Donnerstag, 30. April 2009
Polizeigewalt ohne Sinn und Ziel
Dass die Polizei im Vorfeld des Burschenschaftskommerses lieber auf Linke einprügelt, statt sich um den organisierten Rechtsextremismus zu kümmern ist schon auch bezeichnend.
Inzwischen ist auch tt.com auf die Sache aufmerksam geworden, hier nachzulesen. Und von mir gibt es eine Presseaussendung dazu.
Hier der Bericht des ORF Tirol und hier jener von Tirol Heute.
Mittwoch, 29. April 2009
Regierung lässt Menschen in der Krise hängen
Hier jedenfalls meine heutige Presseaussendung dazu.
Montag, 27. April 2009
Vom Township nach Innsbruck
| Mzi |
| Essen im Township |
Gestern schließlich spazierten wir noch durch das Bo-Kap, das Kap-Malayische Viertel von Kapstadt. Dort gab es zu unserer Überraschung keinerleich Stacheldraht- und Elektrozäune wie sonst in den Wohnvierteln. Wer sich nicht fürchtet braucht das offenbar nicht.
Am Nachmittag schließlich hieß es Abschied nehmen und in den Flieger zuerst nach Johannesburg und von dort nach München. Nun sitze ich wieder in Innsbruck wie gewohnt und lasse die Tage an mir vorüberziehen. Es war eine schöne Reise, interessant und lehrreich gleichzeitig. Auch wenn wir nur kleine Teile Südafrikas gesehen haben, so haben wir doch einen Eindruck bekommen. Nicht selten kreisten Abends die Diskussionen unter uns Studierenden um die Frage, was diese Reise für uns bedeuten würde. Die Ignoranz vieler Menschen, waren wir uns einige, die ist wahrscheinlich schon das größte Problem in unserer Welt. Wer die Augen aufmacht kann sehen, und wer ein Mensch ist kann erkennen wie es anderen Menschen geht. Vielleicht ist es manchmal schon so simpel, und dennoch offenbar so manches Mal schon zu viel verlangt.
| Nelson Mandela habe ich nicht getroffen, aber immerhin seine Statue |
Samstag, 25. April 2009
Die Afrikaaner
| Ein Vortrag in Stellenbosch |
Zudem haben wir heute noch das Taalmonument, die Gedenkstaette fuer die Afrikaanersprache besichtigt und waren dann in einem Lokal in der Township von Stellenbosch, Kayamanga, ganz hervorragend traditionell afrikanisch essen. Morgen hatte ich eigentlich geplant, ein Begraebnis im Township von Kapstadt, Guguletu zu besuchen, aber unser Kontakt hat sich leider im Datum geirrt, und deshalb wird nichts daraus. Auch aus dem geplanten Rugbyspiel wird nichts, weil die Teams aus Suedafrika gerade in Neuseeland spielen. Als Programmpunkt ist fuer morgen schliesslich noch der Tafelberg uebrig geblieben, das wird sicher auch schoen.
| Gebi Mair in Stellenbosch |
In der Zwischenzeit ist es spannend fuer mich zu lesen, wie in Innsbruck SchuelerInnen fuer ihre Rechte auf die Strasse gehen, und ich freue mich schon auf die Diskussionen, wenn ich wieder zurueck bin.
Mittwoch, 22. April 2009
Abend der Entscheidung
| Auch der ANC ist nicht vor Plakat-Ergänzungen gefeit, die Sprache ist übrigens Xhosa |
Nachdem ich mir vieles hier angeschaut habe, haette ich heute wahrscheinlich Hellen Zille und ihre Democratic Alliance gewaehlt. Landesweit werden fuer die DA etwa 10 Prozent erwartet, die Buergermeisterin von Kapstadt koennte jedoch Gouverneurin der Provinz Western Cape werden, in einer Koalition mit den Independent Democrats, gegen den African National Congress. Bei der DA handelt es sich um die einzige liberale Partei nach europaeischem Muster, alle anderen Parteien sind einfach nicht mit unserem Parteiensystem vergleichbar. Morgen Nachmittag wird es die ersten Ergebnisse geben, zu erwarten ist, dass DA und ID dazugewinnen, waehrend unklar ist, ob der ANC die Zweidrittelmehrheit halten kann. Wenn, dann nur auf Kosten der der Inkatha Freedom Party, die vor allem bei Zulus viele UnterstuetzerInnen hat. Es wird jedenfalls spannend, weil der ANC nur mit einer Zweidrittelmehrheit die aeusserst fortschrittliche Verfassung aendern kann, was alle anderen Parteien verhindern wollen.
Nach einem Besuch auf Robben Island gestern und bei einem HIV Praeventionsprogramm gestern geht es morgen dann mit einem Besuch im District Six Museum weiter sowie Gespraechen an der University Capetown ueber Erinnerungspolitik.
| Beim HIV-Präventionsprojekt von Monsignore Hippler |
| Gebi Mair am Kap der Guten Hoffnung / Cape Point |
Wenn ich zwischendurch lese, was in Oesterreich so passiert, freue ich mich jedenfalls schon, in einigen Tagen wieder zurueckzukommen; so manches was ich lese geht ja auf keine Kuhhaut...
