Dienstag, 17. April 2012

Prof. Lic. DDr. PGDipEDM MBA MPA MA LLM

Universidad Azteca de Chalco. Ein unscheinbarer Name, aber ein interessantes Netzwerk mit einer Schaltstelle in Innsbruck. Eine mexikanische Privatuniversität, und was sie mit unserem Hochschulwesen zu tun hat.

Die Universidad Azteca bietet Studiengänge auf allen Stufen (Bachelor, Master, PhD) in verschiedenen Fächern (u.a. Betriebswirtschaftslehre, Öffentliche Wirtschaftsprüfung, Erziehungswissenschaften und Pädagogik). Diese Lehrgänge werden von der Azteca als Fernstudien angeboten und beinhalten ein breit gefächertes Anrechnungssystem (ähnlich den ECTS Punkten). Damit ist etwa gewährleistet, dass Personen ohne Grundstudienabschluss in ein Masterprogramm einsteigen können. Zielgruppe dieses Netzwerkes sind berufstätige Personen mittleren Alters. Diese streben nach einer höheren beruflichen Qualifikation durch zusätzliche akademische Abschlüsse, oder sie wollen abgebrochene Studien noch erfolgreich beenden.

Die Azteca dient in diesem System als Spitze des Eisberges. Die eigentlichen Arbeitsinstitutionen sind die internationalen Partner und diese gibt es in Hülle und Fülle. Der europäische, vor allem aber der österreichische Raum spielen dabei eine zentrale Rolle. Die österreichischen Partner sind mittel- oder unmittelbar mit der Person Gerhard Berchtold verbunden. Wobei Gerhard Berchtold ein bisschen verkürzt ist. Prof. Lic. DDr. Gerhard Berchtold, PGDipEDM, MBA, MPA, MA, LLM, Dean of European Programme heißt er nämlich eigentlich.

Franz X Gruber (VP) mit Gerhard Berchtold, Fritz Luhan
und weiteren Vertretern der Universidad Azteca

Berchtold ist ehemaliger Klubdirektor der FPÖ im Tiroler Landtag und aktives Mitglied der Wirtschaftskammer (Abfall- und Entsorgungswirtschaft) und er betreibt in Innsbruck die Business School direct als Partner der Azteca. Berchtold ist auch Dekan für europäische Programme der Azteca und damit die Schlüsselfigur im Zuliefernetzwerk. Nicht nur, dass die WKO als Werbeplattform benutzt wird, sondern das Netzwerk reicht(e) bis in die staatliche Hochschulen. Die Medizinische Universität Innsbruck schloss im April 2011 einen Kooperationsvertrag mit der Azteca. Die Vermittlerrolle kam dabei Dr. Fritz Luhan und Vizrektor Norbert Mutz zu. Luhan selbst habilitierte an der Azteca und ist Lehrbeauftragter dort. Die Vereinbarung sah vor, dass Prüfungen (etwa aus Gerichtsmedizin) im Rahmen des Azteca Netzxwerkes abgelegt werden konnten. Die MedUni Innsbruck rechnete diese dann an, als wären sie in Innsbruck abgelegt worden. Innerhalb der MedUni Innsbruck kam bald harsche Kritik auf, konnten durch dieses System doch vor allem deutsche StudentInnen in das Medizinstudium quereinsteigen.
Nach Kritik stieg die MedUni Innsbruck wieder aus dem Vertrag aus. Er zeigt aber, wie das System Azteca arbeitet. Für viel Geld (in Innsbruck etwa 5000 Euro pro Semester) kann (fern)studiert werden, doch gehen die Azteca und ihre Partner vor allem mit dem Leistungsnachweis äußert intransparent um. So ist es nicht einmal möglich, zu erfahren, wo Abschlussarbeiten einzusehen wären. Intensivere Nachfragen werden mit Drohgebärden beantwortet, etwa mit einer Klagsdrohung. So reagiert niemand, der nichts zu verstecken hat.

Vertrag Universidad Azteca /
 Medizin-Universität Innsbruck

Und es bleiben viele Fragen offen, mit denen ich mich in nächster Zeit beschäftigen werde: Wie sieht es mit den wissenschaftlichen Qualitätsstandards aus? Wie sehen die Abschlussarbeiten an der Azteca aus? Wer hat aller wie akademische Titel an der mexikanischen Privatuniversität erworben? Und: Wie weit reicht das Netzwerk der Azteca schon an den österreichischen Unis?

Kommentare:

Ewald hat gesagt…

ich dachte, die Kooperation mit der Azteca wurde gekündigt? Stand vor ca. 2 Wochen in der TT...

Gebi Mair hat gesagt…

genau, das steht ja auch im posting oben, dass die Vereinbarung inzwischen gekündigt wurde

Anonym hat gesagt…

und man man an deinen angriffen auf fxg schon erahnen kann ist die grüne wahlempfehlung für cop... nix für ungut, aber das mit dem foto ist schon ein wenig plump...

Anonym hat gesagt…
Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.
voyance en direct hat gesagt…

Superb Baustelle, keep it up, wenn es fertig ist wird es großartig.

Anonym hat gesagt…

wie gesagt - i glaub, ohne gemauschel läuft in tirol gar nix mehr.

Anonym hat gesagt…

sorry, aber außer mutmaßungen lies i im grunde nix.
privatunis gibts doch auf der ganzen welt.

Anonym hat gesagt…

Der Artikel ist von journalistischen Gesichtspunkten her völlig inhaltslos und unfundiert: Es handelt sich ausschließlich um unbewiesene Spekulationen... die könnte jeder über alles in die Welt setzen. Gibt es wirklich handfeste Beweise, die das Misstrauen untermauern???

Gebi Mair hat gesagt…

So verzweifelt?

Der Artikel ist natürlich eine kurze journalistische Aufbereitung eines größeren Sachverhaltes, das ist aber die Natur von Blogposts.

Anonym hat gesagt…

ist das verweigern von antworten auch die natur von blogposts?

Gebi Mair hat gesagt…

Die Antwort ist die Bestätigung dessen, dass es sich um einer kurze journalistische Aufarbeitung eines größeren Sachverhaltes handelt.

Ansonsten: Scripsi, scripsi.

Anonym hat gesagt…

....gibt es dazu Neuigkeiten bzw. ein durchleuchtetes Ergebnis?
Robert

Anonym hat gesagt…

Typisch, nur anpatzen und anschütten, aber sonst nichts dahinter. So kommt ihr Grünen nie über das unbedeutende zwergendasein hinaus, da euch niemand wirklich ernst nimmt!