Donnerstag, 22. März 2012

Wer zahlt wie viel Steuern?

Eine interessante Grafik: Wer zahlt eigentlich wie viele Steuern? Hier sind Steuern nicht in absoluten Zahlen, sondern in Prozent, also relativ aufgeführt. Die Kombination aus einem progressiven Lohnsteuersystem, einem weniger progressiven System von Sozialabgaben und einem gar nicht progressiven Massensteuersystem führt zu interessanten Ergebnissen: Wer wenig verdient, zahlt nämlich insgesamt nicht weniger Steuern in Österreich, sondern relativ gleich viel wie ein Gutverdiener:


In other News: Landeshauptmann Günther Platter rechtfertigt sich, es sei normal dass er von Unternehmen zur Jagd eingeladen werde, nachzulesen hier. Er wolle sich auch weiter einladen lassen. Fotos von seiner Gams-Jagd mit dem Unternehmer Bouvier gibt es hier. Ich denke mir: Wenn er nichts dabei findet, warum legt er dann nicht alle Jagdeinladungen offen?

Kommentare:

Löwe hat gesagt…

Verstehe die Aufregung nicht: mehr oder weniger mit Ausnahme des untersten Zehntels steigt sowohl prozentuell und somit jedenfalls auch in Absolutzahlen die Steuerbelastung leicht Richtung obersten Zehntel, wo sie mit 40% kulminiert.

Treten wir keine Grundsatz-ideologie Diskussion los, aber wenn das zweite Zehntel 34,6% von 10.000 EUR Steuer zahlt, sind das 3.460 EUR, wenn das oberste Zehntel 40% von 100.000 zahlt, sind das 40.000.

Gebi, Du sagst es ja selbst "...zahlt relativ gleich viel wie ein Gutverdiener" aber absolut im oben (frei zur Veranschaulichung) gewählten Beispiel aber das zehnfache. Wenn demjenigen mit hohem Einkommen durch übermäßige Besteuerung die Motivation genommen wird, hohes Einkommen zu erzeugen, fallen aber auch die - in absoluten Zahlen gesehen - höheren Steueraufkommen weg - und damit ist in einem Solidarsystem niemandem geholfen.

Achtung also bei der Polarisierung in diesem Bereich! sagt einer, der sich glücklich schätzen kann und wahrscheinlich irgendwo beim 5. oder 6. Zehntel angesiedelt ist und damit zufrieden ist...

Anonym hat gesagt…

Lieber Gebi, diese Grafik ist sehr schön aber deine Aussage "Wer wenig verdient, zahlt nämlich insgesamt nicht weniger Steuern in Österreich, sondern relativ gleich viel wie ein Gutverdiener" stimmt nicht ganz.

Die linken Balken stellen die Lohnsteuer dar - diese muss jeder Lohnbezieher zahlen. Der mittlere Balken stellt die Sozialversicherungsbeiträge dar - diese muss auch jeder Lohnbezieher zahlen. Der rechte Balken stellt vor allem die Umsatzsteuer dar - diese muss zwar jeder bezahlen der etwas kauft aber was und wie viel man einkauft kann jeder selbst steuern. Also ist dieser Prozentsatz sehr vom Konsumverhalten abhängig und nicht zwangsweise vom Staat vorgegeben. Die "Besserverdiener" müssen hingegen schon einen sehr hohen Prozentsatz ihres Einkommens abliefern bevor sie konsumieren können.

Anonym hat gesagt…

interessant wäre es zu wissen ob und wie viel aufträge bouvier vom land bzw. landesnahen unternehmen erhalten hat... vielleicht was für ne parlamentarisch anfrage gebi?

Anonym hat gesagt…

Was für ein himmelschreiender Schwachsinn! Nicht nur dass in dieser Grafik lediglich Prozentbeträge stehen und damit z. B. nicht ersichtlich wird, dass das reichste Zehntel der Steuerzahler 50 % der gesamten Steuereinnahmen des Staates bezahlt. Die Grafik zeigt darüber hinaus nicht, dass bis zum 5. Zehntel der unteren Einkommensschichten aufgrund der Transferleistungen insgesamt mehr aus dem Budgetopf erhalten als eingezahlt wird.

Ob Sie es gerne hören oder nicht: Jene soziale Schicht, gegen die Sie so gerne wettern, finanziert dieses Land!

Anonym hat gesagt…

... reich wird man immer mit ehrlichkeit. mit der ehrlichkeit der dummen.

Anonym hat gesagt…

Ich finde es manchmal erschreckend wie mit derartigen bewusst manipulativ dargestellten Statistiken versucht wird die Bevölkerung zu Irren. Wenn das tatsächlich die Schlussfolgerung dieses Politikers ist gibt es nur zwei Möglichkeiten:

1. Er ist dumm und kann tatsächlich die Tabelle nicht richtig interpretieren

2. Er verteht die Tabelle (davon geh ich aus) und versucht gezielt links populistisch Bürger zu manipulieren

Wacht auf Österreicher in diesem Land wird mit "Armut" Politik gemacht, seit keine Marionetten.