Donnerstag, 22. November 2012

Hopp, Schwyz!

Der Piz Val Gronda liegt an der österreichisch-schweizerischen Grenze. Das heißt, wenn man genau ist: Ziemlich viel vom Piz Val Gronda liegt eigentlich in der Schweiz. Und zwar der südliche Teil, wie hier zu sehen ist:


Unter dem Titel "Sie verkaufen die Alpen" berichtet die heutige Schweizer Ausgabe der deutschen Wochenzeitung "Die Zeit" von den Plänen des Graubündner Amtes für Jagd und Fischerei. Als Reaktion auf die von den Ischgler Seilbahnern geplante Erschließung des Piz Val Gronda planen sie nämlich die Einrichtung eines Wildruhegebietes auf Schweizer Seite.

Das heißt: Wer mit den Skien aus dem geplanten Lift aussteigt und ein paar Meter Richtung Schweiz rutscht, der wird gestraft. Das Betreten von Wildruhegebieten ist im Winter nämlich verboten.

Damit steht das gesamte Projekt nun auf der Kippe. Wenn die von den Seilbahnern geplante Erschließung der Freeride-Area im Fimbatal nämlich nicht möglich wird, dann verliert das Projekt seinen Sinn. Wegen 1,3 Kilometern neuer Piste lohnt sich das Wahnsinngsprojekt nämlich nicht. Uns bleibt also nur zu sagen: Hopp Schwyz, wir hoffen dass ihr mit dem Wildruhegebiet ernst macht. Offenbar seid ihr klüger als die Tiroler Touristiker.

Hier gibts den Artikel aus der Zeit. Update 23.11.: Krone, Österreich und Tiroler Tageszeitung haben ebenfalls berichtet, ich bin gespannt wie jetzt Bewegung in die Sache kommt.

Mittwoch, 21. November 2012

Ein Kriegsgewinnler mit Tiroler Orden

Diesen Orden kann Ivo Sanader jetzt mit ins Gefängnis nehmen:


Das ist der Tiroler Adler-Orden, verliehen vom damaligen ÖVP-Landeshauptmann von Tirol, Herwig Van Staa. Und Ivo Sanader, bis 2009 kroatischer Premierminister geht jetzt für zehn Jahre ins Gefängnis. Verurteilt wegen Kriegsgewinnlertums und Korruption. Schon vor einigen Wochen im österreichischen Korruptionsprozess gegen René Benko stand Sanader im Mittelpunkt der Ermittlungen. Beide Prozesse haben mit Schuldsprüchen geendet, weitere Prozesse sind zu erwarten.

Ivo Sanader war im Personenkomitee für die ÖVP 2008 vertreten, sein Bruder hat für die ÖVP kandidiert. Nach dem erst kürzlich ergänzten Tiroler Ehrungsgesetz können Orden jetzt auch wieder aberkannt werden. Und was findet die ÖVP dazu? Die Urteile seien noch nicht rechtskräftig, deshalb sei eine Aberkennung des Ordens kein Thema. Das Motto des Tiroler Adler-Ordens lautet "Pro Amicitia" - für die Freundschaft. Sehr passend finde ich.

Übrigens hat die Tiroler Tageszeitung heute eine Doppelseite gestaltet mit dem Titel "Die korrupte Republik." Wie kommen die nur auf sowas?

Apropos: Wer noch nicht hat - www.volksbegehren-gegen-korruption.at

Dienstag, 20. November 2012

Wie man ein Gesetz umgeht

Neulich war Landesrat Thomas Pupp in einem Inserat in der Tiroler Tageszeitung mit Konterfei zu sehen. Das sah so aus:

Hier noch einmal größer zum Anschauen. Das ist eigentlich nach dem Medientransparenzgesetz verboten: Mitglieder der Landesregierung dürfen keine Inserate mehr in kommerziellen Medien mit ihrem Konterfei unnötig verschandeln. Das Gesetz war eine Folge der Inseratenaffäre um SPÖ-Bundeskanzler Werner Faymann.

SPÖ-Landesrat Thomas Pupp hat eine interessante Umgehungsmöglichkeit für das Gesetz gefunden. Es handelt sich nicht um ein Inserat - obwohl "Werbung" auf dem Inserat steht - sondern um eine "Kooperation". Und für die Kooperation zahlt das Land bzw. zahlt die TiSport kein Geld. Sondern die Kooperation wird von der Moser Holding gratis zur Verfügung gestellt. Ja so bekommt man sein Gesicht natürlich auch in die Zeitung.

Montag, 19. November 2012

Baumschule

Man lernt nicht aus. Ich heute etwa in Sachen Bäumen:

1. Ein Baumstreifen ist kein Wald. Deshalb kann man die Bäume auch ohne jegliche Genehmigung fällen. Auch kilometerweise.

2. Wenn man Bäume fällt, nennt man das jetzt "Holz auf Stock setzen", und nicht mehr "Bäume fällen".

Aktueller Anlass für diese Lernkurve sind Baumfällungen in Wörgl. Schade dass es sich in diesem Land immer noch nicht herumgesprochen hat, dass man mit Bäumen im Siedlungsraum und dessen Nahbereich sensibler umgehen muss. Dass Bäume eine ökologische Funktion ebenso wie eine emotionale haben und deshalb mehr wert sind als den bloßen Brennholzpreis, diese Lernkurve steht bei Manchen noch aus.

