Donnerstag, 3. März 2011

Der Lohn der Arbeit

Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf (ÖVP) ist Unternehmerin. Und zwar mit dem Unternehmen Frischauf-Bild. So weit, so wunderbar. Frischauf-Bild ist eine Foto-Agentur in Innsbruck. Aufmerksamen MedienkonsumentInnen ist es dabei schon aufgefallen: Seit Zoller-Frischauf in der Landesregierung ist, stammen immer mehr offizielle Fotos des Landes von Frischauf-Bild.

Das lohnt sich doch für eine Anfrage, habe ich mir gedacht. Und hier sind die Zahlen laut Landesrat Christian Switak (VP): Mitte 2008 kam Zoller-Frischauf in die Landesregierung. Damals erhielt Frischauf-Bild gerade einmal 75 Euro aus Landesgeldern. Im Jahr darauf waren es schon 460, und 2010 wurden es 3.292 Euro für Fotos ihrer Firma. Ganz legal, das ist wohl der Lohn der Arbeit...

Für Frischauf lohnt sich die Arbeit in der Landesregierung

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

achtung, jetzt wird's peinlich kleinlich ...

Gebi Mair hat gesagt…

Für peinlich kleinliche 3.292 Euro arbeiten so manche Menschen in diesem Land relativ lang...

Christoph hat gesagt…

manche ja,
du 20 Tage?

Find diese Meldung wirklich peinlich.

Was ist dagegen auszusetzten?
Bevor ich bei 4 Geschäften Angebote einhole, was einen hohen Zeitaufwand bedeutet, wähle ich den direkten Kontakt.

Auf Landesebene über 3000€-Aufträge (pro Jahr!) zu diskutieren....

Wer suchet, der findet...
Du suchst scheinbar jeden Tag was neues... Die Grünen, der neue Spionagedienst.

Warum findet man nichts über die Grünen?

Ja, genau. Weil sie nichts machen...

Gebi Mair hat gesagt…

Es wurden natürlich auch Aufträge an andere FotografInnen vergeben. Hier ist die gesamte Übersicht:

Fotos der Landesregierung (extern):
2008: 18.408 Euro
2009: 28.952 Euro
2010: 23.700 Euro

davon Frischauf-Bild:
2008: 75 Euro
2009: 460 Euro
2010: 3.292 Euro

Ich finds halt auffällig, dass gerade eine Firma plötzlich mehr Aufträge erhält, und zwar genau die, deren Inhaberin in die Landesregierung gekommen ist. Die Frage ist, wo man die Grenzen des politischen Anstandes anlegt. Ich finde das politisch jedenfalls nicht anständig, egal um wie viele oder wenige Euro es dabei geht.

Anonym hat gesagt…

Was ist heute für ein Tag Gebi?

Anonym hat gesagt…

die summe geld verblasst sicherlich im vergleich zum bergiselmuseum oder zum honorar für das neue innsbruck-logo... aber dennoch: das erzeugt 1) eine schiefe optik und 2) ist korruption. in kleinem ausmaß.

1) zoller-frischauf müsste sich als politikerin bewusst sein, dass solche verbindungen moralisch nicht in ordnung sind. und mit ihrer entscheidung sich zur wahl für einen politischen posten zu stellen müsste eigentlich die konsequenz sein, dass ihr unternehmen selbst minimale verbindungen zur arbeitsstätte der politikerin aufgiebt.

2)das muss ich jetzt nicht erklären, oder? es ist IHR unternehmen. persönlicher profit etc??

ganz generell wüsst ich schon gern, wie das zum beispiel in oö ist. gibt es ähnliche verbindungen der grünen dort?

Anonym hat gesagt…

"Politisch anständig" ?

