Donnerstag, 24. Juni 2010

Scheitern Tilgs Notärzte-Pläne?

Landesrat Tilg (ÖVP) hat sich nicht nur daran gemacht, das Tiroler Rettungswesen zu zerstören, sondern auch die Notarztversorgung in Tirol. Bei ihm nennt sich das übrigens "Reform" und "Prozessoptimierung". Die Kernpunkte dieser "Reform" und "Prozessoptimierung" waren der Ersatz von Notärzten durch Notfallsanitäter in den entlegenen Gebieten Tirols. Das sind also de facto Paramedics, Sanitäter die vor Ort dann jeweils per Telemedizin oder telefonisch einen Konsultationsnotarzt befragen sollen, der ihnen dann Ratschläge gibt, was beim Notfall zu tun ist. Ich will hier nichts gegen Sanitäter sagen, aber Sanis sind nun einmal keine Notärzte. Und zum zweiten sollten die Notärzte an die Krankenhäuser angegliedert werden, und die angestellen Ärzte im Dienstrad auch Notarztdienst verstehen.

Die Ärztekammer hat diesen Vorschlag des Landes nun in der Luft zerrissen, wie ein vertrauliches Positionspapier des Vorstands belegt. Dabei hatte Landesrat Tilg immer erklärt, alles sei im Einvernehmen mit der Ärztekammer geplant. Sein notärztlicher Berater Michael Baubin musste bereits vor einiger Zeit den Hut nehmen, nun stellt sich heraus, dass Tilgs Notarzt-Pläne auch nicht kommen werden. Tilg scheitert also auf voller Linie.

Hier das geheime Positionspapier der Ärztekammer zum Download.


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Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Sind die Notärzte nicht schon an die KH's angegeliedert - vielleicht sollte ein bisschen besser nachgeforscht werden??

Gruß

Gebi Mair hat gesagt…

An der Innsbrucker Klinik ja, aber wo sonst noch?

Mir wäre nicht bewusst, dass es in Schönberg beispielsweise ein Krankenhaus gibt, dort ist aber ein NEF stationiert und die Notärzte sind beim Roten Kreuz angestellt bzw. freiberuflich tätig.

Anonym hat gesagt…

Und Rettungssanitäter sind keine Notfallsanitäter.

Gratulation an das RK. Alles bleibt beim Alten, nach dem Motto: Quantität statt Qualität. Aber wenigstens das wird konsequent durchgezogen. Schön!

Anonym hat gesagt…

Anonym vom 24. Juni 2010 11:38,

Wohl immer noch nicht kapiert, das Notfallsanitäter ohne erlaubnis z.B. vom NOTARZT nicht selbstständig entscheiden dürfen! Ein Nfs darf ohne NA gleich viel, wie ein RS!

Diese Entscheidung kam vor zig Jahren von der Politik und Ärztekammer...

mfg

ein grüner hat gesagt…

zuerst dmit dem örk mauscheln, sich jetzt von den standesdünkeln der ärzte verschaukeln lassen! naja, was solls...

wer eu-richlinien zur vergabe öffentlicher dienstleistungen übersieht, kann gut & gerne auch mal das sanitätergesetz übersehen.

hierin klar geregelt: tätigkeiten von notfallsanitätern mit notfallkompetenzen. diese dürfen ohne anwesenheit eines arztes agieren, sofern sie zumindest einen notarzt hierüber verständigen.

dass die chefärzte des örk diese durch strenge organisationsinterne vorgaben bsiher unterbinden ist nur traurig. zählt aber genauso zur sicherung der eigenen macht wie das irrsinnige positionspaier der ärztekammer(standesvertretung! keine patientenvetretung!) oder die furcht der örk-häuptlinge vor der ausschreibung (jetzt schimpft amn dagegen, dass es absprachen zur wahrung des rettunsgbündnisses gibt).

meiner meinung nach einfach ein rießen sauhaufen von vetterlnwirtschaft, der ind iesem tal und seinen abzweigungen herrscht.

Anonym hat gesagt…

gebi, hast du bitte auch andere themen außer studenten und rettung? die anderen blogs sind nämlich für die katz - weil da schreibt ja monatelang niemand. wäre dir dankbar.

Anonym hat gesagt…

also das system war bisher eh gut. und dass die ärzte immer zu den anderen ärzten helfen, ist leider realität. übrigens nimmt das zum teil untragbare ausmaße an, weshalb auch immer wieder haarsträubende fehler - die für mich glattweg mord und keine "kunst"fehler sind, passieren.
wenn man privat jemand eine schwere körperverletzung zufügt, sitzt man - wenn ein arzt ohne eas den patienten zu sagen, diesen als regelrechtes versuchskaninchen missbraucht, hat man pech gehabt.

gottlob gibt es nun eine neue ärztliche leitung - weil schlechter als die vorherige kann wiohl keine andere sein. da wurde mediale praktisch ja alle tage von einem anderen skandal berichtet.

Anonym hat gesagt…

Wenn man es so bedenkt werden die Ärzte wieder so entscheiden, das die NFS nur unter Erlaubnis des Notarztes agieren dürfen, somit bleibt eigentlich fast alles beim alten, nur der Anbieter wird sich ändern sollte die Bietergemeinschaft es nicht bekommen...

@ein grüner,
es liegt nicht an den örk-chefärzten sondern an den gesamten Ärzten und der Politik in Österreich die entscheiden was ein NFS darf und nicht...

Ich kenne einen deutschen Rettungsassistent der nach Österreich kam, jetzt bei der Wiener Berufsrettung ist und was darf er? Ohne Erlaubnis des NA, geht da gar nichts. Also es bleibt beim alten... Siehe das PDF der Ärztekammer betreff Paramedics, das sieht man das die Ärztekammer (fast)das letzte Wort hat!