Freitag, 4. April 2014

Wenn Frauen über Frauen und Männer über Frauen...

...schreiben. Dann ist der Unterschied nicht zu übersehen. Unten zwei Artikel, die innerhalb einer Woche in der Tiroler Tageszeitung erschienen sind. Beide beschäftigen sich mit Tiroler Randbezirken - Lienz und Reutte- und beiden mit dem Thema politische Repräsentation von Frauen. Die Unterschiede sind verblüffend.

Frauen lösen Männer ab 
Einflussreiche Posten in Osttirols Verwaltung werden immer häufiger von Frauen besetzt. In der Politik ist die Weiblichkeit aber stark im Hintertreffen – mit wenigen Ausnahmen. 
Von Catharina Oblasser Lienz – 
Wenn Männer gehen, kommen die Frauen. Dieser Eindruck drängt sich auf, wenn man die Verwaltungslandschaft im Bezirk Lienz betrachtet: Langsam, aber sicher kommt Osttirol im 21. Jahrhundert an. Es begann 2009. Im Dezember ging das einflussreiche Amt der Lienzer Stadtamtsdirektion in weibliche Hände über, als Dunja Ladstätter den langjährigen Leiter Wolfgang Obernosterer ablöste. Dann ging es im Jahrestakt weiter. Im Mai 2010 wurde Olga Reisner unter viel Aufsehen neue Bezirkshauptfrau von Lienz. Auch sie folgte auf einen Mann, nämlich Paul Wöll, der in den Ruhestand trat. 2011 verabschiedete sich ein weiterer wichtiger Beamter in die Pension: Bezirksschulinspektor Horst Hafele ging, Elisabeth Bachler kam. Knapp ein Jahr darauf, im Oktober 2012, setzte sich der Trend im Lienzer Bezirkskrankenhaus fort: Helene Brunner löste den langjährigen Verwaltungschef Gerhard Egger ab. Und im September 2013 erhielt auch das Osttiroler Arbeitsmarktservice eine weibliche Führung: Doris Batkowski übernahm die Leitung von Otmar Frena. All diese Posten sind mit viel Verantwortung verbunden. So ist das Lienzer Krankenhaus der zweitgrößte Arbeitgeber in ganz Osttirol mit über 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Stadtamtsdirektorin Dunja Ladstätter wacht über mehr als 200 Gemeindebedienstete. Die Bezirkshauptfrau wiederum ist für über 100 Angestellte zuständig. Geschenkt bekam keine der Frauen ihren Posten. Sie alle setzten sich gegen mehr oder weniger starke (männliche) Konkurrenz durch. Immer seltener zu hören sind inzwischen auch die halb-lustigen, halb-abfälligen Kommentare (von Männern) zu den neuen Chefinnen, wie etwa „Die Frauen übernehmen jetzt die Macht in Osttirol“. Wobei „Frauen“ manchmal durch ein weniger schmeichelhaftes Wort ersetzt wurde. Der Trend zu mehr Ausgeglichenheit der Geschlechter ist allerdings noch nicht sehr weit in die Osttiroler Politik vorgedrungen. Elisabeth Blanik (SPÖ), die ihrem VP-Kontrahenten das Amt abnahm, ist seit 2011 Bürgermeisterin von Lienz. Mit Martina Klaunzer in Gaimberg gibt es eine einzige ÖVP-Bürgermeisterin. Abgesehen davon sind die schwarzen Führungspositionen, etwa der Bünde, alle in Männerhand – mit Ausnahme des Frauenbundes, dessen Leiterin per definitionem eine Frau sein muss. In der Volkspartei ist eher eine Bewegung in die Gegenrichtung zu bemerken: Erst unlängst haben es die Schwarzen geschafft, die sehr ambitionierte Silke Steiner zu vergraulen. Die FPÖ tritt mit ihrer weiblichen Seite, so sie eine hat, überhaupt nie in Erscheinung. Und auch die Grünen, die rein ideologisch einen gewissen Frauenanteil erwarten lassen, schicken nie eine Frau ins Rampenlicht der Öffentlichkeit. Obwohl kein Zweifel daran herrscht, dass in den genannten Parteien viele Frauen mitarbeiten. Dabei zeigt gerade das Beispiel von Elisabeth Blanik, wozu Frauen in der Politik fähig sind – sogar in einem so konservativ geprägten Bezirk wie Osttirol. Ob Zufall oder nicht, jedenfalls hat Blanik nicht nur das Bürgermeisteramt für sich erobert, sondern für ihre Partei auch bei anderen Wahlen Siege über die ÖVP erkämpft. In Lienz wählten sowohl bei der Landtagswahl als auch bei der Nationalratswahl mehr Menschen Rot als Schwarz. Das ist einmalig in der Geschichte der Stadt.