Freitag, 16. November 2012

Radfahren? Nein Danke!

In Innsbruck gibt es derzeit eine eigenartige Diskussion, vornehmlich geführt von Politikern, die ansonsten hauptsächlich mit dem Auto unterwegs sind: Soll man Fahrräder aus Innsbrucks Zentrum verbannen?

Bis zu 600 FahrradfahrerInnen nutzen die Maria-Theresien-Straße an schönen Tagen pro Stunde. Und daraus folgen gleich mehrere Erkenntnisse auf einmal - die Wichtigsten für mich: 1. Das Rad eignet sich hervorragend als Transportmittel in Innsbruck, besonders in der staugeplagten Innenstadt. 2. RadfahrerInnen bringen Belebung in die Innenstadt und nicht zu den Einkaufszentren am Rand. Und das sind eigentlich zwei Entwicklungen, über die wir uns freuen sollten.

Die Innenstadt zu beleben anstatt zu verpesten, dafür geben wir nämlich viel Geld, etwa für Stadtmarketing. RadfahrerInnen machen das auch, ganz von selbst. Ist die Innsbrucker Politik vom eigenen Erfolg überwältigt? Angeführt von der Gaspedalpartei ÖVP, unterstützt vom Innsbrucker Piraten (!) beschloss der Innsbrucker Gemeinderat nämlich, zu prüfen ob RadfahrerInnen aus der Maria-Theresien-Straße verbannt werden können. Das Durchfahren wohlgemerkt. Fahrräder abstellen wird immer erlaubt bleiben. Es sei denn, man widmet die Maria-Theresien-Straße nicht mehr als Straße, sondern als Acker. Wer also den Menschen erzählt, damit würden herumstehende Fahrräder aufgeräumt, der streut ihnen eigentlich Sand in die Augen.

Herumstehende Fahrräder werden nämlich als Argument ins Treffen geführt und mit Kampfbegriffen belegt: "Fahrradfriedhof" heißt es da seitens der Autofahrerparteien gleich. Warum spricht eigentlich niemand vom Autofriedhof, der jeden Tag in der gesamten Stadt angelegt wird? Den Platzvergleich mit herumstehenden Autos halten die Fahrräder jedenfalls locker aus. Aber was beim Auto begrüßt wird - "Verkehr ist Leben" war kürzlich auch von der ÖVP im Landtag zu hören - soll beim Fahrrad plötzlich ein Ärgernis sein.

Es stimmt schon, in der Maria-Theresien-Straße rächen sich jetzt zwei Entwicklungen, die wir Grüne immer aufgezeigt hatten: Zu wenige Fahrradständer führen dazu, dass die Menschen ihre Räder einfach irgendwo abstellen. Wobei mein Eindruck ist, dass die Menschen ja eh sehr gesittet sind. Und Fahrstreifen in der Maria-Theresien-Straße verführen zum Schnellfahren. Man hätte auf die Fahrstreifen verzichten sollen und dafür mehr Radständer anbieten. Das könnte man übrigens auch jetzt machen. Warum nicht einfach Radständer auf die Fahrstreifen in der Maria-Theresien-Straße bauen? Das senkt die Geschwindigkeit und räumt Räder auf.

Übrigens, bevor jetzt wieder dieses Argument ins Treffen geführt wird: Der letzte und einzige mir bekannte Unfall in der Maria-Theresien-Straße mit Personenschaden fand zwischen einem Taxi und einem Fußgänger statt.

Ich bin dafür, dass Innsbrucks Zentrum rücksichtsvoll genutzt wird. Und das ist nicht nur eine Forderung an RadfahrerInnen, sondern vor allem an AutofahrerInnen. Vor denen fürchte ich mich in der Innsbrucker Innenstadt nämlich mindestens so viel wie vor den Pedalrittern.

Heute um 15 Uhr wird jedenfalls ein Zeichen gesetzt. Wie viele Fahrräder passen in die Maria-Theresien-Straße? Das ist die Frage. Wir wollen zeigen: Wir sind viele und wir sind freundlich. Sei dabei! Mehr Infos in der Facebook-Gruppe gegen das Radfahrverbot in der Maria-Theresien-Straße.

Mittwoch, 14. November 2012

Ein Volksbegehren gegen Korruption

Als Notwehrmaßnahme gegen die Zudeckerkoalition aus ÖVP und SPÖ starten wir Grüne ein Volksbegehren gegen Korruption. Die Forderungen sollen den Kampf gegen die Korruption erleichtern: Von Untersuchungsausschüssen als Minderheitsrecht über ausreichend Mittel für die Korruptionsstaatsanwaltschaft bis hin zu einer Whistleblower-Regelung für Menschen, die auf Korruption hinweisen. Alle Forderungen finden sich hier.

