Die Rietzer und Mieminger Innauen seien sowieso nicht mehr so unbeeinflusst vom Menschen, wie sie einmal waren, argumentierten die Innsbrucker Kommunalbetriebe. Außerdem grabe sich der Inn aufgrund menschlicher Eingriffe immer tiefer in seine Rinne ein, weshalb es für die Au sinnvoll sei, ihn aufzustauen. Und es handle sich nur um ein sehr kleines Schutzgebiet. Und außerdem sei das bisschen Aufstauen keine Beeinträchtigung.
Die Innsbrucker Kommunalbetriebe wollten, um Geld zu sparen, die Staustufe für ein Laufkraftwerk am Inn direkt in den Rietzer und Mieminger Innauen bauen. Der Widerstand von WWF, Anrainergemeinden, den Grünen und nicht zuletzt von naturverbundenen Tirolerinnen und Tirolern hat dazu geführt, dass die Kraftwerkspläne verändert wurden. Nun wird das Kraftwerk einige Kilometer flussabwärts geplant, das Sonderschutzgebiet bleibt unberührt.
Hier gibt es Informationen zum wertvollen Sonderschutzgebiet, das durch engagierten Kampf für kommende Generationen bewahrt werden konnte. Wir Grüne haben, geführt von Gebhard Tschavoll und in Zusammenarbeit mit der Grünen Bildungswerkstatt am Wochenende eine Bildungswanderung in den Innauen durchgeführt - denn nur was man kennt, wird man auch in Zukunft schützen.
Montag, 15. Oktober 2012
Donnerstag, 11. Oktober 2012
System Matrei
Andreas Köll ist nicht nur Landtagsabgeordneter der ÖVP, Obmann von Günther Platters ÖAAB und Bürgermeister der höchstverschuldeten Gemeinde Matrei in Osttirol, sondern auch Geschäftsführer der Goldried Bergbahnen. Der Zusammenschluss der Goldried Bergbahnen mit dem Skigebiet Kals von Skikaiser Heinz Schultz (ja, der mit dem Switak-Penthouse) führte unter anderem dazu, dass der Landesrechnungshof sich genötigt sah, festzustellen, dass 42% der gesamten Tiroler Wirtschaftsförderung für Seilbahnen an Projekte von Schultz ging. Fraglich sei außerdem die rechtliche Zulässigkeit der Förderungen an Schultz und noch vieles mehr.
Eben dieser Andreas Köll trägt gerade wieder zu einem Bravourstück bei. Als ob es nicht genügen würde, dass Kölls Gemeinde Matrei an die 40 Millionen Euro Schulden hat, wie ein Prüfbericht der Bezirkshauptmannschaft kürzlich feststellen musste - nein, Köll muss sich auch in den Tourismusverband Osttirol einmischen.
Offenbar ist Köll nämlich der Ansicht, dass der Tourismusverband Osttirol auch noch zu wenig Schulden hat. Das Land als Aufsichtsbehörde hat zwar bereits mit der Zwangsverwaltung gedroht, Entschuldungspläne wurden gewälzt, Eigentum des Tourismusverbandes sichergestellt - kurzum: Dem Tourismusverband Osttirol stand auch bisher schon finanziell das Wasser bis zum Hals.
"Wenn ihr da dagegen seid, bin ich in Zukunft gegen jedes Projekt in Lienz" wird von Köll kolportiert. Das Hotel Goldried in Matrei zählt mit 574 Betten schon bisher zu den größten Hotels in Tirol. Nun soll es 200 weitere Betten bekommen. Und ein Schwimmbad. Und 2 Millionen Euro vom Tourismusverband. Wie bitte? Ja richtig. 2 Millionen Euro vom überschuldeten Tourismusverband. Ein Aufsichtsratsmitglied macht das nicht mit und ist zurückgetreten.
Als "System Matrei" bezeichnet die Tourismusabteilung des Landes, was dort gerade passiert. "König von Osttirol" nannte das Nachrichtenmagazin Echo Andreas Köll. Und im Oktober-Landtag gab es einen neuen Vorschlag: "Krampus von Matrei." Alles läuft aufs Gleiche hinaus: Wo dieses System zuschlägt, wird es teuer.
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Wirtschaft
Mittwoch, 10. Oktober 2012
So geht bio
Die Grüne Bio-Aktionswoche ist voll am Laufen - hier gibt's ein kleines Video dazu. Am Freitag Vormittag wird es eine Aktion am Bauernmark am Innsbrucker Sparkassenplatz geben, am Samstag eine Bildungswanderung durch die Rietzer und Mieminger Innauen - Informationen zur Teilnahme hier.
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Umwelt
Montag, 8. Oktober 2012
Einige Rettungs-Fragen
In der vergangenen Landtagssitzung habe ich einige Rettungs-Fragen an Landesrat Bernhard Tilg (VP) gerichtet. Nachdem er das Land Tirol ins Rettungs-Debakel geführt hat, stellt sich nämlich die Frage, wie wir hier wieder herauskommen. Hier einige der Fragen, die ich an Tilg gestellt habe:
1. Welche Rolle spielte der Jagdfreund von Christian Switak und Alfons Mensdorff-Pouilly, Christian Nordberg, bei der Ausschreibung des Rettungswesens in Tirol?
2. Welche vom Land beauftragten Gutachten niederländischer Universitäten liegen zum Rettungwesen in Tirol vor und welchen Inhalt haben sie?
3. Worin bestand die angebliche Leistungsadaption beim Rettungsdienst Tirol, nachdem der Ärztliche Leiter Rettungsdienst festgestellt hat, dass alle Ziele bereits vorher erfüllt waren?
4. Wer verschuldete die Mehrkosten im Rettungswesen, dass es zu einer Nachzahlung im Rahmen der Streitbeilegung kam?
5. Was sagen Sie dazu, dass das vom Land in Auftrag gegebene Gutachten zum Krankentransport zum Ergebnis kommt, dass die Qualität heute schlechter ist als vor der Ausschreibung?
