Mittwoch, 20. Februar 2013

Und Österreich wehrt sich weiter

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat im Fall eines lesbischen Paares klar entschieden: Das Verbot der Stiefkindadoption für gleichgeschlechtliche Paare ist diskriminierend, wenn die Stiefkindadoption für unverheiratete verschiedengeschlechtliche Paare erlaubt ist. Dieses Urteil reiht sich ein eine Reihe anderer, etwa des Verfassungsgerichtshofes ein: Der musste erst das Bindestrich-Verbot für Doppelnamen aufheben. Und, oft schon vergessen: Das Verbot des Ja-Wortes bei der Zeremonie zur eingetragenen Partnerschaft musste auch erst aufgehoben werden.

Das gestrige Urteil hat übrigens europaweite Auswirkungen, wie Think Outside your Box hinweist. Vor allem aber zeigt es, wie verschroben der Umgang Österreichs mit der Gleichstellung von Lesben und Schwulen weiterhin ist.

Als die Eingetragene Partnerschaft geplant wurde, durfte ich für die HOSI Tirol Mitglied in der Arbeitsgruppe des Familienministeriums sein. Und das war nicht uninteressant: Immer, wenn sich die Arbeitsgruppe, in der unter anderem auch der Katholische Familienverband vertreten war, auf etwas geeinigt hatte, ging die Einigung in die Ministerien. Und da gab es immer ein Ministerium, wo die BeamtInnen die Einigungen mitnahmen, und bei der nächsten Sitzung der Arbeitsgruppe "Njet" sagten. Das waren die BeamtInnen des Innenministeriums, an dessen Spitze stand ein gewisser Innenminister Günther Platter.

Die BeamtInnen des Justizministeriums erzählten, dass sie sich europaweit immer schämen müssen. Nicht nur für ein fehlendes Rechtsinstitut für gleichgeschlechtliche Paare, sondern auch für das Eherecht für Heterosexuelle. Etwa für das österreichische Scheidungsrecht, das in seinem Kern 1938 in Berlin gestaltet wurde.

Nach dem Urteil wehrt sich Österreich offenkundig weiter. Die Stiefkindadoption wird nun wohl erlaubt werden müssen. Bei der Fremdkindadoption wird aber eher nichts weiter gehen. Im Landesrecht gibt es auch in Tirol weiterhin eine Reihe von unerklärbaren Ausnahmen, zum Beispiel bei der Pflege kranker Kinder von PartnerInnen. Bei der künstlichen Befruchtung für Lesben gilt österreichweit weiterhin ein Verbot, das Menschen zu Umgehungsvarianten zwingt. Und für die Interviews zum Thema, etwa mit Minister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) muss man sich ziemlich fremdschämen.

Österreich stünde ein entspannter Zugang zum Thema gut an. Und dazu gehört auch die rechtliche Gleichstellung von lesbischen und schwulen Paaren. Ob das Land so weit ist, oder ob man sich weiter wehrt?

Kommentare:

Burli hat gesagt…

Hallo Gebi

Ich gebe Dir Recht, grundsätzlich gehören Schwule den Lesben gleichgestellt. Warum sollte man zwischen Lesben und Schwulen Unterschiede machen?

Beides ist verwerflich und laut Pentagon eine Geistes- bzw. Persönlichkeitsstörung, die so könnte man meinen, wie jede andere Krankheit auch, therapierbar sein müsste!

Andere Wissenschafter, wie Daniel Avila aus den USA, erkennen aufgrund ihrer Studien, dass die Homosexualität eine Machwerk des Teufels ist!

D.h. das der Teufel bewußt versucht, gläubige Menschen durch homosexuelle Verirrungen, von ihrem Glaubens-Wege abzubringen.

Nicht umsonst werden ehedem besonders gläubige Menschen, wie z.b. Klosterzöglinge und Priester, besonders häufig durch dieses teuflische Machwerk angegriffen!!!

Hier gilt es, besonders für deren Mitbrüder, besonders Wachsam zu sein, um sie im Kampf gegen Teufel tatkräftig zu unterstützen.


Anonym hat gesagt…

Du glaubst wirklich was du da schreibst? Hast du eine eigene Meinung auch? Denkst du selbst auch darüber nach was du schreibst oder glaubst du alles was andere von sich geben?

Anonym hat gesagt…

Falls das nicht klar ist mein Kommentar von 11:50 richtet sich an den Kommentarersteller von 10:28.

unwählbar hat gesagt…

Gleichstellung jetzt!

und lieber burli, lass die drogen sein...

Burli hat gesagt…

Natürlich glaube ich auch an das was ich schreibe.
Die Begründungen der Wissenschafter scheinen mir sehr stichhaltig und logisch zu sein.

Das es dem Teufel vorallem Freude bereitet Glaubenbrüder von ihrem Wege abzubringen, ist doch evident.

Ich bezweifle auch durchaus das Homosexualität in allen Fällen durch Psychotherapie geheilt werden kann.
Vielmehr denke ich, sollte das eine Angelegenheit der Kirche werden, um die Verirrten und in Versuchung Geführten, wieder auf den rechten Weg zu bringen.

Anonym hat gesagt…

Mir stellt sich die Frage wer hier Hilfe braucht? Eher du Burli und nicht die Homosexuellen. Die größten Probleme mit Homosexuellen haben jene die selber so fühlen und sich als Heterosexuell vertecken.