Dienstag, 29. Mai 2012

Aus für Blutkonserven-Transport im Tiroler Rettungsdienst

Mit dem Tiroler Rettungsdienstegesetz 2009 kam auch ein "ärztlicher Leiter Rettungsdienst", der für das Qualitätsmanagement im Rettungswesen zuständig ist. Dieser nahm im Juli 2011 seine Arbeit auf und legte nun seinen ersten Tätigkeitsbericht über das erste Halbjahr vor.

Dieser Bericht findet sich hier und birgt für Interessierte so manche spannende Information: Etwa, wie der Kampf darum aussieht, ob wirklich immer ein Helikopter geschickt werden muss. Oder wie die Schwierigkeiten in der grenzüberschreitenden Alarmierung von Notärzten aussehen, weil es nicht einmal eine direkte Kommunikationsverbindung von der Leitstelle gibt.

Und auch, dass Landesrat Bernhard Tilg nicht mehr wünscht, dass "Materialtransporte", etwa Transporte von Blutkonserven vom Rettungsdienst durchgeführt werden. Dafür bezahlt das Land Tirol nicht mehr. Ausnahmen werden nur in lebensbedrohlichen Situationen gemacht, und selbst dann braucht es eine schriftliche Anforderung bei der Leitstelle Tirol.

War die bessere Koordination und damit Belegung von Rettungsmitteln nicht gerade ein Argument für die zentrale Leitstelle, für das neue Gesetz und für die Zentralisierung? Und dann wird diese medizinisch notwendige Dienstleistung plötzlich nicht mehr bezahlt. Dass dann eben die Krankenhäuser sich irgendwie selbst organisieren müssen und es eine eigene Infrastruktur zum Materialtransport braucht, das scheint dem Landesrat egal zu sein. Ich verstehe das nicht: Warum nutzt man nicht einfach Synergien dort, wo sie möglich wären? Im Interesse der Patientinnen und Patienten und des gesamten Gesundheitssystems wäre es allemal.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

blutkonserven sind zu transportieren. aus. schluss. wenns so weitergeht, wählt die övp kein mensch mehr.

für mich gibt es da keine diskussion. blutkonserven retten leben.

nur beschämend, dass ein so kluger kopf wie tilg so weltfremd agiert.

Lena hat gesagt…

'blutkonserven retten leben' - richtig! warum sparen sie nicht wo anders? es geht hier oft ums Leben und Tod, jede Sekunde ist wichtig.
und das mit dem Kampf um die Helikopter Einsätze ist lächerlich. Erstens, ist es einem nicht egal, was das kosten wird, wenn man eine Möglichkeit gibt das Leben zu retten?
Zweitens, die Leitstelle entscheidet oft nicht, ob sie ein Helikopter schicken sollen oder nicht. Bei einem Unfall auf der Piste entscheidet das Personal, wie wird die verletzte Person transportiert. Oft haben diese Leute keine Ausbildung und können nicht sagen, wie gefährlich die Situation ist.