6. Was tun Sie, wenn Falck die Klage gegen das Land Tirol gewinnt?
Bernhard Tilg zog es vor, keine einzige der Fragen zu beantworten. Ich habe ihm jedenfalls angekündigt, was ich machen werde, wenn Falck die Klage gegen das Land Tirol gewinnt. Dann werde ich höchstpersönlich einen Antrag im Landtag nach Artikel 64 der Tiroler Landesordnung stellen. Darin heißt es:
TLO Art. 64 "(5) Der Landtag kann Schadenersatzansprüche des Landes Tirol gegen die Mitglieder der Landesregierung mit Beschluß geltend machen."
1. Welche Rolle spielte der Jagdfreund von Christian Switak und Alfons Mensdorff-Pouilly, Christian Nordberg, bei der Ausschreibung des Rettungswesens in Tirol?
2. Welche vom Land beauftragten Gutachten niederländischer Universitäten liegen zum Rettungwesen in Tirol vor und welchen Inhalt haben sie?
3. Worin bestand die angebliche Leistungsadaption beim Rettungsdienst Tirol, nachdem der Ärztliche Leiter Rettungsdienst festgestellt hat, dass alle Ziele bereits vorher erfüllt waren?
4. Wer verschuldete die Mehrkosten im Rettungswesen, dass es zu einer Nachzahlung im Rahmen der Streitbeilegung kam?
5. Was sagen Sie dazu, dass das vom Land in Auftrag gegebene Gutachten zum Krankentransport zum Ergebnis kommt, dass die Qualität heute schlechter ist als vor der Ausschreibung?
6. Was tun Sie, wenn Falck die Klage gegen das Land Tirol gewinnt?
Bernhard Tilg zog es vor, keine einzige der Fragen zu beantworten. Ich habe ihm jedenfalls angekündigt, was ich machen werde, wenn Falck die Klage gegen das Land Tirol gewinnt. Dann werde ich höchstpersönlich einen Antrag im Landtag nach Artikel 64 der Tiroler Landesordnung stellen. Darin heißt es:
TLO Art. 64 "(5) Der Landtag kann Schadenersatzansprüche des Landes Tirol gegen die Mitglieder der Landesregierung mit Beschluß geltend machen."
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Sicherheit
Mittwoch, 3. Oktober 2012
Live-Stream aus der Landtagssitzung
Heute beginnt die Budget-Sitzung des Tiroler Landtages für das Budget 2013. Das Budget wird heute und morgen großes Thema sein. Am Freitag werden wir uns dann unter anderem mit dem Rettungswesen und den Nachzahlungen an die Bietergemeinschaft beschäftigen. Es kann gut sein, dass die Sitzung auch am Samstag noch weitergeht, weil wichtige Anträge zu debattieren sind, beispielsweise Anträge zur Luftqualität im Inntal oder zum Landesumweltanwalt.
Hier gab's den Livestream aus der Sitzung - demnächst kommen einige Videos zu Landtags-Highlights.
Hier gab's den Livestream aus der Sitzung - demnächst kommen einige Videos zu Landtags-Highlights.
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Landtagssitzungen
Dienstag, 2. Oktober 2012
Wir waren da, aber wo war der Landesrat?
Für gestern 10 Uhr hatten wir Grüne den Landesrat in spe der SPÖ, Thomas Pupp, zu einem Hearing vor der Wahl eingeladen. Wir wollten ihm Fragen stellen über seine politischen Vorhaben und Ansichten. Und anschließend entscheiden, ob wir ihn wählen oder nicht. Die Geschäftsordnung des Landtages sieht nämlich vor, dass zuerst die Wahl stattfindet und man erst danach Fragen stellen kann.
In zivilisierten Parlamenten wie dem EU-Parlament ist es Standard, dass sich Kommissionsmitglieder vor ihrer Wahl einem Hearing stellen müssen und die Abgeordneten unter Beteiligung der Öffentlichkeit Fragen stellen können.
In Tirol war zuletzt Landesrat Johannes Tratter (ÖVP) nicht mutig genug, sich einem Hearing zu stellen. Nun bewies auch der designierte SPÖ-Landesrat wenig Cojones und kam lieber nicht.
Wir waren jedenfalls da, und wir hatten auch Fragen vorbereitet. Vor allem zu Naturschutzthemen: Vom Piz Val Gronda über die Stärkung des Landesumweltanwaltes, den Schutz der Ruhegebiete, das bedrohte Tiroler Naturschutzgesetz, die Söller Wiesen, Lift- und Seilbahnprojekte, das Müllfahrverbot auf der Autobahn oder auch Fragen zu Energiesparen und Wärmedämmung in der Wohnbauförderung. Allein: Thomas Pupp kam nicht. Und wird deshalb auch unsere Stimmen nicht bekommen.
In zivilisierten Parlamenten wie dem EU-Parlament ist es Standard, dass sich Kommissionsmitglieder vor ihrer Wahl einem Hearing stellen müssen und die Abgeordneten unter Beteiligung der Öffentlichkeit Fragen stellen können.
In Tirol war zuletzt Landesrat Johannes Tratter (ÖVP) nicht mutig genug, sich einem Hearing zu stellen. Nun bewies auch der designierte SPÖ-Landesrat wenig Cojones und kam lieber nicht.
Wir waren jedenfalls da, und wir hatten auch Fragen vorbereitet. Vor allem zu Naturschutzthemen: Vom Piz Val Gronda über die Stärkung des Landesumweltanwaltes, den Schutz der Ruhegebiete, das bedrohte Tiroler Naturschutzgesetz, die Söller Wiesen, Lift- und Seilbahnprojekte, das Müllfahrverbot auf der Autobahn oder auch Fragen zu Energiesparen und Wärmedämmung in der Wohnbauförderung. Allein: Thomas Pupp kam nicht. Und wird deshalb auch unsere Stimmen nicht bekommen.
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| Der Stuhl von Thomas Pupp blieb leer. Wir waren da: Gebi Mair, Ingrid Felipe, Christine Baur, Georg Willi |
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Landtagssitzungen
Montag, 1. Oktober 2012
Ischgler Seilbahner mit falschen Angaben
Wenn man einen Bescheid unter Vorspiegelung falscher Tatsachen erwirkt, was passiert dann mit dem Bescheid?