Freitag, 17. April 2009
Das hoechste Pub Afrikas
| In den Drakensbergern, Lesotho |
| Drakensberge, mit Philipp |
Vom Sani Pass sind wir schliesslich weiter nach Mthata und Qunu, wo Nelson Mandela geboren wurde und haben einige Museen besichtigt. Ueber die Garde Route fuhren wir in den folgenden Tagen weiter zum Kap Alghulas, dem suedlichsten Punkt Afrikas und sind soeben in Kapstadt angekommen. Rund um unsere Lodge ist alles voll mit Polizei, weil gleich nebenan ein Luxushotel ist, in dem das indische Cricketteam heute absteigen wird. Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt, was Kapstadt zu bieten hat.
| Auf Nelson Mandelas "Sliding Stone" in Qunu |
| Gebi Mair am Cape Alghulas, dem südliches Punkt Afrikas |
Freitag, 10. April 2009
Unser zweiter Reifen
| Auf dem Weg nach Hlatikulu |
Gestern verloren wir unseren ersten Reifen. Er segnete das Zeitliche auf einer steinigen Piste auf dem Weg von Hlathikulu in Swasiland nach Sodwana Bay in Suedafrika. Ein freundlicher Ranchbesitzer half uns dabei, den Reifen zu reparieren, damit wir weiterhin einen funktionstuechtigen Ersatzreifen haben. Ein kaputter Reifen hinderte uns aber dann nicht daran, durch den Mkuze Nationalpark zu fahren, um an den Indischen Ozean zu gelangen. Am Weg sahen wir nicht nur haufenweise Wildschweine, sondern auch Zebras und Giraffen. Rhinozeros, Nilpferde und Elefanten hatten wir schon im Hlane Nationalpark in Swasiland gesehen. Nun jedenfalls sind wir in Sodwana Bay. Ich sitze am Computer weil Konny und Philipp tauchen sind, waehrend ich auf den Heini von der Autoverleihfirma warte. Heute Nacht hat naemlich auch der rechte Vorderreifen aufgegeben, nachdem wir ihn schon einige Tage lang taeglich aufgepumpt hatten.
| Philipp und Koni perfekt beim Reifenwechseln |
Swasiland war wunderschoen, in Hlatikulu (das klingt nicht nur so, das ist auch mitten im Nirgendwo) haben wir uns mit einem oertlichen Polizisten angefreundet, der passenderweise Justice hiess. Aus Joburg waren wir ueber Cradle of Humankind, wo wir in den Sterkfontein Caves die versteinerten Skelette von Little Foot, immerhin 3,3 Millionen Jahre alt und Mrs Ples, 2,6 Millionen Jahre alt, bewunderten, in dieses Koenigreich gefahren, eines der kleinsten Laender Afrikas und jenes mit der hoechsten HIV Rate von mehr als 40%. Koenig Mswati III. regiert das Land mit absoluter Macht, ich habe auch einige Zeitungen gekauft, die den Koenig entsprechend hochleben lassen.
Heute Nacht bleiben wir auf jeden Fall noch hier an der Kueste, wo es tolle Wellen aber leider auch viel zu viele Haie zum Schwimmen gibt, dann wollen wir in Richtung Drakensberge schauen, um ein bisschen zu wandern.
| Am indischen Ozean, Sodwana Bay |
Montag, 6. April 2009
Big Joburg City
| Johannesburg vom Top of Africa aus gesehen |
Mit einem Tag Verspaetung sind wir in Johannesburg angekommen und im Diamond Diggers Backpackers abgestiegen. Wir sind gleich los in die Innenstadt, zum Top of Africa, dem hoechsten Gebaeude Suedafrikas. Durch die Innenstadt zu wandern war auch Samstag kein Problem, wie auch so manches anderes Vorurteil noch erschuettert werden sollte. Das ehemalige Buero von Oliver Tambo und Nelson Mandela war schwierig zu finden und komplett heruntergekommen. Wir fuehlten uns dabei in der gesamten Stadt sicher und immer willkommen.
| Das Mandela / Tambo Law Office heute |
| Gebi Mair / Konrad Lais |
Gestern gingen wir auf eine Tour durch Soweto, und auch unsere Vorurteile ueber diese Township hielten so nicht. Es gibt dort reiche Viertel, arme Viertel, eine kunderbunte Mischung von vier Millionen EinwohnerInnen. Wenn die Menschen von dort aber in die Villenviertel der Weissen in Johannesburg schauen, ist der Neid verstaendlich. Wir besuchten das Hector Pietersen Museum, Mandelas Haus und das Apartheid Museum, und abends war Essen in Johannesburg auch problemlos. Johannesburg und Soweto sind durch das Gold Reef von einander getrennt, und die Mineure haben zwischen den beiden Staedten Berge von Abraum aufgeschuettet, damit sich die Staedte gegenseitig nicht sehen.
| Abraum aus den Goldminen trennt Soweto und Johannesburg |
Heute sind wir nach Pretoria aufgebrochen, und hier sitze ich auch in einem Internetcafe. Das Parlament konnten wir leider nicht besuchen, dafuer aber das Voortrekkermuseum, gewissermassen die andere Seite der Medaille, wo bis heute die Apartheid fortzuleben scheint.
| Die Union Buildings in Tshwane / Pretoria, wo das Parlament tagt. |
| Gebi vor den Union Buildings |
| Vor dem faschistoiden Voortrekkermonument |
So weit aus Suedafrika, morgen geht es zum ersten Mal aus Gauteng hinaus in Richtung Swaziland.
