Dienstag, 23. Februar 2010

Sozialdemokratie fällt wieder um

Die Tiroler Sozialdemokratie ist wieder einmal umgefallen. Nicht, dass das besonders außergewöhnlich wäre, aber doch irgendwie erwähnenswert: Monatelang hatte die SPÖ erklärt, dem Landespolizeigesetz nicht zustimmen zu wollen, wenn es die Situation von SexarbeiterInnen verschlechtere. Nun ist genau das passiert: Mit dem Entwurf von VP-Landesrätin Zoller-Frischauf wurde der Straßenstrich weiter verboten und die Wohnungsprostitution wird noch strenger bestraft. Zudem gibt es neue Strafen für Werbung für Sexarbeit. Kurzum: Zuhälter werden mit diesem Gesetz gestärkt, SexarbeiterInnen in ihren Rechten geschwächt. Ich hatte von der Sozialdemokratie eigentlich erwartet, dass sie sich für die Schwächeren einsetzt, aber das ist offenbar nicht so.

Presseaussendung Gebi Mair und Christine Baur - Sexarbeit / Landespolizeigesetz


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Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ich bin überhaupt nicht deiner Meinung. Ich glaube nicht, dass durch Legalisierung des Straßenstriches das Zuhältertum bestraft wird. Ich fahre abends manchmal auf der Bachlechnerstraße bzw. Mitterweg und muss mit Bedauern feststellen, dass der Straßenstrich sich immer weiter ausweitet. Findest du das gut? Wenn es jetzt wirklich legalisiert wird, dann könnten ja theoretisch SexarbeiterInnen beim Goldenen Dachl auch auf Freier warten, oder? Was mir aber auffällt ist, dass ihr generell anderes denkt bzw. denken wollt und deshalb automatisch dagegen arbeitet, ob jetzt die Idee gut oder schlecht ist - Hauptsache dagegen!

Anonym hat gesagt…

endlich mal a gscheite idee von der landesrätin - und ihr seids dagegen.
boah, es seids echt so realistisch wie marsmandeln - sein dö nit ah grian? lol

Gebi Mair hat gesagt…

Wir sehen also trotz Verbot, dass es den Straßenstrich gibt. Welche Auswirkung hat das Verbot auf die SexarbeiterInnen? Das ist doch die eigentliche Frage. Die SexarbeiterInnen müssen zb Wuchermieten zahlen, weil es illegal ist, ihnen die Wohnung für Prostitution zur Verfügung zu stellen. Wer also will, dass es den SexarbeiterInnen besser geht, der/die sollte für die Legalisierung sein. Ob es dadurch mehr Prostitution gibt, das lässt sich vorher wahrscheinlich gar nicht seriös sagen.

Anonym hat gesagt…

das mag zutreffen - das verbot ist aber auch für einige eine gewisse hemmschwelle - es sollte nämlich sowohl der "sexarbeiterin" als auch dem freier bekannt sein, welche risiken sie bei einer prostituierten ohne deckel vom gesundheitsamt eingehen.

die zoller ist ja nit gegen die "sexarbeiterInnen" - sie würd notfalls soviel i weiß sogar zusätzliche bordelle genehmigen - sie ist nur gegen die geheimprostitution.

und gegen die sollten alle leute sein, auch die die sich für die sexarbeiterInnen stark machen - weil das schützt in erster linie diese frauen selbst.

dass man geheimprostitution nie ganz wegbringen wird, ist klar - aber jede/r sollte halt wissen welche risiken wer eingeht der hinter jeder ecke oder in jedem haus sein füßl hebt.

eine freigabe des strassenstrichs wäre meines erachtens geradezu für eine/n verantwortungsvollen politiker/in unvereinbar. ich muss dir sagen, i möcht auch nit, dass in jedem haus - oft auch wo kleine kinder sind - huren und freier ein und ausgehen. nit jeder hat wie du nämlich das privileg ein katholisches eliteinternat zu besuchen.