Die Ischgler Seilbahner gaben an, 1,3 Kilometer neue Skipiste vom Piz Val Gronda samt Lift bauen zu wollen, und zwar ins Vesiltal. Das Vesiltal ist auf einer Talseite bereits mit Liften erschlossen. Die Landesregierung stellte daraufhin einen Bescheid aus, der Lift und Piste genehmigte. Und gleichzeitig wurde in den Bescheid hineingeschrieben, dass mittel geeigneter baulicher Maßnahmen dafür gesorgt werden muss, dass die SkifahrerInnen tatsächlich ins Vesiltal abfahren und nicht über den Nordrücken des Piz Val Gronda oder direkt ins Fimbatal.
Nun ließen die Seilbahner - die Tinte unter dem Bescheid ist noch kaum trocken - die Maske fallen: Es gehe darum, mit dem Lift auf den Piz Val Gronda das neue Freeride-Gebiet Fimbatal zu erschließen.
Damit haben sich die Voraussetzungen grundlegend geändert: Wenn es um eine neue Freeride-Area geht, dann muss auch darum angesucht werden. So werden nämlich die Grenzen des Skigebietsprogramms gesprengt, und damit widerspricht das Projekt auch den Seilbahngrundsätzen des Landes. Das Ansuchen wäre niemals genehmigungsfähig gewesen.
Wie reagiert die Landesregierung, wenn ihr nur eine Woche nach ihrer Entscheidung gesagt wird, dass man sie getäuscht hat? Lässt sich die Regierung täuschen? Oder reagiert sie darauf entsprechend? Der Bescheid muss zurück, das ist keine Frage. Und das Fimbatal muss zum Schutzgebiet erklärt werden.
Die Ischgler Seilbahner gaben an, 1,3 Kilometer neue Skipiste vom Piz Val Gronda samt Lift bauen zu wollen, und zwar ins Vesiltal. Das Vesiltal ist auf einer Talseite bereits mit Liften erschlossen. Die Landesregierung stellte daraufhin einen Bescheid aus, der Lift und Piste genehmigte. Und gleichzeitig wurde in den Bescheid hineingeschrieben, dass mittel geeigneter baulicher Maßnahmen dafür gesorgt werden muss, dass die SkifahrerInnen tatsächlich ins Vesiltal abfahren und nicht über den Nordrücken des Piz Val Gronda oder direkt ins Fimbatal.
Nun ließen die Seilbahner - die Tinte unter dem Bescheid ist noch kaum trocken - die Maske fallen: Es gehe darum, mit dem Lift auf den Piz Val Gronda das neue Freeride-Gebiet Fimbatal zu erschließen.
| Skigebietsgrenzen (blau) laut Skigebietsprogramm Land Tirol |
Wie reagiert die Landesregierung, wenn ihr nur eine Woche nach ihrer Entscheidung gesagt wird, dass man sie getäuscht hat? Lässt sich die Regierung täuschen? Oder reagiert sie darauf entsprechend? Der Bescheid muss zurück, das ist keine Frage. Und das Fimbatal muss zum Schutzgebiet erklärt werden.
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Umwelt
Donnerstag, 27. September 2012
Zur Rettung? Nichts zu sagen
Kommende Woche tritt der Tiroler Landtag zusammen und soll zusätzliche Millionen für das Rettungswesen in Tirol beschließen. Das Geld ist einerseits zur Streitabgeltung für die Zeit seit Juli 2011, andererseits für "Leistungsadaptionen" im Rettungswesen. In Summe viele Millionen Euro. Gegen diese Vorgangsweise gibt es bekanntlich eine Klage des Rettungskonzerns Falck, die das Land Tirol wieder viel Geld und vielleicht sogar eine Neuausschreibung des Rettungswesens kosten kann.
Man möchte meinen: Genug Grund, ausführlich mit den Abgeordneten zu diskutieren. Für morgen wurde deshalb schon vor einiger Zeit der zuständige Landtagsausschuss einberufen, um über das Rettungswesen in Tirol ein Jahr nach der Ausschreibung zu informieren und zu diskutieren.
Gestern staunte ich nicht schlecht, flatterte doch dieses Schreiben in meine Mailbox. Die Sitzung des Ausschusses ist abgesagt!
Der Landtag soll kommende Woche zwar beschließen, zum Thema Rettung hat der zuständige Landesrat Bernhard Tilg (VP) aber offenbar nichts zu sagen. Dabei wären durchaus einige Fragen offen finde ich. Krisenmanagement? Fehlanzeige bei Tilg. Zum Glück ist er nicht selbst bei der Rettung, er wäre mit stressigen Situationen wohl überfordert.
Schade eigentlich, dass nicht Tilg gestern seinen Rücktritt angekündigt hat, sondern Landeshauptmannstellvertreter Anton Steixner. Bei allen Konflikten rund um Agrargemeinschaften und Co, wo ich häufig nicht seine Position vertreten habe, war Steixner doch einer der helleren Köpfe in dieser Regierung, und mit seinem Ausscheiden verliert die Landesregierung ihre restliche Kompetenz im Thema öffentlicher Verkehr. Es bleiben Landesräte wie Bernhard Tilg. Offenbar sind die 37%, die die ÖVP derzeit in den Umfragen hat noch viel zu viel.
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Dienstag, 25. September 2012
Günther Platter verkauft .tirol
Über die Neutralität des Internets gibt es eine vielschichtige Diskussion. Das beginnt bei der Netzneutralität, also der wertneutralen Übertragung von Daten im Internet, im Unterschied zur Bevorzugung bestimmter Daten, die dann schneller übertragen würden. Die Diskussion geht weiter über die Suchmaschinenneutralität, wo es um die Frage geht, ob es neben den kommerziellen Anbietern auch öffentliche Suchmaschinen geben sollte, die neutrale Ergebnisse liefern anstelle der von den Interessen der kommerziellen Anbieter gefärbten. Und die Frage der Top Level Domains ist ebenso eine Frage der Neutralität, oder konkret: Wem gehören die Domain-Endungen wie .at, .com oder .info. Und nachdem von der ICANN als private Nonprofit-Organisation entschieden wurde, neue generische Top Level Domains einzuführen, geht es nun auch um die Frage, wem die Endung .tirol gehört.