Politik im Bezirk Reutte kommt ohne Mannsbilder aus 
Männlich, an politischen Ämtern interessiert – wer dieses Profil aufweist, sollte den Bezirk Reutte meiden. Alle wichtigen Posten sind inzwischen von Frauen besetzt. Gerade die Volkspartei ist feminin geworden. 
 Von Helmut Mittermayr Reutte – 
Lautgewaltige Männer mit erhobenen Fäusten, harte Gesichter in einer maskulin determinierten Welt – wer sich Politik metaphorisch in Putinscher „Bösheit“ ausmalt, der kommt im Bezirk Reutte aus dem Staunen nicht mehr heraus. Diese Ecke Tirols bastelt zwar gerade noch nicht am Matriarchat, politisch wichtige Positionen werden inzwischen aber ausnahmslos von Frauen eingenommen. Nur von Frauen. Eine wahrscheinlich österreichweite Besonderheit. Dass es überhaupt so weit kommen konnte, dafür zeichnet vor allem eine Partei verantwortlich. Obwohl konservativ daherkommend, tritt sie längt alles andere als traditionell männlich auf. Die ÖVP Außerfern zeigt sich ladylike. Virile Mannhaftigkeit scheint geradezu ein K.o.-Kriterium zu sein, um an Schaltstellen zu gelangen. Allein femininer Habitus führt zur politischen Gestaltungsmacht. Alle seit längerer Zeit neu zu vergebenden Spitzenpositionen werden von Frauen eingenommen. Die Volkspartei im Außerfern wird seit eineinhalb Jahren von einer Frau angeführt. Sonja Ledl-Rossmann übernahm nach internem Machtkampf die Parteiführung vom Elmer Bürgermeister und damaligen Landtagsabgeordneten Heiner Ginther. Die Wänglerin war schon Frauenchefin der ÖVP Tirol und ist derzeit hauptberuflich als Bundesrätin in Wien tätig. Ihr größter Gegner bei der Landtagswahl 2013 war – wie könnte es im Außerfern anders sein – eine Frau. Anna Hosp mischte den Bezirk Reutte mit Vorwärts Tirol auf, ist politisch seither aber kaltgestellt und ohne Amt. Dass Frauen in letzter Zeit in politisch relevante Positionen kommen, dürfte vor allem die Handschrift von Sonja Ledl-Rossmann tragen. Die Betriebswirtin Liesi Pfurtscheller wurde kürzlich auf einem eigenen Parteitag mit 98 Prozent zur neuen Frauenchefin der ÖVP Tirol gewählt. Die Reuttener Gemeinderätin schaffte bei der Nationalratswahl am 29. September 2013 die Rückeroberung des VP-Grundmandates im Oberland und sitzt seither in Wien im Parlament. Auch der Tiroler Landtag muss nicht ohne eine Außerferner Abgeordnete auskommen. Die Lermooser Bürgermeisterin Maria Zwölfer kam über die Landesliste von Vorwärts Tirol hinein. Damit sind alle politischen Ämter im Bezirk Reutte, die über den Fernpass hinausreichen, von Frauen besetzt. Nur in die Landesregierung hat es niemand geschafft. Oder doch? Die aus dem Bezirk Kitzbühel stammende Beate Palfrader, Lebensgefährtin des Elmer Bürgermeisters Ginther, wird als „heimliche Landesrätin“ des Außerferns bezeichnet. Was ihre zeitliche Anwesenheit im Bezirk betrifft, ist diese Zuspitzung fast zulässig. Zwar nicht direkt parteipolitisch, aber doch politiknah ist die Funktion des Bezirkshauptmannes, pardon, der Bezirkshauptfrau. Katharina Rumpf, die für die ÖVP 2008 als Nationalrätin kandidiert hatte, wurde dieser Tage für weitere fünf Jahre als Chefin der Bezirkshauptmannschaft Reutte bestätigt. Der Vorstand der Außerferner Volkspartei erlebt seit Monaten eine Metamorphose hin zum Femininen. Der Parteichefin Ledl-Rossmann stand bisher die Bezirksfrauenchefin Pfurtscheller zur Seite. Durch ihre Wahl zur Landesfrauenchefin wird die Bezirksleitung vakant. Ihr soll nun Carmen Strigl-Petz aus Vils nachfolgen. Pfurtscheller bleibt aber auch im Vorstand. Der Seniorenbund der Bezirks-ÖVP wird seit Jahren von der Ehrwalderin Monika Kronspieß angeführt. Eine in der Volkspartei gewichtige Teilorganisation, der Arbeiter- und Angestelltenbund (AAB), kam letzte Woche ebenfalls in Frauenhand. Jungbauernobfrau Jennifer Ginther aus Vorderhornbach wurde zur geschäftsführenden AAB-Bezirksobfrau bestellt. Nur Bauern- und Wirtschaftsbund sind – noch – männlich. Bei den Grünen fast erwartbar: Mit der Reuttener Tierärztin Barbara Brejla steht eine Frau an der Spitze der Bezirksorganisation.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Was will Mair uns damit sagen? Dass es Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt? Das wusste eigentlich jeder, bevor Feministinnen, Linke und Gutmenschen uns eingeredet haben, es gäbe keine Unterschiede.