In der Vorbereitung zu einer Pressekonferenz habe ich noch einmal überlegt, welche Namen mir in Tirol eigentlich im vergangenen Jahr als negativ aufgefallen einfallen, allesamt entweder mit staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen, Anzeigen, Rücktritten oder sonstigen Malversationen verschiedener Art, von Jagdeinladungen einmal angefangen. Nicht alle wegen Korruptionsthemen, aber manche: Die Liste ist lang: Christian Switak, René Benko, Anna Hosp, Günther Platter, Klaus Wittauer, Karin Hakl, Ivo Sanader, Martin Malaun, Alfons Mensdorff-Pouilly (übrigens mit einem Konto bei der Hypo Tirol, wie kürzlich aus Unterlagen des Korruptions-Untersuchungsausschusses bekannt wurde), Oskar Gallop, Ernst Strasser und noch viele mehr. Die Liste ist lang, die Parteizugehörigkeiten sind recht einseitig verteilt.

Hier steht auch, wie man das Volksbegehren unterstützen kann. Dazu muss man auf die Gemeinde gehen und vor den Gemeindebeamten unterschreiben. Ich hätte ja eine unbürokratische Anregung: Warum nicht den 20. Jänner mit der Volksbefragung über die Wehrpflicht dazu nutzen, den BürgerInnen eine einfache Möglichkeit zu geben, die aufliegenden Volksbegehren zu unterstützen?

Viele Volksbegehren liegen zur Unterschrift auf, und von den meisten weiß leider niemand etwas. Am 20. Jänner könnten sie jedoch in den Wahllokalen ausgelegt werden. Dann kann man nicht nur gegen die militärische Zwangsbeglückung junger Männer stimmen, sondern auch für die Demokratie. Das Volksbegehrensgesetz 1973 lässt das meines Erachtens nach zu: Die WählerInnenevidenz liegt sowieso auf, VertreterInnen der Gemeinde sind anwesend, also könnten die Volksbegehren hier auch unterstützt werden. Im Rahmen einer Pressekonferenz gestern habe ich diese Idee einmal ventiliert und hoffe, dass sie der Gemeindebund aufgreift. Dort ist man ja immer stolz auf den direkten Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern. Und hier könnte man den Bürgerinnen und Bürgern einen Amtsweg ganz einfach ersparen.

Und in der Zwischenzeit gilt: Über Politik nicht nur ärgern und schimpfen, sondern hingehen und unterschreiben!

Montag, 12. November 2012

Die Flugrettung hingegen...

Landesrat Bernhard Tilg (VP) ist ein lustiger Mensch. In einer Anfragebeantwortung an mich argumentiert er erst ausführlich, warum die Ausschreibung der bodengebundenen Rettung aus rechtlichen Gründen notwendig gewesen sei. Um dann einige Zeilen weiter zu erklären, dass die Flugrettung hingegen keine Ausschreibung benötige.

Das liest sich so:


Aufgrund der mit sämtlichen in Tirol tätigen Flugrettungsbetreibern im Juli dieses Jahres abgeschlossenen „Vereinbarung über die Festsetzung von Tarifen für und die Abrechnung von Flugrettungseinsätzen im Bereich der Grundversorgung“ bzw. der (bereits im Verhan­ deln begriffenen) weiteren Vereinbarung (betreffend Such- und Bergeflüge und Sekundär­ transporte) wird kein Bedarf für eine Ausschreibung gesehen. 



Die gesamte Anfragebeantwortung ist hier nachzulesen. Tilg bestätigt damit also indirekt die Grüne Position, dass es eigentlich nicht notwendig wäre, die Rettungdienste in Tirol auszuschreiben. Denn was bei der Flugrettung gilt, muss auch bei der bodengebundenen Rettung gelten.

Dass Tilg in der Anfragebeantwortung nichts zum Feststellungsbegehren Falck gegen Land Tirol sagen will ist - aber das ist eine andere Geschichte - übrigens absolut daneben. Seine Juristen hätten ihm das gesagt, erläuterte Tilg mündlich dazu. Warum das so sei könne er auch nicht erklären. Komisch eigentlich, unter der Anfragebeantwortung ist nämlich Tilgs Unterschrift und nicht die seiner Juristen. Das ist einfach Auskunftsverweigerung - Falck erhält die Antwort des Landes auf das Feststellungsbegehren sowieso, da wird also kein Geheimnis bekannt gegeben. Die Landesregierung will nur die Öffentlichkeit nicht über ihre aussichtslose Position informieren, das ist schon alles.

Freitag, 9. November 2012

600 Seiten Korruption

Gabi Moser und Peter Pilz haben im Nationalrat einen 600 Seiten starken Bericht zu Erkenntnissen aus dem Korruptions-Untersuchungsausschuss eingebracht. ÖVP, SPÖ und FPÖ haben im Nationalrat versucht, die Veröffentlichung zu verhindern. Aber wir lassen uns nicht behindern, wenn es um den Kampf gegen Korruption geht.

Hier findet sich der Bericht zum Download. Ich bin noch nicht vollständig durch. Nur soviel fürs Erste: Allein das Stichtwort "Tirol" findet sich schon 65 Mal in diesem Bericht.

Mittwoch, 7. November 2012

Sei dabei: Tiroler Landtag

In der heutigen Landtagssitzung wird es nach der langen US-Wahlnacht mit glücklichem Ausgang wahrscheinlich einige verschlafene Gesichter geben. Wer dabei sein will, kann das hier mittels Live-Stream tun, und sehen, wie die verschlafenen Gesichter von ÖVP und SPÖ ein Transparenzpaket für die Parteienförderung beschließen müssen, das sie nie wollten:

 Die Videoaufzeichnung der Sitzung findet sich hier zum Nachschauen.

