Dienstag, 14. Juni 2011

Was bewegt Tirol?

Wenn man der heutigen APA-Terminvorschau Glauben schenken kann, dann in etwa Folgendes:

- 18:00 Podiumsdiskussion Land Tirol "50 Jahre Feuernacht: Was war - was bleibt"
- 20:00 Podiumsdiskussion Südtiroler Schützenbund "50 Jahre Feuernacht"
- 20:00 Buchpräsentation Tyrolia Buchverlag "Herz Jesu Feuer Nacht. Südtirol 1961" 


Das sind alle drei Innenpolitik-Termine, die die APA heute für Tirol kennt, je nach politischer Schlagseite an einem unterschiedlichen Ort und mit unterschiedlichen TeilnehmerInnen.


Die Tiroler Geschichte ist eine Geschichte von Niederlagen. Das trifft unter anderem auch auf die Südtirol-Aktivisten von damals zu. Ihr Ziel haben sie nicht erreicht, was angesichts der getroffenen Mittel auch nicht zu erwarten war. Man stelle sich vor, wenn in Vorarlberg plötzlich Anschläge verübt würden, die einen Anschluss an die Schweiz verlangen. Zuerst gegen Infrastruktur, dann gegen Polizei, gegen Repräsentanten Österreichs. Mit Maschinengewehren, mit Sprengfallen, mit Minenfeldern. Und wenn immer mehr der Aktivisten dabei aus dem Ausland kommen und rechtsradikalen Hintergrund haben. Wie würde Österreich da reagieren?


Keine Frage, Italien war zu dieser Zeit kein Rechtsstaat. Aber die von den immer noch verharmlosend "Bumser" genannten Aktivisten gewählten Mittel waren terroristischer Natur, mit einer offenen Flanke zu Rechtsextremen, auch wenn diese Anschlussfähigkeit im Nachhinein gerne bestritten wird. Klar ist, dass es unterschiedliche Generationen von Aktivisten gab, mit unterschiedlichen Mitteln. Nicht alle haben sich "nur" für Anschläge auf Infrastruktur entschieden.

Schlussendlich sind aber die Aktivisten von damals gescheitert, auf dem Weg zur Autonomie waren sie sogar hinderlich. Aber die Zeiten haben sich geändert. Italien ist ein Rechtsstaat in einem ähnlichen Ausmaß wie Österreich geworden, Südtirol hat sich wirtschaftlich prächtig entwickelt, in der europäischen Union gibt es einen Binnenmarkt ohne Grenzen, Diskriminierungsverbot und eine Unionsbürgerschaft.

Umso erstaunlicher, dass aus einem rechten Eck in Südtirol plötzlich wieder Forderungen nach einer Balkanisierung, also einer Abspaltung Tirols kommen. Zudem wird eine Doppelstaatsbürgerschaft für SüdtirolerInnen (die deutsch- und ladinischsprachigen wohlgemerkt!) kampagnisiert. Ansonsten verlangt Österreich für Staatsbürgerschaften bekanntlich einen Staatsbürgerschaftstest, eine Deutschprüfung A2 und ugnefähr 1.500 Euro. Ich denke mir: Wenn SüdtirolerInnen das leisten wollen, dann sollen sie ruhig auch eine österreichische Staatsbürgerschaft beantragen können, so wie andere auch.


Aber das alles wird im Weihrauch, der heute von der Landesregierung geschwungen wird, untergehen. Man wird den Aktivisten der Feuernacht gedenken und danken und es wird vom Traum des Anschlusses von Südtirol an Tirol die Rede sein und noch vieles mehr. Allein, eine ernsthafte Diskussion, die Licht und Schatten der Tiroler Geschichte angemessen beleuchten kann, wird es dazu nicht geben.

Kommentare:

Pittinger hat gesagt…

Interessanter, wohl formulierter Text!

Kurze Antwort,
vielleicht gehässig:

Ich nehme jemanden, der in seiner politischen Arbeit in der Hauptsache Türken oder Schwarzafrikaner - "Hauptsache Randgruppe" - vertritt, nicht ernst, wenn er plötzlich "Tiroler Heimat-Fragen" entdeckt.

Du bist ein Populist!
(geworden)

Anonym hat gesagt…

ugnefähr ... Bitte achte auf die Rechtschreibung!

Liebe Grüße

unwählbar hat gesagt…

bei einer podiumsdiskussion des landes tirol (der erste Termin) versteh ich nicht, was dich daran hindern sollte, die von dir vermissten fragen zu stellen? Tu es einfach und red nicht einfach nur gscheit daher, denn das ist einfach nur Populismus (da hat Pittinger leider recht)!!!

Das Thema mit der Doppelstaatsbürgerschaft seh ich ähnlich, jeder sollte den gleichen Test machen müssen, jedoch muss man sicher auch den historischen zusammenhag zwischen Südtirol und Österreich sehen, der sicher grösser ist, als der von Österreich und z.b. Usbekistan!

Anonym hat gesagt…

Lieber Gebi,

niemand glaubt dir, wenn du plötzlich Interesse an solchen Themen vorgaukelst. Du hast nur wieder einen Anlass gefunden, gegen Rechts zu wettern. Das macht dich zunehmend unglaubwürdig!

unwählbar hat gesagt…

was ganz sicher auch zum thema gehört ist, dass durch die zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Teilen Tirols auch mehr Möglichkeiten in Brüssel entstehen. Meiner Meinung nach ist dies einer der wichtigsten Themen, die durch "ein Tirol" behandelt werden. das, liebe Tiroler ist mir persönlich, sehr recht!

ein Link zum thema:
http://tirol.orf.at/stories/521024/

Anonym hat gesagt…

ich glaube, dass dir sogar selbst bewusst ist, wie sehr der vorarlberg - vergleich hinkt....

wacker für innsbruck hat gesagt…

wie sehr den gebi dsa thema interresiert, sieht man daran, wie umfangreich seine reaktionen auf die verschiedenen postings sind... traurig, denn das ist für mich leider kein volksnaher politiker und sicher nicht meine stimme im tiroler landtag, wie im kopf des blogs geschrieben

Gebi Mair hat gesagt…

Keine Angst, ich lese schon mit, aber ich melde mich nur, wenn ich denke dass ich etwas Interessantes beitragen kann.

Anonym hat gesagt…

gut dass löscht nach gutdünken - du bist als politiker untragbar. schreib glei, dass zenzurierst, dann bist zumindest einmal ehrlich. oder hat sich der deppate ob der kritik betroffen gefühlt - i bin für fairen hardcore. dann gibts a nix zu deuteln.
i scheiß mi nit an - um es kurz zu sagen. die grianen finanzieren deine seitn, auf der du die beiträge nach belieben hin und herschiabst.
bist da dann selber nimma sicher, wars halt a absturz.
tief.
wenn angst vor meinungen hast, machs wia die grüne partei und sperr jede freie äußerung.