Von der ICANN wurde eine Liste der Antragesteller für die gTLDs veröffentlich, sie findet sich hier. Und als Antragsteller für .tirol findet sich hier nicht die Tirol Werbung oder etwa das Land Tirol, sondern eine Gesellschaft der Moser Holding. Und diese Gesellschaft namens "punkt Tirol GmbH" tut dies nicht alleine, sondern mit Unterstützung von Landeshauptmann Günther Platter, wie Markus Wilhelm hier aufdeckt. Holpriges Englisch inklusive.
Ich habe deshalb in dieser Angelegenheit eine schriftliche Anfrage im Tiroler Landtag eingebracht: Wie kommt Günther Platter eigentlich dazu, eine private Firma dabei zu unterstützen, die Domainendung .tirol zu erhalten? Welche Kosten werden auf Tiroler Unternehmen, Tiroler Gemeinden oder das Land Tirol selbst für die Nutzung zukommen? Allein die Registrierung von .tirol wird nämlich an die 200.000 Euro kosten, und es ist davon auszugehen, dass vom neuen Eigentümer versucht wird, damit Geld zu verdienen. Und eine Reihe weitere Fragen, auf deren Beantwortung ich gespannt bin.
Gibt es ein sinnigeres Bild dafür, wie Günther Platter mit diesem Land umgeht? .tirol verkauft an Freunde. Freunde übrigens, die sich nicht zu sehr freuen sollten über den Coup, der ihnen hier gelungen ist. Denn bei der nächsten Entscheidung wird Platter an andere Freunde denken, und die Entscheidung wird genauso intransparent fallen wie diese. Diesen Zustand der Freunderlwirtschaft wollten wir eigentlich mittels Rechtsstaat und transparentem Vergabewesen überwinden.
Andere Länder mögen transparent arbeiten, du glückliches Tirol hast Günther Platter.
Von der ICANN wurde eine Liste der Antragesteller für die gTLDs veröffentlich, sie findet sich hier. Und als Antragsteller für .tirol findet sich hier nicht die Tirol Werbung oder etwa das Land Tirol, sondern eine Gesellschaft der Moser Holding. Und diese Gesellschaft namens "punkt Tirol GmbH" tut dies nicht alleine, sondern mit Unterstützung von Landeshauptmann Günther Platter, wie Markus Wilhelm hier aufdeckt. Holpriges Englisch inklusive.
Ich habe deshalb in dieser Angelegenheit eine schriftliche Anfrage im Tiroler Landtag eingebracht: Wie kommt Günther Platter eigentlich dazu, eine private Firma dabei zu unterstützen, die Domainendung .tirol zu erhalten? Welche Kosten werden auf Tiroler Unternehmen, Tiroler Gemeinden oder das Land Tirol selbst für die Nutzung zukommen? Allein die Registrierung von .tirol wird nämlich an die 200.000 Euro kosten, und es ist davon auszugehen, dass vom neuen Eigentümer versucht wird, damit Geld zu verdienen. Und eine Reihe weitere Fragen, auf deren Beantwortung ich gespannt bin.
Gibt es ein sinnigeres Bild dafür, wie Günther Platter mit diesem Land umgeht? .tirol verkauft an Freunde. Freunde übrigens, die sich nicht zu sehr freuen sollten über den Coup, der ihnen hier gelungen ist. Denn bei der nächsten Entscheidung wird Platter an andere Freunde denken, und die Entscheidung wird genauso intransparent fallen wie diese. Diesen Zustand der Freunderlwirtschaft wollten wir eigentlich mittels Rechtsstaat und transparentem Vergabewesen überwinden.
Andere Länder mögen transparent arbeiten, du glückliches Tirol hast Günther Platter.
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Sonntag, 23. September 2012
Falck klagt geheim
Hier waren bis eben Auszüge aus der Falck-Klage gegen das Land Tirol zu finden. Falcks Anwälte haben mir aber mitgeteilt, dass sie darin eine Verletzung des Urheberrechts sehen. Ich haben sie deshalb einstweilen vom Netz genommen, werde die Sache rechtlich prüfen und habe schon eine Idee, wie die Klage wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden könnte. Die bedarf aber noch einer genauen rechtlichen Untersuchung - einstweilen gibt es hier also nichts zu sehen, demnächst aber hoffentlich bald wieder.
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Samstag, 22. September 2012
Tilgs Rettung wird teuer: Falck klagt
18 Seiten lang sei die Beschwerde, die der dänische Rettungskonzern Falck beim Unabhängigen Verwaltungssenat gegen das Land Tirol eingebracht habe, berichtet die Presse. Und sie habe es in sich. Sie zielt nämlich auf nichts weniger als die Ausschreibung des Rettungswesens in Tirol neu aufzurollen. Oder sich den Streit teuer abkaufen zu lassen.
Die Hintergründe sind im Presse-Artikel gut beschrieben, inklusive der Jagd-Freundschaften von Christian Switak (VP) und Ausschreibungs-Anwalt Christian Nordberg, der bereits wegen des Behördenfunks Tetron Gast vor dem Korruptions-Untersuchungsausschuss im Nationalrat war.
Das Corpus Delicti der Beschwerde ist die millionenschwere Nachzahlung des Landes Tirol an die Bietergemeinschaft Rettungsdienst Tirol. Darin gibt es einige Kernsätze, aus denen klar wird, warum Falck gute Chancen mit seiner Beschwerde hat; diese hier beispielsweise:
Ich bin der Überzeugung, dass die Öffentlichkeit ein Anrecht auf diese wichtigen Informationen hat und veröffentliche deshalb hier den gesamten Regierungsantrag.