Dienstag, 6. November 2012

Ein Wendehals zum Quadrat

Am 17. März 2012 sandte Tirols FPÖ-Obmann Gerald Hauser die folgende Presseaussendung aus:

„'Federspiel besitzt überhaupt keine Handschlagsqualität und ist ein Wendehals zum Quadrat, der nur auf sich selber schaut. Wie sonst ist es zu erklären, dass er für die ÖVP ein
e Periode lang im Tiroler Landtag gesessen ist?', fragt Hauser. Er befindet, Federspiel könne daher nie und nimmer ein Freiheitlicher sein."


Und heute? Heute gibt der selbe Gerald Hauser die Kandidatur von Rudi Federspiel auf der FPÖ-Liste bekannt. Wir lernen - für die FPÖ kandidiert ein Wendehals zum Quadrat. Und das sagen nicht die politischen Gegner, sondern das befindet die FPÖ selbst.

Montag, 5. November 2012

Ein Korruptions-Orden

Das sind Ivo Sanader und Herwig Van Staa:


Der Rechte hat dem Linken 2004 den Tiroler Adler Orden verliehen. Und so sieht das in Tirol aus, wenn Tiroler-Adler-Orden verliehen werden. Das Beispiel ist aus 2012, aber das Jahr ist eigentlich beliebig:


Alte Männer verleihen alten Männern Orden für - ja wofür eigentlich? Für besondere Verdienste um das Land Tirol angeblich. Im Fall des ehemaligen kroatischen Premierministers Ivo Sanader ist die Frage spannend, was er denn für Tirol getan hat. Nicht nur, dass er derzeit in Untersuchungshaft sitzt, weil gegen ihn von der Staatsanwaltschaft wegen Korruptionsverdacht ermittelt wird. Er stand auch im Mittelpunkt eines Korruptionsprozesses gegen René Benko und Michael Passer, wo die Richterin die Korruption als "klassisch" bezeichnete; lediglich mit dem Unterschied, dass es ausnahmsweise einmal schriftliche Aufzeichnungen darüber gebe. Benko und Passer hatten demnach Ivo Sanader mit korrupter Einflussnahme beauftragt. Bekanntlich braucht es immer zwei Seiten für Korruption.

Aja, ÖVP-Landtagsabgeordneter Andreas Köll war natürlich auch bei Ivo Sanader auf Besuch, und zwar nicht allein.


Worüber beim Besuch der Tiroler ÖVP bei Sanader wohl gesprochen wurde? Ich finde ja, Andreas Köll wäre nun auch besonders geeignet dafür, ein Verfahren zur Aberkennung des Ordens an Ivo Sanader einzuleiten. Seit einem Monat geht das nämlich. Da hat der Tiroler Landtag beschlossen, dass Orden nicht nur verliehen werden können, sondern - weil ja nur verliehen, nicht verschenkt - auch wieder zurückgefordert werden können. Und zwar dann, wenn im Nachhinein Fakten bekannt werden, die der Verleihung entgegengestanden wären. § 10 des Tiroler Ehrungsgesetzes kommt hier zur Anwendung. Für Korruption wird er den Orden ja wohl hoffentlich nicht bekommen haben, oder? Nun, Andreas Köll - initiieren wir die Aberkennung des Tiroler Adler-Ordens für Ivo Sanader?

In Tirol schämt man sich offenbar schon länger für die Auszeichnung für Ivo Sanader. Das Video von seiner Ordensverleihung ist nicht mehr auf der Homepage auffindbar, und auch in der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit des Landes will es niemand mehr finden, wie hier nachzulesen ist. Und hauptsächlich wegen des schönen Titels hier ein Link: "Van Staa bei Sanader im Gefängnis."

Donnerstag, 1. November 2012

Für einen menschenfreundlichen Verkehr


Ich freue mich sehr über TeilnehmerInnen an der Aktion am Südring diesen Samstag um 11 Uhr - für einen menschenfreundlichen Verkehr! Viele Hintergründe und ein sehenswertes Video zum Südring gibt es hier zu sehen.

Mittwoch, 31. Oktober 2012

Aktiv im Wahlkampf

Im heurigen Herbst laufen in allen Parteien die Vorbereitungen auf den kommenden Landtagswahlkampf auf Hochtouren. So rauchen auch bei uns Grünen die Köpfe, wie wir am besten dafür sorgen können, Tirol mit seiner grandiosen Bergwelt vor den drohenden Zerstörungen zu bewahren. Die Arbeit an der Strategie ist schon weit gediehen, aber darüber kann ich natürlich öffentlich noch nichts sagen.

Wenn du dich aber am Wahlkampf beteiligen willst, dann hast du jetzt die Chance dazu. Melde dich unter dieser Mailadresse, und du bekommst die Chance, hautnah im Wahlkampf bei den Tiroler Grünen dabei zu sein. Eine einzigartige Erfahrung ist dir garantiert - und dazu noch das gute Gewissen, für die gute Sache zu kämpfen!

