Mittwoch, 18. Dezember 2013

Weniger Grenzen!

Wer mit dem Zug nach Südtirol fährt der kennt die Situation wahrscheinlich. Mir ging's kürzlich auch so, als ich zur Taufe meines Neffen ins Pflersch gefahren bin: "Ich kann Ihnen leider kein Ticket nach Pflersch verkaufen" hieß es am Innsbrucker Hauptbahnhof. Ob Gossensass vielleicht ginge? Nein, auch nicht. "Sie müssen am Brenner aus dem Zug aussteigen, dort haben Sie 6 Minuten um am Automaten ein Ticket für den Südtiroler Streckenteil zu lösen und in den Südtiroler Regionalzug einzusteigen." In Europa. 2013 wohlgemerkt.

Seit drei Tagen ist mit dieser Peinlichkeit aber Schluss: Nun kann man an den österreichischen Personenkassen der ÖBB bereits Tickets für Stationen in Südtirol erwerben. Ab Jänner 2014 ist das auch auf oebb.at möglich, und im März 2014 werden die ÖBB ihre Automaten auch so programmiert haben, dass man dort ebenfalls Tickets aus Österreich nach Südtirol erhält.

Aus Südtirol kann man in Zukunft immerhin Tickets nach Lienz und Innsbruck lösen. Das ist nur eine kleine Verbesserung zum bisherigen Zustand aber immerhin. Und mit den Tickets kann man auch den neu eingeführten direkten Regionalzug Innsbruck-Bozen/Bolzano nutzen, der als Tagesrandverbindung angeboten wird. Damit gibt es nun 21 tägliche Verbindungen von der Tiroler in die Südtiroler Landeshauptstadt, davon 6 direkte Verbindungen.

Dass es nun direkte Tickets auch zwischen Tirol und Südtirol gibt ist eine Folge des Staatsvertrags über den öffentlichen Verkehr, den Landeshauptmannstellvertreterin Ingrid Felipe mit dem Südtiroler Verkehrslandesrat Thomas Widmann abschließen konnte. Damit ist ein wichtiger Schritt zum Abbau der Grenzen in der Europaregion nach vielen Jahren endlich gemacht. Und weitere Schritte werden folgen.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Der Staatsvertrag scheint ein wenig einseitig zu sein.
In Innsbruck kann man also ein Ticket nach Pflersch kaufen (ein Ort, von dem ich bisher noch nie gehört hatte und den ich erst mit dem Routenplaner suchen musste).
Aber in Südtirol kann man nur ein Ticket nach Innsbruck oder Lienz kaufen.
Wieso habt ihr von den Südtirolern keine echte Gegenleistung verlangt, also auch tickets in jedes Fuchsloch?

Anonym hat gesagt…

Wenn die ÖBB, die für ihre Bürokratie, Schwerfälligkeit und Beamten-Arbeitsmentalität berüchtigt ist, nun einen Service anbietet, der bei einem privatisierten Betrieb wahrscheinlich schon vor Jahrzehnten selbstverständlich gewesen wäre, ist das kein Verdienst der Grünen.

Gerade die Grünen mit ihren linken Haltungen und ihren permanenten Forderung nach mehr Staat und mehr Verstaatlichung sollten den Mund halten, wenn es um derartige Missstände geht. Ohne sozialistische Politik wäre die ÖBB längst ein Privatunternehmen, würde Gewinne machen und einen entsprechend kundenfreundlichen Service anbieten.

unwählbar hat gesagt…

als noch ein zug nach osttirol fuhr, gabs noch tickets nach gossensass. aber der bus ist viel besser!
grüne verkehrspolitik: es hat vorher alles funktioniert, dann zerstört man es um die wiederherstellung des vorher funktionierenden dann als erfolg zu verkaufen!

Anonym hat gesagt…

Bin zwar aus Lienz, bin aber froh, jetzt endlich nach Pflersch und Gossensass fahren zu können und das Ticket bald am Automaten mir ausdrucken zu können! Und nach Mühlbachl wollte ich auch schon seit Ewigkeiten! Danke, danke, danke!!! Die Grünen haben einen langgehegten Traum verwirklicht!

Anonym hat gesagt…

Mühlbachl? fix no amol, jetzt brauch ich noch einmal den Routenplaner.

Georg hat gesagt…

vielen Dank, hab mi schon oft geärgert...

Anonym hat gesagt…

tut mir leid aber als umweltpartei würde i eher den zug forcieren. am end lassts no die giftbombe als bus fahren, die die glawischnig im Wahlkampf eingesetzt hat. aber bitte keinen grünen Chauffeur - weil weit über 100 heben die engen Landstraßen keinesfalls aus.

Anonym hat gesagt…

Wurde mein Kommentar nicht veröffentlicht? Also nochmal: Nach Südtiroler gibt es 21 Züge täglich, aber für die Osttiroler gibt es keinen Direktzug, damit die in ihre Landeshauptstadt fahren können?
Nie wieder Grün!!!

Anonym hat gesagt…

Ich wüsste nicht, was ich Pflersch oder sonst einem Kaff in ST tun sollte. Ich fahr doch lieber nach Paris, Strasbourg, Købnhavn, Amsterdam, Den Haag, Bruxelles, Zürich oder Basel. Dabei bin ich immer froh, auf die SBB oder die SNCF umsteigen und den ÖBB-Megaplastikbomber verlassen zu können. Diesen sog. "Jet" auf Schienen. Aber dieses Teil wird einem derzeit ja nahezu aufgezwungen, will man mit der Bahn nach Wien oder in die Schweiz und weiter. Von den sog REX will ich gar nicht reden. Sie sind unbequem, hässlich und unzuverlässig.

Anonym hat gesagt…

http://www.orf.com/stories/2211183/

„Kundenfeindliche Informationspolitik“

Vor wenigen Wochen haben die ÖBB ihr neues Preissystem vorgestellt und dabei vor allem angepriesen, dass damit der Tarifdschungel durchforstet werde. Nun nahmen die AK-Konsumentenschützer die neuen Regeln unter die Lupe und fanden dabei - neben manchen Verbesserungen - mehrere grobe Mängel: Reisen werden demnach schwerer planbar, die neuen Regeln schränken die Flexibilität der ÖBB-Fahrgäste ein. Außerdem seien die Preise kaum noch vergleichbar. Die AK spricht wörtlich von einer „kundenfeindlichen Informationspolitik“. Kritik gab es auch von den ÖVP-Frauen.

Anonym hat gesagt…

Hat Felipe die Initialzündung zu diesen Verhandlungen gesetzt? - hat sie die Verhandlungen als politisch Verantwortliche zur Gänze? - geführt oder hat sie lediglich die Unterschrift unter das Vertragswerk gesetzt?
In den ersteren zwei Fällen gratuliere ich - bei sämtliche anderen Konstellationen in dem auch andere politisch Verantwortliche beteiligt waren, wird durch das Nichterwähnen dieser der Bericht zur reinsten Heuchelei.