Warum schreibst du nicht einfach hin, welchen GRÜN-verhaberten fotografen du fürs "Land" beschäftigen & bezahlen willst?
Intervenier doch an geeigneter stelle für den/diejenige/n und hör auf, solchen schmarrn zu bloggen.
Ihr Grünen wollts eure leut unterbringen und de natürlich ihre.
Oder willst du behaupten, du hast eine noch naivere vorstellung von politik?
so scheinheilig!
und wegen so lappate summen.
___
anm. 1
noch dazu: Du bringst einen fast in die verlegenheit, ausgerechnet die zoller-frischauf verteidigen zu müssen, deren (gesellschafts-)politische statements zum teil ja unter aller sau sind und zu recht heftig kritisiert werden.
---
anm. 2
pass auf, dass du dich nicht wie georg willi zum völlig unkontrollierbaren geschoß im grünen strategiespiel entwickelst.

gruß,
h

Anonym hat gesagt…

Beantwort doch bitte die alten fragen bevor du anfängst Groschen zu zählen.

Für das Geld wurden wenigstens Fotos gemacht.... Das ist zumindest eine Leistung

Gebi Mair hat gesagt…

Mir ist das wurscht, welche FotografInnen das Land bezahlt. Hoffentlich solche, die eine Ausschreibung dafür gewonnen haben. Ich finds nur auffällig, dass Frischauf-Bild vor dem Aufstieg von Zoller-Frischauf keine Fotos fürs Land gemacht hat und dann plötzlich schon. Nicht mehr, nicht weniger.

Anonym hat gesagt…

Da hast du recht. Sehr auffällig.

Aber bitte beantwort doch meine Frage, ich will wissen was du darüber denkst.

Gebi Mair hat gesagt…

Welche Frage war das konkret?

Anonym hat gesagt…

Diese hier: danke für die Reaktion!


Hallo Gebi!

Warum wird bei jungen Arbeitnehmern in einem landesunternehmen bei gleicher bzw. höherer Qualifizierung bei weitem weniger gezahlt als im direkten Landesdienst? Warum betrifft es immer nur die jungen, hier stärker die Männer? Antidiskriminierung ist doch keine Einbahnstrasse, oder wie siehst du das?
23. Februar 2011 10:07

Gebi Mair hat gesagt…

Diese Frage müsste die Landesregierung beantworten - ich sehe das eh nicht ein. Im direkten Landesdienst hast du de Vorteil, dass hier per Gesetz die Gehälter bestimmt werden, in den ausgegliederten Gesellschaften hängt es von den Kollektivvertragsverhandlungen ab, und da ist die Gewerkschaft in Tirol leider zu schwach.

Anonym hat gesagt…

Aufgrund der Logik von der "Grün-Hinter-den-Ohren-Partei":
Kaufe ich jetzt keine Eier mehr von einem dämlichen Bauern, da dieser in Verbindung mit dem bösen Bauernbund steht, welcher wiederum in Verbindung mit der schwarzen ÖVP steht.
Schlussfolgerung: Ich kaufe meine Eier jetzt vom Supermarkt. Punkt!

Anonym hat gesagt…

Hallo gebi, danke für die Antwort!

Ich versteh aber nicht, wenn du die echten Probleme kennst, warum du dich dann mit so unwichtigem Kram beschäftigst. Was die pati macht ist einerlei. Ob im Bauernbundhaus eine spielhölle ist ist mir auch egal. Ich will faire Löhne und eine Zukunft. Und in Tirol ist das kaum noch möglich und das macht mich grantig!

Gebi Mair hat gesagt…

Nun, ich denke es braucht sowohl als auch. Ich habe im Landtag unter anderem einen Antrag gemeinsam mit Christine Baur eingebracht, einen gesetzlichen Mindestlohn von 1.300 Euro für eine Vollzeitstelle einzuführen. Den hat - unter anderem - die Sozialdemokratie abgelehnt. Dabei wäre eine gesetzliche Regelung für Bereiche ohne Kollektivvertrag oder Bereiche mit sehr schlechten Kollektivverträgen sehr wichtig.

Menschen haben unterschiedliche Prioritäten. Löhne sind eine dieser Prioritäten, und wir kümmern uns auch darum.

Anonym hat gesagt…

wo fängt die "Freunderlwirtschaft" an und wo hört sie auf...?