Freitag, 3. April 2009
Überbucht
| Gebi Mair |
Donnerstag, 2. April 2009
Der Rucksack ist gepackt
Beichte bei Don Camillo
Woher kommen die Bergisel-Mehrkosten?
Stadtblatt Innsbruck
Platter verfällt vom Winter- in den Sommerschlaf
Hier meine heutige Presseaussendung dazu.
Mittwoch, 1. April 2009
Sprachdefizite bei Kindern bekämpfen
Studierende als Versuchskaninchen missbraucht
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| Gebi Mair, Daniela Musiol |
Beim Tirol-Besuch von Daniela Musiol, der Grünen Verfassungssprecherin im Nationalrat hat uns diese auf den letzten Stand in Sachen E-Voting bei der ÖH-Wahl gebracht. Für mich ist nun klar, dass Studierende hier als Versuchskaninchen missbraucht werden sollen. Abgesehen davon, dass es keine ordentliche gesetzliche Grundlage gibt kann nämlich nicht sicher gestellt werden, dass die Stimmen tatsächlich für diejenige Gruppe gezählt werden, für die sie abgegeben werden, weil es keinerlei Kontrollmöglichkeit gibt. Neben den vielen anderen Problemen mit der Software die bisher bekannt sind und dem Versuch der flächendeckenden Durchsetzung der Bürgercard ist das für mich das schlagendste Argument, warum die ÖH-Wahl auch weiterhin als ganz normale Wahl stattfinden sollte und nicht per E-Voting. Nähere Infos gibts natürlich auch immer unter www.gras.at
Dienstag, 31. März 2009
1.100
Was mich dabei am meisten schockiert: Diese Nachricht war heute nicht etwa die Spitzenmeldung in den Radio-Frühnachrichten, sondern eine Nachricht am Schluss unter vielen. Wie gleichgültig muss eine Gesellschaft geworden sein, wenn mehrere Hundert Menschen auf der Flucht in nur einer einzigen Nacht sterben? Und wie verzweifelt müssen Menschen sein, die von diesem Risiko wissen und es trotzdem auf sich nehmen? Diese Menschen sind gestorben, auch aufgrund unserer europäischen Abschottungspolitik, zum Schämen.
Montag, 30. März 2009
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Samstag, 28. März 2009
Wir zahlen nicht für eure Krise
In Innsbruck fand sich heute eine Gruppe von Menschen zusammen, um gegen dem Umgang mit der Wirtschaftskrise zu demonstrieren. Im Bild Breakdancer des Innsbrucker Jugendzentrums Z6, dessen Subventionen gekürzt werden, während andernorts offenbar ausreichend Geld zur Verfügung steht. Das Problem ist ja nicht, dass nicht ausreichend Geld vorhanden wäre. Das Problem ist, dass das Geld falsch verteilt ist.
Abschließend sprach auch ein Vertreter der Katholischen ArbeitnehmerInnenbewegung Tirol und verwies darauf, dass die Wirtschaftskrise nicht als Ausrede dafür verwendet werden dürfe, Löhne zu kürzen, sondern ganz im Gegenteil jetzt darüber diskutiert werden müsse, wie Arbeit und Einkommen gerechter verteilt werden können.
Mehr zur Plattform Krisenfest unter diesem Link.
Freitag, 27. März 2009
SPÖ stellt Koalitionsräson über demokratischen Anstand
Donnerstag, 26. März 2009
Unglaubliche Arroganz der ÖVP angesichts der Krise
In der heutigen Landtagssitzung ging es dann weiter. In einer Debatte über Kinderarmut erklärte Zoller-Frischauf, es gebe überhaupt keine Armut von Kindern in Tirol. In Afrika gebe es Kinderarmut, aber nicht hierzulande. Das ist eine unerhörte Arroganz und Ignoranz gegenüber Menschen, die oft nicht wissen, wie sie ihre Rechnungen oder ihre Wohnungen bezahlen sollen.
Die ÖVP erklärt beständig, man solle das Land nicht schlechtreden. Gebongt. Aber angesichts der derzeitigen Situation zu behaupten, alles sei wunderbar, das Land gehe wegen 1.100 zusätzlichen Arbeitslosen nicht unter, und Kinder seien hierzulande nicht arm, weil Kinder in Afrika noch viel ärmer seien, ist mehr als bedenklich. Wenn ich nicht selbst dabei gewesen wäre, ich würde es nicht glauben...