Ich befürchte, dass Falck jedenfalls gute Chancen hat mit seiner Beschwerde. Wenn nicht vor dem unabhängigen Verwaltungssenat, dann spätestens vor der EU-Kommission, die ein Vertragsverletzungsverfahren einleiten würde. Dann wird es für das Land Tirol richtig teuer. Und zu verdanken haben wir das Landesrat Bernhard Tilg (ÖVP). Er wollte ja nicht hören.
Weitere Hintergründe und Dokumente gibt es demnächst hier im Blog. Der Landtag wird in seiner Oktober-Sitzung über den Regierungsantrag abstimmen.
Die Hintergründe sind im Presse-Artikel gut beschrieben, inklusive der Jagd-Freundschaften von Christian Switak (VP) und Ausschreibungs-Anwalt Christian Nordberg, der bereits wegen des Behördenfunks Tetron Gast vor dem Korruptions-Untersuchungsausschuss im Nationalrat war.
Das Corpus Delicti der Beschwerde ist die millionenschwere Nachzahlung des Landes Tirol an die Bietergemeinschaft Rettungsdienst Tirol. Darin gibt es einige Kernsätze, aus denen klar wird, warum Falck gute Chancen mit seiner Beschwerde hat; diese hier beispielsweise:
„Herr
Landesrat DI Dr. Bernhard Tilg wird ermächtigt, ein von der
Auftragnehmerin innerhalb dieser Rahmenbedingungen zu stellendes
Angebot anzunehmen.“
„Die
angedachten Leistungen entsprechen Kap. 7 Teil III des
Rettungsdienstvertrages vom 14.7.2010, womit sie in der, der Vergabe
des Leistungsvertrages zu Grunde liegenden Ausschreibung bereits
vorgesehen waren. Die Leistungsadaption steht daher in Einklang mit
vergaberechtlichen Vorschriften.“
Ich bin der Überzeugung, dass die Öffentlichkeit ein Anrecht auf diese wichtigen Informationen hat und veröffentliche deshalb hier den gesamten Regierungsantrag.
Ich befürchte, dass Falck jedenfalls gute Chancen hat mit seiner Beschwerde. Wenn nicht vor dem unabhängigen Verwaltungssenat, dann spätestens vor der EU-Kommission, die ein Vertragsverletzungsverfahren einleiten würde. Dann wird es für das Land Tirol richtig teuer. Und zu verdanken haben wir das Landesrat Bernhard Tilg (ÖVP). Er wollte ja nicht hören.
Weitere Hintergründe und Dokumente gibt es demnächst hier im Blog. Der Landtag wird in seiner Oktober-Sitzung über den Regierungsantrag abstimmen.
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Sicherheit
Freitag, 21. September 2012
Autofreier Tag 2012
Mit einer kleinen Aktion in der Innsbrucker Innenstadt haben wir heute auf den morgigen 22. September, den autofreien Tag verwiesen und uns mit Äpfeln bei den Öffi-PendlerInnen bedankt. Also: nimm Autofrei!
Übrigens: Wer morgen in einem Tiroler Öffi ein Einzelticket löst, darf dies auf der gewählten Strecke als Tageskarte nutzen. Und in Innsbruck ist morgen ein Einzelfahrschein eine Tageskarte für das gesamte Stadtgebiet. Mehr Infos unter www.vvt.at
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Verkehr
Donnerstag, 20. September 2012
"Es ist hinzuweisen"
Die Landesregierung hat sich darauf verständigt, den 30 Jahre währenden Kampf gegen die Erschließung des Piz Val Gronda für das Skigebiet von Ischgl per Federstrich zu beenden. Mittels Bescheid wurde die Erschließung genehmigt.
Wer die Gegend kennt, weiß worum es den Ischgler Touristikern geht. Nicht um die 1,3 Kilometer zusätzliche Piste, damit man statt 238 Kilometern zukünftig 239,3 Pistenkilometer hat. Sondern darum, dass von der Bergstation des Piz Val Gronda das gesamte Fimbatal rund um die Heidelberger Hütte als Gebiet für Freerider erschlossen wird. Damit wird auch der naturnahe Tourismus dort enden.
Umso interessanter ist es, zu sehen wie im Erschließungsbescheid dieser Gefahr begegnet wird: Mit einer Augenauswischerei. Ob die einen einzigen Skifahrer oder eine einzige Skifahrerin von der Abfahrt abhalten wird?
Wer die Gegend kennt, weiß worum es den Ischgler Touristikern geht. Nicht um die 1,3 Kilometer zusätzliche Piste, damit man statt 238 Kilometern zukünftig 239,3 Pistenkilometer hat. Sondern darum, dass von der Bergstation des Piz Val Gronda das gesamte Fimbatal rund um die Heidelberger Hütte als Gebiet für Freerider erschlossen wird. Damit wird auch der naturnahe Tourismus dort enden.
Umso interessanter ist es, zu sehen wie im Erschließungsbescheid dieser Gefahr begegnet wird: Mit einer Augenauswischerei. Ob die einen einzigen Skifahrer oder eine einzige Skifahrerin von der Abfahrt abhalten wird?
- Im Ausstiegsbereich der Bergstation ist durch klar erkenntliche Information darauf hinzuweisen, dass eine Abfahrt über den Nordrücken des Piz Val Gronda die dort vorkommenden seltenen Pflanzenarten zerstört und deshalb verboten ist. Es ist außerdem durch geeignete Absperrmaßnahmen im Bergstationsbereich (bis 10 m Abstand vom Gebäude) Sorge zu tragen, dass eine Abfahrt über den bzw. ein Queren zum Nordrücken des Piz Val Gronda verhindert wird.
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Umwelt
Mittwoch, 19. September 2012
Die Umweltpartei, dringender denn je
Hoch über Innsbruck, in der Bergwelt des Karwendel haben wir Tiroler Grüne gestern in einer Klubklausur unsere Schwerpunkte für den Herbst festgelegt. Und der heutige Tag bestätigt uns: Es braucht uns Grüne als Umweltpartei, dringender denn je.