Außerdem sind wir natürlich immer auf der Suche nach kreativen Ideen für den Wahlkampf. Wie kann man die Aufmerksamkeit von WählerInnen erreichen? Welche Themen, Forderungen und Anliegen sollten wir besonders in den Vordergrund stellen? Hier hast du die Möglichkeit, deine Anregungen für den Grünen Wahlkampf zu deponieren - weil es auch dein Wahlkampf ist! Ich freue mich über viele MitstreiterInnen!

Montag, 29. Oktober 2012

Die FPÖ und Christian Switak

Eine Gewerkschaft, die nicht die Interessen der ArbeitnehmerInnen vertritt, sondern jene der Arbeitgeber nennt man "gelbe Gewerkschaft." Eine politische Oppositionspartei, die nicht die Interessen der Bevölkerung in der Opposition vertritt, sondern die Interessen der Regierung nennt man "Bettvorleger."

Mit so einem Bettvorleger haben wir es im Tiroler Landtag zu tun, und zwar in Form der FPÖ. Die Freiheitlichen fallen bei jeder sich bietenden Gelegenheit in Richtung der Regierenden um. Beispiel gefällig? Gerald Hauser hat eine schöne Landtagsanfrage an die Regierung eingebracht. Darin geht es um Konsulententätigkeit des nach der Seilbahn-Penthouse-Affäre zurückgetretenen Finanzlandesrates Christian Switak (ÖVP). Die FPÖ wollte wissen, ob Switak als Berater der Landesregierung tätig ist, welches Jobprofil dahinter liegt, ob dieser Job ausgeschrieben wurde und wie viel Geld Switak jetzt vom Land Tirol bekommt. Eine gute Anfrage, nachzulesen hier.

Diese Anfrage wurde von der FPÖ zur Landtagssitzung am 3. Oktober 2012 eingebracht. Und - nachdem sich die FPÖ ihrer Rolle als Bettvorleger besonnen hatte - am 8. Oktober wieder zurückgezogen, wie in der Landtagsevidenz nachzuvollziehen ist:


Man fragt sich: Was ist wohl zwischen 3. und 8. Oktober passiert? Welchen Anruf aus der Regierung hat es bei Gerald Hauser gegeben, dass ihn sein Mütchen verlässt? Die Freiheitlichen sind vieles, aber eine Oppositionspartei im Interesse der Bevölkerung sind sie nicht.

Freitag, 26. Oktober 2012

Willkommen, Bergsteigerdorf St. Jodok, Schmirn- und Valsertal

Seit gestern Abend gibt es ein neues Mitglied im erlesenen Kreis der Bergsteigerdörfer. Mit dieser Initiative versucht der Alpenverein, periphere, aber alpinistisch interessante Regionen vor den Vorhang zu stellen und gleichzeitig mit ihnen an Konzepten zur Entwicklung eines nachhaltigen Tourismus zu arbeiten.

In einer Feier in Schmirn wurde gestern die Internetpräsenz der Bergsteigerdörfer St. Jodok, Schmirn- und Valsertal freigeschalten. Auf ihr finden sich nicht nur viele schöne Bilder, sondern auch Tourentipps, vom Alpinklettern übers Bouldern bis zu Skitouren, Eisklettern und Langlaufen, und natürlich auch Unterkunfttipps in den Partnerbetrieben.


Zur Idee der Bergsteigerdörfer, die im Rahmen der Umsetzung der Alpenkonvention entwickelt wurde und mit EU-Mitteln gefördert wird, gehört auch, sich auf die eigenen Stärken zu besinnen. Ruhe ist nicht nur Abgeschnittensein, sondern Ruhe ist auch eine Qualität, die man mit anderen teilen kann. Zeit zum Verweilen und Genießen steht im Mittelpunkt des Konzeptes Bergsteigerdörfer. Und die Förderschiene soll auch dazu beitragen, den nachhaltigen Tourismus zu stärken und regionale Versorgung und öffentliche Mobilität sicherzustellen. 

Der öffentliche Verkehr stellte sich in den Gesprächen an diesem Abend als eine der zentralen Fragen für die neuen Bergsteigerdörfer heraus. Besonders gefreut hat mich aber noch etwas: Die Bürgermeister beider Gemeinden gaben ein Bekenntnis dazu ab, als Bergsteigerdörfer gegen die Liftverbindung Schmirn-Hintertux aufzutreten. Die Seilbahnerlobby dieses Landes würde Schmirn nämlich gerne zu einem Parkplatz für das Zillertal machen: Italienische Gäste sollen durchs Schmirn fahren, dort parken und mit einem Lift auf den Hintertuxer Gletscher gebracht werden. Das würde die alpinistischen Ziele im Talschluss zerstören, vor allem aber brächte dieses Projekt eine enorme Verkehrsbelastung für das Tal. Profitieren würden einige wenige Grundbesitzer, und natürlich wieder einmal die Seilbahner. Dass sich die Bürgermeister gestern klar und offensiv gegen dieses umweltzerstörerische Projekt ausgesprochen haben - trotz starken wirtschaftlichen Drucks - zeigt allein schon, dass das Prädikat Bergsteigerdörfer hier zu Recht verliehen wurde.

Mittwoch, 24. Oktober 2012

Wo sind die Schultz-Millionen?

