Mittwoch, 16. März 2011

TIWAG muss Atomstromverträge beenden

Die TIWAG in Tirol ist bekanntlich weniger ein Energieversorgungsunternehmen, sondern eine große Batterie. In Pumpspeicherkraftwerken wird Energie in großem Stil zwischengelagert. Billiger Bandstrom wird dazu eingekauft, teurer Spitzenstrom verkauft. Die Füllung der großen Speicherseen, also das Hinaufpumpen, erfolgt dabei gedeckt mit Tauschverträgen für Atom- und Kohlestrom.

Und hier bahnt sich eine energiepolitische Sensation an: Der heutige Landtag wird auf Grüne Initiative beschließen, dass die TIWAG aus den Atomstrom-Tauschverträgen aussteigen muss und auch Tauschverträge mit erneuerbaren Energieträgern umsteigen muss. Das halte ich für eine veritable Revolution in der Tiroler Energiepolitik, die auch so manche Rückschläge in den Verhandlungen zum Kriterienkatalog leichter verkraftbar macht.

Hier gibts den Live-Stream aus der heutigen Landtagssitzung, heute 9-19 Uhr und morgen 9-19 Uhr.

HIER WAR DER LIVESTREAM. BEI DER NÄCHSTEN LANDTAGSSITZUNG GIBTS IHN NATÜRLICH WIEDER.

Neben der Energiepolitik geht es heute auch noch schwerpunktmäßig um die Raumordnung und die Bauordnung. In der Raumordnung hat sich die ÖVP leider nicht zu Instrumenten für leistbareres Wohnen durchgerungen, in der Bauordnung konnten wir Grüne zwei Erfolge verbuchen, indem nun Abstellplätze für Fahrräder bei Betrieben und Wohnungen vorgeschrieben werden können und Mindeststandards für Kinderspielplätze vorgeschrieben werden können.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

JA!
Die TIWAG muss heute schon mit dem Bau von 6 neuen Speicherkraftwerken beginnen.
Ich hoffe, die Grünen sind nicht schon wieder dagegen.

Anonym hat gesagt…

Dass muss die Tiwag um den solarstrom zu speichern!

Anonym hat gesagt…

atomstrom weg find ich in ordnung - bleibt als leistbare alternative die wasserkraft - öko-strom kann nur zug um zug eingeführt werden. der wäre derzeit viel teurer als zb der atomstrom, der der billigste ist. jetzt steigen wir also von der versorgung mit atomstrom aus - dumme frage, weißt du eigentlich wie umzingelt das winzige österreich von atomkraftwerken ist? passiert wo ein supergau in einem der vielen atomwerke gehts uns viel viel schlechter als derzeit den leuten in tokio. dann wirst halt 100% als ökoheini verstrahlt und darfst dafür über jahrzehnte einen hohen strompreis zahlen.
also umstieg ja - aber im verbund. alles andere wäre bar jeder logik.

Gebi Mair hat gesagt…

Atomstrom ist nicht der billigste Strom, sondern der teuerste. Da brauchst du noch gar keinen Unfall rechnen (deutsche Atomkraftwerke sind bekanntlich nur mit 1 Milliarde Euro gegen Unfälle versichert, den Rest zahlt die Allgemeinheit), sondern nur die Lagerung und Umlagerung des Atommülls für die nächsten 50.000 Jahre. Allein durch die TIWAG-Endkunden in ganz Tirol wären das im Jahr 218 Kilo Atommüll, durch das Pumpen der TIWAG ist es noch viel mehr. Das muss auch irgendjemand bezahlen, und der Atomstrom damit unfassbar teuer.

Mag_Boese hat gesagt…

Japanische Kehrtwendung.

Ich meine:
Wenn man die Sache nüchtern abwiegt, Vor- und Nachteile in Betracht zieht, kommt man, bei aller Technikbegeisterung, doch zum Schluss, dass die Verwendung der Atomkraft für die Energiegewinnung nicht kalkulierbare Risiken birgt und Wohl & Weh der Menschheit besser mit der Suche nach alternativen Energieträgern garantiert sind.

ABER - mir geht's zumindest so -
sobald Grüne wie du, mit ihrem missionarischen Eifer oder Frau Pitscheiderin, mit ihrem verbissenen Ehrgeiz sich der Sache annehmen und die "gerechte Sache" auf ihre Fahne heften und als Weltverbesserer ihre lustfeindlichen und letztlich autoritären Lebens- und Gesellschaftsmodelle durchsetzen wollen, sage ich nur noch:

Wählt Atomkraft!
Wählt ÖVP!
Oder KPÖ.
Gaddafi. Und Haider.

"Mit de Fåckn geht's uns auch nicht schlechter, als mit euch Affen."

Mag. Böse


P.S.:
- Trotzdem: "Danke, dass du so einen lustigen Blog betreibst."
- Nachträglich: "Alles Gute zum Geburtstag, Osama."

Anonym hat gesagt…

tja, wäre der atomstrom teurer als andere energieträger, würde es wohl
keine atomkraftwerke geben.
die ungelöste endlagerung allein sollte aber grund für einen sofortigen ausstieg sein. übrigens schadet der unfall in japan allen völkern enorm, weil dass das meer von alledem unbeschadet bleibt, glauben wohl echt nur die naivsten figuren...

Gebi Mair hat gesagt…

Nein, der Mensch funktioniert offenbar so, dass Risiken und Kosten, die in die Zukunft ausgelagert werden, so erscheinen als ob sie nicht existieren würden. Deshalb hat die Atomindustrie die Einpreisung der zukünftigen Kosten bisher ja auch immer verhindert.

Anonym hat gesagt…

Die Kosten die Gebhard Mair in Zukunft verursachen wird, kann auch niemand vorhersehen.

Anonym hat gesagt…

du musst mi nicht belehren, gebhard. was nützt tirol ein atomstromverzicht, wenn von ganz europa nach gorleben der atommüll zwischen gelagert wird? weisst du wieviel uralte atomkrafte an uns grenzen?
du hast leicht reden mit mehreren gehältern. i bin dafür, dass endlich die tirolerinnen und tiroler mehr im geldbörsel haben - uns gehts nämlich österreichweit am miesesten.

nit deppert tian und aus jux an unsinn beschließen. i wähl keine einzige partei die gegen den atomstrom heuchelt, obwohl i absolut für den atomkraftausstieg bin. aber um gotteswillen nicht so deppert. habts mindestens a zusage der bundesregierung, dass auch die anderen länder und der bund keinen atomstrom mehr orten? weil sonst sind dö paar tiroler deppen ein gespött für die restösterreícher.

Gebi Mair hat gesagt…

Das ist mir schon klar, dass der bisherige radioaktive Müll schon da ist. Aber ich will nicht dafür verantwortlich sein, dass noch mehr produziert wird. Es war auch bisher schon Irrsinn, etwas zu produzieren, das noch 100.000 Jahre strahlt, umso mehr ist es das jetzt. Irgendwann müssen wir da raus - wann, wenn nicht jetzt?