Heute hat die Landesregierung nämlich ihre Entscheidung bekannt gegeben, die lifttechnische Erschließung des Piz Val Gronda zu genehmigen. Damit zeigt sich: Der Umgang dieser Regierung mit unsrer Natur kann nur mehr als fahrlässig bezeichnet werden. Daran konnten weder der Einspruch des Landesumweltanwaltes noch die Verweise auf die schützenswerte Tier- und Pflanzenwelt etwas ändern: Es wird erschlossen. Bekanntlich nicht das einzige Projekt im Land in der heurigen Saison.
Das ist kein starker Einstieg des neuen Umweltlandesrates Thomas Pupp (SPÖ) und leider auch ein schwacher Abgang von Hannes Gschwentner, der ihm diese Last abnimmt, zu Gunsten des Koalitionsfriedens und auf Kosten der Umwelt.
Eine ausführliche Auflistung, wie dieses Liftprojekt die Tiroler Natur gefährdet, gibt es hier auf den Seiten des Alpenvereins, inklusive Bilder, Grafiken und der Möglichkeit, Protestbriefe an die Regierung zu richten.
In der gestrigen Klausur haben wir besprochen, wie wir uns noch stärker als jene Partei in Tirol positionieren können, die die Schönheit Tirols bewahrt. Eine Reihe guter Ideen wurde fixiert und werden den politischen Herbst in Tirol beleben.
Heute hat die Landesregierung nämlich ihre Entscheidung bekannt gegeben, die lifttechnische Erschließung des Piz Val Gronda zu genehmigen. Damit zeigt sich: Der Umgang dieser Regierung mit unsrer Natur kann nur mehr als fahrlässig bezeichnet werden. Daran konnten weder der Einspruch des Landesumweltanwaltes noch die Verweise auf die schützenswerte Tier- und Pflanzenwelt etwas ändern: Es wird erschlossen. Bekanntlich nicht das einzige Projekt im Land in der heurigen Saison.
Das ist kein starker Einstieg des neuen Umweltlandesrates Thomas Pupp (SPÖ) und leider auch ein schwacher Abgang von Hannes Gschwentner, der ihm diese Last abnimmt, zu Gunsten des Koalitionsfriedens und auf Kosten der Umwelt.
Eine ausführliche Auflistung, wie dieses Liftprojekt die Tiroler Natur gefährdet, gibt es hier auf den Seiten des Alpenvereins, inklusive Bilder, Grafiken und der Möglichkeit, Protestbriefe an die Regierung zu richten.
In der gestrigen Klausur haben wir besprochen, wie wir uns noch stärker als jene Partei in Tirol positionieren können, die die Schönheit Tirols bewahrt. Eine Reihe guter Ideen wurde fixiert und werden den politischen Herbst in Tirol beleben.
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Umwelt
Montag, 17. September 2012
Ein verstecktes Nicht Genügend
Nicht immer sind die Ergebnisse politischen Handelns sofort und für alle sichtbar. Manchmal sind sie auch etwas versteckt, aber deshalb können sie genauso dramatisch sein. Eines dieser dramatischen Ergebnisse österreichischer Politik versteckt sich in der Studierenden-Sozialerhebung 2011: Vom Jahr 2006 bis zum Jahr 2011 ging die Anzahl der Studierenden, die Studienbeihilfe erhalten, von 19% auf 14% zurück.
Das bedeutet, dass die Studienbeihilfe signifikant weniger Studierenden zu Gute kommt. Vom Ausbau der Beihilfen, wie beständig versprochen, kann also keine Rede sein. Dabei wurden in diesem Zeitraum die Studien gestrafft ("verschult") und mehr Pflichtanwesenheiten in den Lehrveranstaltungen eingefordert. Also weniger Zeit für die Studierenden, selbst Geld zu verdienen. Mit einem Stipendiensystem, von dem so wenige Studierende profitieren hat sich meines Erachtens auch die Diskussion über Studiengebühren erledigt. Wenn nämlich nur 14% Unterstützung erhalten, dann geht das derzeitige System der Studienbeihilfe offenbar davon aus, dass 86% der Studierenden keine finanziellen Probleme während des Studiums haben. Wenn ich da an Studierende in Innsbruck und die Wohnungspreise denke, dann kommt mir das jedenfalls anders vor.
Das bedeutet, dass die Studienbeihilfe signifikant weniger Studierenden zu Gute kommt. Vom Ausbau der Beihilfen, wie beständig versprochen, kann also keine Rede sein. Dabei wurden in diesem Zeitraum die Studien gestrafft ("verschult") und mehr Pflichtanwesenheiten in den Lehrveranstaltungen eingefordert. Also weniger Zeit für die Studierenden, selbst Geld zu verdienen. Mit einem Stipendiensystem, von dem so wenige Studierende profitieren hat sich meines Erachtens auch die Diskussion über Studiengebühren erledigt. Wenn nämlich nur 14% Unterstützung erhalten, dann geht das derzeitige System der Studienbeihilfe offenbar davon aus, dass 86% der Studierenden keine finanziellen Probleme während des Studiums haben. Wenn ich da an Studierende in Innsbruck und die Wohnungspreise denke, dann kommt mir das jedenfalls anders vor.
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Freitag, 14. September 2012
Den RetterInnen das Leben leichter machen
Bei der Rettung sind engagierte Menschen am Werk, viele von ihnen ehrenamtlich. Ihnen sollte man das Leben möglichst leicht machen, und nicht möglichst schwer.
Dass RetterInnen nicht andauernd im Rettungsauto sitzen ist auch klar. Sie sitzen manchmal auf der Wache oder sind im Freien draußen. Dann haben sie aber ihren Pager mit, der sie über Einsätze informiert.
Bis vor Kurzem wurden den RetterInnen die notwendigen Informationen auf ihren Pager gesendet: Wo ist der Einsatz und welche Art von Einsatz ist es? Das hat die Leitstelle nun geändert. Nun steht am Pager nur mehr, um welche Art von Einsatz es sich handelt. Die RetterInnen müssen also ins Auto und dort am CarPC erst einmal nachschauen, wo es hingeht.
Wichtige Sekunden gehen so für die RetterInnen verloren, der Stress steigt. Angeblich soll es deshalb sogar schon zu Problemen bei der Anfahrt gekommen sein, weil in der Stresssituation falsch reagiert wurde. Wollen wir hoffen, dass nichts Ernsthaftes passiert ist.