Wegen seiner engen Verbindungen zu Seilbahnkaiser Heinz Schultz - Penthouse inklusive - ist Platters politischer Protegé Finanzlandesrat Christian Switak (VP) zurückgetreten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit gegen ihn. Die Schultz-Gruppe hat aber auch vorher und nachher vom Land Tirol nicht schlecht profitiert.

Auf Initiative der Opposition erstellt der Landesrechnungshof drei Sonderprüfberichte zum Schultz-Komplex. Der erste dieser drei Berichte ist nun hier und beschäftigt sich mit Millionen, die zu Schultz geflossen sind, und zwar schon vor Christian Switak. Müßig zu erwähnen, dass der Landesrechnungshof eine Bevorzugung von Schultz erkennt und gleichzeitig die Frage aufwirft, ob die Förderungen nicht eventuell rechtswidrig waren.

Die Schultz-Millionen wurden verwendet, um umweltpolitisch äußerst fragwürdige Projekte umzusetzen. Projekte, die sich ohne Förderungen offenbar nicht rentiert hätten.

Im Original nachzulesen hier.

Mehr zu weiteren Förderungen an Schultz, in der Amtszeit Christian Switaks und danach demnächst hier.

Vogelsitze

Von Innsbruck Hauptbahnhof nach Neustift Mutterbergalm fährt der Bus ST eine Stunde und 22 Minuten. Und zurück auch. Die meisten Menschen, die aus Innsbruck zum Stubaier Gletscher fahren, werden auch wieder zurück wollen und somit 2 Stunden 44 Minuten an einem Tag im Bus verbringen. Da möchte man doch meinen, dass so ein Bus Sitze hat, auf denen man halbwegs sitzen kann. Tatsächlich schauen die Sitze in diesen IVB-Bussen aber so aus:


Diese Sitze sind genau so, wie sie aussehen. Und wer genau hinschaut, erkennt wie sie heißen:


Ob sie "Vogelsitze" heißen, weil sie für Lebewesen gebaut wurden, die so groß wie Vögel sind? Oder weil man sich wie ein Vogel fühlt, wenn man auf ihnen sitzt? Oder ob derjenige einen Vogel hat, der solche Sitze einbauen lässt?

Der Bus ins Stubaital hat inzwischen einen tollen 30-Minuten-Takt, und er ist auch gut ausgelastet: SchülerInnen, PendlerInnen, SkifahrerInnen - von Innsbruck durchs ganze Tal ist der Bus gut voll. Das ist schön. Noch schöner wäre es nun, wenn die nächsten zu bestellenden Busse wieder Sitze hätten, die zumindest so viel Abstand haben, dass die Beine bis zu den Knien hineinpassen, und auf denen man halbwegs angenehm sitzen kann. Vielleicht wäre es auch toll, wenn man bei einer so langen Fahrt den Kopf anlehnen kann. Und wenn noch jemand an eine Ablagemöglichkeit für Gepäck denkt, dann wird die Fahrt mit den Öffis gleich noch einmal attraktiver. Danke liebe Verkehrsunternehmen - ein fleißiger Öffi-Nutzer.

Montag, 22. Oktober 2012

Tag und Nacht am Piz Val Gronda

Da staunten wir nicht schlecht: Zwei kleine Gestalten waren aus der Ferne zu sehen, und offensichtlich warteten sie auf uns. Sollten wir zu ihnen hingehen? Oder lieber einen Umweg machen, um auf den Piz Val Gronda zu gelanden? Wer weiß schon, was sie von uns wollen? Nun, es war eine Begegnung der freundlichen Art: "Als wir vom Bescheid für die Erschließung für den Piz Val Gronda hörten, war das für uns wie die Nachricht vom Tod einer geliebten Mutter", erzählte uns die Frau. Gemeinsam mit ihrem Sohn war sie vom Samnaun aufgestiegen, um uns am Weg zum Piz Val Gronda willkommen zu heißen und uns der Solidarität aus dem Samnaun zu versichern.

Bereits in Innsbruck gab es das erste interessante Treffen, als wir mit einer Gruppe NaturschützerInnen zum bedrohten Berg starteten. Ein 76jähriger Mann war aus Landeck eigens nach Innsbruck gefahren, um uns im Zug seine Sicht der Dinge erklären zu können. Dabei las er uns unter anderem aus dem Buch von Ischgls Altbürgermeister Erwin Aloys vor, wie dieser gegen die Agrargemeinschaft kämpfte, die den Grundbesitz im und rund ums Skigebiet verwaltet. Erfolglos, wie Aloys schreibt - denn die Gemeinde wurde ihres Eigentums beraubt und zukünftig hatten andere das Sagen.



Von Ischgl starteten wir mit einer feinen Gruppe von 15 AktivistInnen hinauf zum Fimbatal. An Hausbänken warteten die ersten IschglerInnen, um mehr über unsere Aktion zu erfahren. Und auch auf dem Weg kam es immer wieder zu Begegnungen: Ein Mann in hubertusgrüner Kleidung fotografierte erst die Wiesen, um dann sein Teleobjektiv auf uns zu richten. Wir würden nicht verstehen, was die Bevölkerung wolle. Man brauche nämlich keine Einmischung von Studenten und Professoren, sondern könne sehr gut selbst entscheiden. Gleich darauf stieg ein Mann von seinem Mountainbike und forderte uns zu einer Diskussion in Ischgl auf. Ein SUV blieb stehen, und zwei Jäger bedeuteten uns aus der Kabine, dass wir nicht willkommen seien - kurzum: Unser Aufstieg dauerte länger, als wir gedacht hatten.

