Donnerstag, 13. September 2012

Eine redaktionelle Leistung


Dass Regierungsmitglieder sich gerne mit Fotos in der Zeitung sehen, ist bekannt. Dass sie dafür auch bereit sind, Geld von SteuerzahlerInnen einzusetzen, ebenfalls. Man inseriert sich zur Bekanntheit. Auch dann, wenn das seit 1. Juli 2012 durch das Medientransparenzgesetz eigentlich verboten ist. Landeshauptmann Günther Platter war gleich der erste, der im Verbund mit der TIWAG in dieses Fettnäpfchen getreten ist, aber bei weitem nicht der Letzte.

Heute in der Tiroler Tageszeitung etwa gibt es eine "Sonderpublikation" zum Thema Musikschulen. Die ist ganz wunderbar. Aber wofür braucht es darin eigentlich das Foto mit der Landesrätin? Lernt deshalb jemand lieber ein Instrument? Oder werden Menschen davon vielleicht eher abgeschreckt?

Bevor man sich in der ÖVP jetzt bemüht, ich habe schon einen Erklärungsvorschlag: "Sonderpublikation" bedeutet, dass zwar alle Beiträge der Doppelseite bezahlt wurden, aber ausgerechnet das Foto nicht. Das ist eine redaktionelle Leistung. Fragt sich nur: Was war die Gegenleistung?




Die abgebildete Landesrätin teilt übrigens über ihr Büro heute mit: "die Sonderbeilage in der TT zum Thema Musikschulen und Musikinstrumente ist eine Eigenproduktion der Moserholding, welche die hervorragenden Leistungen und die tolle Arbeit der Tiroler Musikschulen darstellt. Es wurden dafür keine Landesmittel aufgewendet. Laut TT stehen auch keinerlei sonstige Zahlungen oder Gegenleistungen hinter dieser Doppelseite."

Genau wie ich der ÖVP empfohlen hatte erklärt sie also: Das Foto wurde nicht bezahlt, sondern ist eine redaktionelle Leistung. Und es stellt sich die Frage, was die Gegenleistung der Landesregierung dafür ist. Dass für das Foto Geld überwiesen wird, braucht ja niemand zu glauben. Aber die Landesrätin wird an die Zeitung denken, die sie so freundlich ins Bild gesetzt hat, wenn sie wieder einmal Inserate zu vergeben hat.

Kommentare:

Manfred Ladstätter hat gesagt…

wieder einmal völlig unseriös. Die Behauptungen sind wie immer falsch, es wurden keine Landesmittel verwendet. Du erweist dir mit deinem Schutzkübel-Oppositionsstil selbst einen Bärendienst. Hast du dir überhaupt einmal Gedanken über deine politische Halbwertzeit gemacht???

Manfred Ladstätter hat gesagt…

wieder einmal völlig unseriös. Die Behauptungen sind wie immer falsch, es wurden keine Landesmittel verwendet. Du erweist dir mit deinem Schutzkübel-Oppositionsstil selbst einen Bärendienst. Hast du dir überhaupt einmal Gedanken über deine politische Halbwertzeit gemacht???

EinPolitischerBeobachter hat gesagt…

Ich finde, Herr Mair hat recht: "... wofür braucht es darin eigentlich das Foto mit der Landesrätin?"

Es sollte viel mehr um die Inhalte/Sache gehen. In dem erwähnten Fall also um die Musikschulen und das Musiziern!

Herr Ladstätter, "unseriös" ist eher ihr Angriff: "Hast du dir überhaupt einmal Gedanken über deine politische Halbwertzeit gemacht???"

Ich denke, Gebi Mair nimmt hier sehr wohl die Aufgabe einer demokratischen Opposition wahr, indem er Missstände aufzeigt.

Natürlich geht es in der Opposition nicht nur darum, Missstände aufzuzeigen, sondern auch darum, konstruktive Vorschläge und Ideen einzubringen.

Aber: erstens geht es eben auch darum, Missstände aufzuzeigen, und zweitens kann man dem Landtagsklub der Tiroler Grünen ja wohl nicht absprechen, sie würden inhaltlich keine Ideen bringen.

Im Gegenteil: sie haben ein sehr klares, vernünftiges Programm - vielleicht das Einzige, das eine Chance hat, langfristig zukunftsfähig zu sein.

Ich jedenfalls wünsche mir möglichst viel grüne Politik in Innsbruck, Tirol, Österreich, Europa und der Welt!

Anonym hat gesagt…

An EinPolitischerBeobachter: Hier wurden keine Missstände aufgezeigt. Wenn man beweisen kann, dass die Einschaltung verboten ist, wünsche ich mir eine Klärung und Konsequenzen. Aber Behauptungen oder Falschdarstellungen finde ich untereste Schublade. Und den letzten beiden Absätzen kann ich überhaupt nicht zustimmen. Natürlich werde ich jetzt als Kampfposter abgestempelt, obwohl ich nach meiner eigene Aussage keiner bin ;). Aber wenn man hier zur Diskussion anregen will, wird man sofort von den sogenannten "Intelektuellen" eines "Besseren" belehrt... :)

Anonym hat gesagt…

dass eine tiroler politikerin an die auflagenstärkste tageszeitung in tirol denken wird, wenn sie das nächste mal inserate zu vergeben hat, wäre ja wahrlich verwunderlich...

Anonym hat gesagt…

gebi, du als alter polithas wirst doch wissen, dass sämtliche regierungen, in jedem bundesland und vor allem beim bund - aber auch in den städten... - in der regel u.a. lukrative kooperationsverträge mit den massenmedien abschließen. die krone pickt doch nur so von parteiaussendungen, oft als ferienzug usw. getarnt. und die 20jahr ausgabe hätte ebensogut die parteizeitung von fi- und övp sein können.
das ist bei jeder partei gleich. da ist keine partei anders - siehe faygmann in wien.

was mich verwundert ist, dass du kein wort über die abmontage der grünen dr. moser findest - die frau war zwar heilos überfordert, aber machte für mich einen harten und vor allem neutralen und seriösen eindruck.
achja, jetzt wäre der mehr als rücktrittsreife herr faygnmann zum inseratenskandal befragt worden. ist das schweigen der grünen der preis für eine spätere s - grünen koalition? auch wenn die demoktratie denn bach runter geht?
leute, die nicht mehr parteigebunden sind, wie der ehemalige rechnungshofpräsident und övpler dr. fiedler sprechen von skandal und reden klartext. was sagt dazu unser oberstes gartenzwergl, unser roter heinzi?