, dass sie sich als Mitglieder der Generalversammlung als Mitglieder des Vorstandes jeweils gegenseitig entlastet haben, wobei sie sich jeweils bei sich selbst entlastet haben. Dass es bei so einer Konstruktion dazu kommen kann, dass der Vorstand entlastet wird, bevor es noch eine Abrechnung gibt ist kein Wunder.

Der Finanzkontrollausschuss jedenfalls ist heute anders vorgegangen und hat meine Anregung aufgegriffen, die EURO vertiefend zu prüfen. Einerseits fehlen noch einige Abrechnung, andererseits fehlt noch die inhaltliche Überprüfung vieler Vorgänge. Jetzt steht auch die Organisation und die persönliche Verantwortung der Organisatoren auf dem Prüfstand, und man darf entsprechend gespannt sein.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

wahnsinn, bielowskis aussage. da wäre ja dann jede geldvernichtungsmaschine womöglich noch wirtschaftlicher.

Pez hat gesagt…

Hab auf tirol.orf.at gelesen, Du hättest gesagt, dass Schnitzer ein Bauernopfer sei. Wenn Du das gesagt hast, kann ich Dir diesmal nur zustimmen. Der Mann ist sehr engagiert und hat nicht nur für die Bonzen sondern auch für jeden kleinen Mitarbeiter ein offenes Ohr bewiesen. Über seine Qualifikation ist bei seinem Lebenslauf jede Diskussion hinfällig.
Weiter so Gebi, Populismus bringt auch Dich auf Dauer nicht weiter.

Gebi Mair hat gesagt…

Ja, ich sehe ihn auch tatsächlich als Bauernopfer. Sicher, er hat auch viele Fehler im Zuge der ganzen Geschichte macht, das steht auch im Rechnungshofbericht. Aber die Hauptverantwortung liegt in meinen Augen bei Hannes Bodner (ÖVP), Christoph Platzgummer (FI) und Michael Bielowski (FI, Olympiaworld).