Wir kamen vorbei an den Baustellen der Silvretta Seilbahn, an den Beschneiungsanlagen vorbei, über Pisten, die die Landschaft geschunden haben. Und dann: Ein Hochmoor, daneben schon Markierungsstangen für die zukünftige Talstation der Vesilbahn. Von hier soll es also hinaufgehen auf den Piz Val Gronda. Der zukünftigen Piste entlang, über zwei kleine Blockgletscher hinweg steigen wir hinauf. Manches liegt unter Schnee verborgen, und dennoch kann man erahnen, welche Landschaft sich darunter verbirgt. Wir blicken hinüber auf den Palinkopf, der früher als einer der botanisch interessantesten Berge Tirols galt. Seit er mit Seilbahnen, Wegen und Pisten erschlossen wurde, hat die Erosion den Gipfelbereich zerfressen. Dort wächst nicht mehr viel, und übrig bleibt eine Landschaft, die schneefrei aussieht wie ein Kriegsgebiet. In gewissem Sinne ist es ja auch eine Kampfzone des Menschen gegen die Natur.



Dann, am Piz Val Gronda-Joch zeigt sich die alpine Polsterflora, doch es ist schon dunkle Nacht, als wir ankommen. Am Gipfel schlagen wir unser Biwak auf, hart am Wind. Wir kochen, blicken in den faszinierenden Sternenhimmel, nutzen die Sternschnuppen für gute Wünsche und legen uns in unsere Schlafsäcke. Mit der ersten Helligkeit hält es jedoch kaum mehr jemanden im Zelt.



Erst wird es langsam heller, dann sind die ersten Sonnenstrahlen auf dem Fluchthorn zu sehen. Bald bedeckt die goldene Sonne die Spitzen und Gipfel mit ihrer Pracht, und es wird deutlich, was die Seilbahner hier wollen: Sanfte Skihänge, ideal geneigt. Wer hier oben steht, der weiß: Am Piz Val Gronda ist nicht Schluss. Wenn der Lift bis hier herauf geht, dann werden neue Begehrlichkeiten entstehen. Neue Hänge kommen in den Blick, und in einigen Jahren wird der Druck auch darauf größer werden.



Wir kochen uns heißen Tee und wärmen uns, während wir unser Wissen über die einzigartige Fauna des Gipfels und Nordrückens des Piz Val Gronda erweitern. Pflanzen, die für Österreich als ausgestorben galten kommen hier ebenso vor wie Pflanzen, an deren Vorkommen man in Tirol nicht mehr geglaubt hatte. Dazu kommt eine besondere Geologie - die Gipstrichter können wir auch zu dieser fortgeschrittenen Jahreszeit noch sehen. Steinhuhn haben wir keins gesehen - für alle, die sich diese Frage gestellt haben - aber dafür andere Tiere in der Luft und am Boden, obwohl der Kalender bereits Ende Oktober anzeigt.

Für uns wird immer klarer: Hände weg zum Piz Val Gronda! Das ist ein Sündenfall, der weitere nach sich ziehen wird. Über den Nordrücken steigen wir langsam hinab, und wir schauen uns links und rechts um. Wir teilen uns auf, um Vesil- und Fimbatal genau besehen zu können, einige steigen auf die Vesilspitze auf, um den Blick von oben zu haben. Wir dokumentieren, wie die Gegend derzeit aussieht. Skihänge links und rechts - das Fimbatal in akuter Gefahr, wenn diese Seilbahn kommt: sanft kupiertes Gelände führt hinunter.



Und schließlich ist der Heimweg weit. Beladen sind wir nicht nur mit unserer Ausrüstung. Beladen sind wir auch mit schweren Gedanken. Sollte es wirklich keine Chance mehr geben, dieses Projekt zu stoppen? Sollte es keine Chance mehr geben, zur Vernunft zu kommen?

Auch am Weg hinab immer wieder Einheimische, die uns stoppen. Nun, die Station sei in dieser Größe vielleicht nicht notwendig, wird eingeräumt. Aber zu den 1,3 Kilometern Piste stehen die meisten. Wohl auch jene Besucher, die uns mit Hund und Fernglas am Sonntagfrüh am Piz Val Gronda besuchten und wortlos blieben. Beim Abstieg sehen wir noch die Spuren ihres Autos am Boden, so weit man eben mit dem Auto hinaufkommt.



Müde und voller Eindrücke sitzen wir im Bus nach Landeck und lassen die Eindrücke Revue passieren. Gerne hätten wir in Ischgl noch etwas konsumiert, aber außerhalb der Saison dürfte das ein schwieriges Unterfangen sein. Mit unseren Eindrücken fahren wir wieder nach Hause und wir wissen: Es lohnt sich, für unsere Umwelt zu kämpfen!

Mehr Fotos und Videos vom Piz Val Gronda gibt es hier.
Ein Blogeintrag von Lore Hayek zur Aktion findet sich hier, und einer von Ingrid Felipe hier.