Ein engagierter Rettungssanitäter hat sich die Arbeit gemacht, nachzuweisen dass die Argumente der Leitstelle für die verkürzte Alarmierung falsch sind. Nachzulesen in einer ausführlichen Analyse hier. Und wer den RetterInnen das Leben leichter machen und jede Sekunde im Notfall nutzen will, der führt sich seine Argumente genau zu Gemüt. Ob Leitstelle und der zuständige Landesrat Tilg darauf reagieren werden?
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Donnerstag, 13. September 2012
Eine redaktionelle Leistung
Heute in der Tiroler Tageszeitung etwa gibt es eine "Sonderpublikation" zum Thema Musikschulen. Die ist ganz wunderbar. Aber wofür braucht es darin eigentlich das Foto mit der Landesrätin? Lernt deshalb jemand lieber ein Instrument? Oder werden Menschen davon vielleicht eher abgeschreckt?
Bevor man sich in der ÖVP jetzt bemüht, ich habe schon einen Erklärungsvorschlag: "Sonderpublikation" bedeutet, dass zwar alle Beiträge der Doppelseite bezahlt wurden, aber ausgerechnet das Foto nicht. Das ist eine redaktionelle Leistung. Fragt sich nur: Was war die Gegenleistung?

Die abgebildete Landesrätin teilt übrigens über ihr Büro heute mit: "die Sonderbeilage in der TT zum Thema Musikschulen und Musikinstrumente ist eine Eigenproduktion der Moserholding, welche die hervorragenden Leistungen und die tolle Arbeit der Tiroler Musikschulen darstellt. Es wurden dafür keine Landesmittel aufgewendet. Laut TT stehen auch keinerlei sonstige Zahlungen oder Gegenleistungen hinter dieser Doppelseite."
Genau wie ich der ÖVP empfohlen hatte erklärt sie also: Das Foto wurde nicht bezahlt, sondern ist eine redaktionelle Leistung. Und es stellt sich die Frage, was die Gegenleistung der Landesregierung dafür ist. Dass für das Foto Geld überwiesen wird, braucht ja niemand zu glauben. Aber die Landesrätin wird an die Zeitung denken, die sie so freundlich ins Bild gesetzt hat, wenn sie wieder einmal Inserate zu vergeben hat.
Die abgebildete Landesrätin teilt übrigens über ihr Büro heute mit: "die Sonderbeilage in der TT zum Thema Musikschulen und Musikinstrumente ist eine Eigenproduktion der Moserholding, welche die hervorragenden Leistungen und die tolle Arbeit der Tiroler Musikschulen darstellt. Es wurden dafür keine Landesmittel aufgewendet. Laut TT stehen auch keinerlei sonstige Zahlungen oder Gegenleistungen hinter dieser Doppelseite."
Genau wie ich der ÖVP empfohlen hatte erklärt sie also: Das Foto wurde nicht bezahlt, sondern ist eine redaktionelle Leistung. Und es stellt sich die Frage, was die Gegenleistung der Landesregierung dafür ist. Dass für das Foto Geld überwiesen wird, braucht ja niemand zu glauben. Aber die Landesrätin wird an die Zeitung denken, die sie so freundlich ins Bild gesetzt hat, wenn sie wieder einmal Inserate zu vergeben hat.
Dienstag, 11. September 2012
Wie man das Land schützt (oder nicht)
Manchmal muss man sich doch wundern, wie die Regierung mit unserem Land umgeht. Nun hat sie eine Novelle zum Naturschutzgesetz vorgelegt, nur zum Beispiel.
Darin steht doch allen Ernstes, dass in Zukunft in Ruhegebieten Baulärm nicht mehr als Lärm gilt. Dabei hat das Lärmverbot in Ruhegebieten während der Bauzeit bisher viele Betonierer von Projektideen in diesen sensiblen Naturräumen abgehalten. Nun scheint der Baulärm nicht störend zu sein, dabei können manche Baustellen - man denke nur an Kraftwerke - durchaus mehrere Jahre bestehen. So wird der Schutz des Landes massiv aufgeweicht.
Und dann noch das: Im Gesetz gibt es Verfahrensbefreiungen bis 2.500 Quadratmeter, die sich beispielsweise für Müllumladestationen auswirken. Wer eine Müllumladestation mit 2.499 Quadratmetern errichten will, braucht kein naturschutzrechtliches Verfahren. Wer aber eine Solaranlage mit 3 Quadratmetern errichten will, braucht ein Verfahren. Bei Solaranlagen gilt nämlich die Grenze schon ab 2 Quadratmetern. Gegen Solaranlagen wird die Umwelt geschützt, gegen Müllumladestationen nicht. Soll sich einer auskennen. Da fehlt es gröber am Verständnis, was Tirol und seine Bevölkerung brauchen.
Darin steht doch allen Ernstes, dass in Zukunft in Ruhegebieten Baulärm nicht mehr als Lärm gilt. Dabei hat das Lärmverbot in Ruhegebieten während der Bauzeit bisher viele Betonierer von Projektideen in diesen sensiblen Naturräumen abgehalten. Nun scheint der Baulärm nicht störend zu sein, dabei können manche Baustellen - man denke nur an Kraftwerke - durchaus mehrere Jahre bestehen. So wird der Schutz des Landes massiv aufgeweicht.
Und dann noch das: Im Gesetz gibt es Verfahrensbefreiungen bis 2.500 Quadratmeter, die sich beispielsweise für Müllumladestationen auswirken. Wer eine Müllumladestation mit 2.499 Quadratmetern errichten will, braucht kein naturschutzrechtliches Verfahren. Wer aber eine Solaranlage mit 3 Quadratmetern errichten will, braucht ein Verfahren. Bei Solaranlagen gilt nämlich die Grenze schon ab 2 Quadratmetern. Gegen Solaranlagen wird die Umwelt geschützt, gegen Müllumladestationen nicht. Soll sich einer auskennen. Da fehlt es gröber am Verständnis, was Tirol und seine Bevölkerung brauchen.