Anonym hat gesagt…

Ich find den Artikel vom Reuttener unterhaltsamer.

Die Lienzerin ist eher sachlich und merkt kritisch an, dass die Grünen in Osttirol keine Frau ins Rampenlicht der Öffentlichkeit schicken. Sie wird wohl recht haben mit ihrer Aussage.

Anonym hat gesagt…

Beschämend, was Gebi Mair noch bleibt:
Tiroler Krone und TT, vielleicht die Bauernzeitung, seitdem eine mit ihm verhaberte Rédactrice vom "Standard" ins Ausgedinge wechselte.




Anonym hat gesagt…

ja gebi, aber das ist doch von mensch zu mensch verschieden. fiese Profis können a Gratulation fast schun in a Drohung umwandeln.
weisst eh, da tickt jeder anders.

Anonym hat gesagt…

Kaum ist das Kapitel "Agrar" abgehakt,...
(über KO Gebi muß hier kein Wort mehr verloren werden)
werden Mißbrauchsopfer von Frau Dr. Baur einer Fastensuppenausgabe gleich entschädigt.

Anonym hat gesagt…

fakt ist, Tirol wird mit den grünen a versifftes, verdrecktes loch. man muss nur durch Innsbruck gehen. früher kam man vor Menschenmassen - auch dank Rudi - nicht durch die Stadt. heute liegen sogar alle meter die ganzen IMPORTIERTEN sandler in voller Pracht auf der straße und rennen den leuten hinterher.
auch bräuchten wir den doppelten straßendienst odér viel saftigere strafen für leut, die ihre glimmstengel - übrigens neben die putz - wegwerfen oder ihre sauköter vor den eingängen hinscheißen lassen.
da es sich hier aber in der regel um grünes wählerklientel handelt und die grünen beinahe schon pervers straßenmalverliebt sind, wird es bald vor jedem geschäftseingang braune punkte geben, damit die herrln auch die Viecher sicher scheißen lassen können. von den Parkanlagen, die wie verdreckte Trauerweiden ausschauen will i erst gar nit reden. soviel Natur wie unter grün würde ja nit einmal die baulobby zerstören.