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Wos tuasch du auf meim Grund? / Piz Val Gronda

Lachgas-Franz hat einen guten Witz: "Der Herrgott kommt nach Tux, um nachzuschauen, ob die Menschen mit seiner Schöpfung zufrieden sind. Er trifft einen Tuxer und sagt zu ihm: 'Grüß Gott, mein Name ist Gott. Ich wollte nachfragen, ob ihr mit meiner Schöpfung zufrieden seid, ob alles passt, ob's euch gefällt, was ich für euch geschaffen habe.' Da schaut der Tuxer Gott an und sagt zu ihm: 'Wos tuasch du auf meim Grund?'"

Die folgende Geschichte spielt nicht in Tux, sondern in Ischgl. Am kommenden Wochenende werden wir den Piz Val Gronda erwandern und in der Gegend auch biwakieren, Einladung hier. Wir wollen uns vor Ort anschauen, welches Naturjuwel hier durch die Fehlentscheidung der Landesregierung bedroht ist. Ein schönes Bild vom derzeitigen Zustand und von der drohenden Zerstörung kann man sich übrigens hier machen.

Nun hat mir die Agrargemeinschaft Fimba-Alpe geschrieben. Man könnte erwarten, dass sie empört darüber sind, dass ihre Alm durch die Nutzung als Skigebiet entwertet wird, dass Schäden an der Natur entstehen, die die Bewirtschaftung schwieriger machen. Man würde eben die typische Reaktion von naturverbundenen Landwirten erwarten, wenn ihre Lebensgrundlage bedroht ist.

Weit gefehlt: Als Bedrohung sieht die Agrar offenbar nicht einen Lift auf ihrer Alm. Sondern diejenigen, die vor der Naturzerstörung warnen. Man merkt, dass in den Agrargemeinschaften heute nicht mehr hauptsächlich Bauern sind, sondern Hoteliers. Und sie kündigen rechtliche Schritte gegen unsere Aktion zum Schutz des Piz Val Gronda an.



Das ist interessant. Auf der Fimba-Alpe fürchtet man sich vor ein paar Naturschützern, aber nicht vor der Naturzerstörung. Dazu kann man auch nachlesen, womit der Gemeinderat von Ischgl kürzlich befasst war: Ein Schwerverkehrsweg ins Fimba. Im Gemeinderat wurde das so begründet: "Auf Grund der jährlichen großen Baustellen der SSAG [Silvretta Seilbahn AG] ergibt sich sehr viel Schwerverkehr. Dadurch entstehen immer wieder gefährliche Situationen mit Fußgängern." Die Kosten teilen sich die Silvretta Seilbahn, die Vorarlberger Illwerke und die Agrargemeinschaft Ischgl, die Haftung übernimmt die Gemeinde.

Ich habe der Agrargemeinschaft geschrieben, dass wir uns selbstverständlich an die geltende Rechtslage halten und dass wir darüber hinaus keinerlei Müll etc. zurücklassen werden. Außerdem lade ich sie ein, sich an unserer Aktion zum Schutz der Bergwelt und unser Eintreten für einen nachhaltigen Tourismus zu beteiligen.

An so eine Einladung hat man in Ischgl aber offenbar auch schon selbst gedacht. Auf Facebook schreibt mir jemand: "@Gebi: wir werden euch empfangen... Diskussionsbereit ???" Auch sonst haben sich manche Reaktionen gewaschen. Ein Hotelier schreibt mir, in offensichtlicher homophober Anspielung: "Naja da wird schon niemand erfrieren, wenn so ein toller Heizkörper dabei ist! (...) Ps. Bitte Piste nicht beschädigen!" 

Darüber hinaus gibt es aber auch zahlreiche positive Reaktionen: "Ich hoffe, dass es ein toller Erfolg wird. Ich wünsche euch das Beste, ein tolles Wetter und dass alles unfallfrei vonstatten geht.", "(...) also diese Aktion gefällt mir sehr", "Hab zwar selber keine Zeit und keine Kondition ^^ möchte euch diese Aktion aber ans Herz legen", "bin für Naturschutzthemen nicht leicht zu begeistern, aber was Gebi Mair und Ingrid Felipe hier machen ist schon toll."

Noch keine Reaktion, weder positiv noch negativ haben wir übrigens vom Umweltlandesrat (SPÖ) erhalten, den wir natürlich ebenfalls eingeladen haben.

Wir treten natürlich jedenfalls friedlich und mit Rücksicht auf die Natur für die Belange der Umwelt und der Tiroler Bergwelt ein. Zahlreiche TeilnehmerInnen an der anspruchsvollen Aktion am Piz Val Gronda haben sich bereits gemeldet und sind bereit, ein Zeichen zu setzen. Wir freuen uns darauf und hoffen, einen Nach- und Umdenkprozess zu starten.

Dienstag, 16. Oktober 2012

24 Stunden am Piz Val Gronda

Bevor der Bagger kommt. Sei dabei.


Eine Einladung für alle, die ein Zeichen setzen wollen gegen das zerstörerische Liftprojekt und für ein lebenswertes Tirol. 24 Stunden am Piz Val Gronda mit Ingrid Felipe und mir. Alle Infos zum Projekt am kommenden Wochenende hier.