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Freitag, 7. September 2012
Ein Schutzwall für die Switaks des Landes
Der Fall Christian Switak (VP) hat der Landesregierung einen ordentlichen Schrecken eingejagt. Nicht Switak und sein Handeln selbst natürlich, sondern die Tatsache, dass ein Teil seines Handelns aufgedeckt wurde.
Nachdem die engen Verbindungen des Seilbahnlandesrates zum Seilbahnkaiser Heinz Schultz klar wurden - Schultz-Penthouse inklusive - wäre um ein Haar ein Untersuchungsausschuss eingerichtet worden. Leider zog die FPÖ dabei nicht mit. Aber dennoch, der Schrecken saß der Regierung in die Knochen.
Nun beginnt der Gegenschlag: Die Landesregierung hat eine Novelle zur Landesverfassung vorgeschlagen, in der die Untersuchungsausschüsse neu geregelt werden, hier nachzulesen. Wichtigste Änderung: Regierungsmitglieder selbst sollen nicht mehr Gegenstand eines Untersuchungsverfahrens sein können.
Dazu muss man wissen: Nach dem Entwurf sollen Untersuchungsausschüsse nur mehr "behauptete Missstände in der Verwaltung" untersuchen können. Der Verfassungsdienst des Landes Tirol ist dabei gleichzeitig der Auffassung, dass das Handeln der Regierung, beispielsweise bei der Vorbereitung von Gesetzen nicht "Verwaltung" ist, sondern bereits Teil der Gesetzgebung.
Wenn sich nun beispielsweise ein Regierungsmitglied bestechen ließe für einen bestimmen Gesetzentwurf - ein Untersuchungsausschuss des Tiroler Landtages könnte das nicht mehr untersuchen. Nicht die einzige Verschlechterung in diesem Entwurf, aber eine wesentliche.
Angesichts ihrer Skandale beschließt die Koalition aus ÖVP und SPÖ, Untersuchungsausschüsse in Tirol für immer abzudrehen. Das ist der wirkliche Skandal.
Nachdem die engen Verbindungen des Seilbahnlandesrates zum Seilbahnkaiser Heinz Schultz klar wurden - Schultz-Penthouse inklusive - wäre um ein Haar ein Untersuchungsausschuss eingerichtet worden. Leider zog die FPÖ dabei nicht mit. Aber dennoch, der Schrecken saß der Regierung in die Knochen.
Nun beginnt der Gegenschlag: Die Landesregierung hat eine Novelle zur Landesverfassung vorgeschlagen, in der die Untersuchungsausschüsse neu geregelt werden, hier nachzulesen. Wichtigste Änderung: Regierungsmitglieder selbst sollen nicht mehr Gegenstand eines Untersuchungsverfahrens sein können.
Dazu muss man wissen: Nach dem Entwurf sollen Untersuchungsausschüsse nur mehr "behauptete Missstände in der Verwaltung" untersuchen können. Der Verfassungsdienst des Landes Tirol ist dabei gleichzeitig der Auffassung, dass das Handeln der Regierung, beispielsweise bei der Vorbereitung von Gesetzen nicht "Verwaltung" ist, sondern bereits Teil der Gesetzgebung.
Wenn sich nun beispielsweise ein Regierungsmitglied bestechen ließe für einen bestimmen Gesetzentwurf - ein Untersuchungsausschuss des Tiroler Landtages könnte das nicht mehr untersuchen. Nicht die einzige Verschlechterung in diesem Entwurf, aber eine wesentliche.
Angesichts ihrer Skandale beschließt die Koalition aus ÖVP und SPÖ, Untersuchungsausschüsse in Tirol für immer abzudrehen. Das ist der wirkliche Skandal.
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Montag, 3. September 2012
Und wer hat Schuld?
Manchmal muss man wirklich den Kopf schütteln: Seit Langem planen Seilbahner die Erschließung der Piz Val Gronda im Samnaun. Aus Gründen des Naturschutzes wurde diese Erschließung bisher zum Glück nie genehmigt, begründet mit dem besonderen Schutz gleich mehrerer Tier- und Pflanzenarten. Unter anderem deshalb kommt eine Lawinenverbauung nicht in Frage.
Heute haben die Touristiker den Vorschlag gemacht, anstelle einer Lawinenverbauung könnte ja einfach auch die Lawinenkommission die Pisten bei Lawinengefahr sperren - in der Hoffnung, dass das Projekt ohne Verbauung genehmigungsfähig wird.
Das muss man sich einmal vorstellen: Da wird lawinengefährlich projektiert, und wer soll dann die Verantwortung auf sich nehmen? Derzeit gibt es 224 Lawinenkommissionen in 153 Tiroler Gemeinden. Ehrenamtlich, und mit massiver Verantwortung ausgestattet. Die Mitglieder der Lawinenkommission sollen dann den Druck der Touristiker aushalten, die gerne offene Pisten sehen? Wie kann man so etwas nur von vornherein einplanen? Zum Kopfschütteln, echt.
Entweder, ein Projekt ist sicher planbar und umweltverträglich, oder man muss es eben bleiben lassen.
Heute haben die Touristiker den Vorschlag gemacht, anstelle einer Lawinenverbauung könnte ja einfach auch die Lawinenkommission die Pisten bei Lawinengefahr sperren - in der Hoffnung, dass das Projekt ohne Verbauung genehmigungsfähig wird.
Das muss man sich einmal vorstellen: Da wird lawinengefährlich projektiert, und wer soll dann die Verantwortung auf sich nehmen? Derzeit gibt es 224 Lawinenkommissionen in 153 Tiroler Gemeinden. Ehrenamtlich, und mit massiver Verantwortung ausgestattet. Die Mitglieder der Lawinenkommission sollen dann den Druck der Touristiker aushalten, die gerne offene Pisten sehen? Wie kann man so etwas nur von vornherein einplanen? Zum Kopfschütteln, echt.
Entweder, ein Projekt ist sicher planbar und umweltverträglich, oder man muss es eben bleiben lassen.
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