Anonym hat gesagt…

Ja. Und woher kommt's? Richtig! Die Grünen haben sich an die VP angebiedert. Das Geld hat freilich die VP in der Hand. Frau Dr.Baur darf die Entschädigung auszahlen, die ihr die VP genehmigt. Derweil stehen Mair und Felipe im Rampenlicht und können ihren Narzissmus pflegen. Weiter bringen auch sie freilich nichts. Es sind ganz magere "Minierfolge", die dann wie ein Elefant aufgeblassen werden müssen. Im Sozialen kommen die Grünen jedenfalls nicht weiter als die SP. Die Probleme der ärmeren Bevölkerung interessieren sie keinen Deut. Dazu kann Mair auch nicht viel sagen. Außerdem ist die Klientel der Grünen bürgerlich. Zwar sind es nicht gerade die hellsten Köpfe, die die Grünen wählen, dafür aber die ideologischisten. dGrünen"Bilduredengebildet

Anonym hat gesagt…

die Frauen bestimmen doch eh längst wos lang geht - einzig bei der Bezahlung fehlts noch gewaltig.
und würden normalaussehende Frauen in der Politik hantieren und Frauen vertreten, womöglich sogar noch ohne lesbisch zu sein und normaler Familie, wären alle dummen vorurteile schnellstens verschwunden.
aber entweder werden die Frauen von abgehobenen Möchtegern models repräsentiert oder von wahren Schreckschrauben.

Anonym hat gesagt…

Dass Männer mehr verdienen als Frauen ist doch nichts anderes, als Propaganda aus der politisch korrekten Meinungsindustrie. Da Männer mehr und anders arbeiten als Frauen, verdienen sie im Schnitt auch mehr. Wo das nicht der Fall ist, sind auch die Einkommen gleich.

Wir sollten endlich zugeben, dass nicht die Frauen sondern die Männer in unserer Gesellschaft benachteiligt sind. Wie sonst ließe sich die um 5 Jahre geringere Lebenserwartung von Männern in unserer Gesellschaft erklären, die biologisch nicht so vorgegeben ist und in anderen Kulturkreisen auch nicht zwischen den Geschlechtern so differiert?

So lange 95 % der tödlichen Arbeitsunfälle auf Männer entfallen, der mit Abstand größte Teil aller Burnout-Erkrankung männlich ist und Männer dennoch länger arbeiten müssen als Frauen, liegt eine gewaltige Schieflage vor, die nur deswegen nicht korrigiert wird, weil es im Moment gerade Mode ist, die Frauen als Opfer der Männer darzustellen.

wome hat gesagt…

Dazu gab's gestern eine sehr interessante Fortbildung der Grübi ("Männeremanzipation" von Erich Lehner)

Anonym hat gesagt…

Lach. Lieber nicht!

Anonym hat gesagt…

es wäre schon interessant zu erfahren, was der gebi damit sagen will, außer, dass er Zeitung lesen kann. aber auf eine Erklärung werden wir wohl ewig warten müssen... #bürgernah

Anonym hat gesagt…

Herr Mair, wenn Sie mal etwas wirklich Sinnvolles machen möchten:
http://www.unterstuetze-mw.org

Anonym hat gesagt…

die Frau sollte zu Hause auf die Kinder schauen und den Haushalt führen. Dann sollte der Mann normal (entsprechend besser) verdienen. Alles andere ist ein Irrweg.

susane hat gesagt…

Hey großen Beitrag. Ich habe zu viele Dinge aus dieser Position zu lernen. Vielen Dank für die gemeinsame Nutzung.

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