Freitag, 6. Dezember 2013

Ehre, wem Ehre gebührt?

Im Lauf der vergangenen Jahrzehnte hat das Land Tirol viele Menschen ausgezeichnet. An die 12.000 sollen es sein. Darunter sind viele Tausend, die auch aus heutiger Sicht sicher noch für ihre Arbeit ehrbar erscheinen. Und manche sind auch darunter, die man heute nicht mehr auszeichnen würde. Ehemalige Nazis sind darunter ebenso wie Menschen, die sich beispielsweise in Heimen des Landes des Missbrauchs schuldig gemacht haben.

Alle 12.000 in ihrem gesamten Biographien zu überprüfen ist natürlich praktisch nicht schaffbar und auch nicht sinnvoll. Die Landesregierung hat nun aber einen Antrag zum Umgang mit Ehrungen und insbesondere zur Frage der Aberkennung von Ehrungen beschlossen, mit besonderem Fokus auf die Verantwortung, die sich für uns aus dem Nationalsozialismus ergibt. Darin wird nun erstmals festgehalten, dass es bei aufkommenden Zweifeln über die Ehrbarkeit von Personen, die in den vergangenen Jahren ausgezeichnet wurden, Aufgabe des Amtes der Tiroler Landesregierung ist, Erhebungen anzustellen. Der Antrag findet sich hier im Original.

Wenn es Zweifel an der Ehrungswürdigkeit von Personen aus heutiger Sicht gibt, dann ersuche ich deshalb darum, in Zukunft die Repräsentationsabteilung zu informieren, die für Ehrungen zuständig ist. Diese wird bei begründeten Zweifeln an der Ehrungswürdigkeit entsprechende Recherchen selbst durchführen oder in Auftrag geben. Die Landesregierung wird dann über eine allfällige Aberkennung von Ehrungen entscheiden.

Ich halte das für einen wichtigen Schritt seitens des Landes, sich der Verantwortung vor der eigenen Geschichte zu stellen. Niemand ist fehlerfrei, und das war auch früher schon so. Aber wir können heute verantwortungsbewusst mit der Tiroler Geschichte und auch mit ihren Schattenseiten umgehen.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Erinnert mich an den Roman "1984" von George Orwell. Da hat man auch die Geschichte im Nachhinein umgeschrieben, Namen getilgt und eine neue Sprache erfunden, mit der man nicht mehr gegen Denkverbote verstoßen kann.

Ivo Sanader hat gesagt…

zu Überprüfen wäre dringend die Verleihung des Großen Tiroler Adler-Orden 2004 an Ivo Sanader (von 2003 bis 2009 Premierminister Kroatiens). Wegen Korruption während dieser Regierungszeit wurde er der Freund van Staas und Absolvent der Universität Innsbruck im November 2012 zu zehn Jahren Haft verurteilt.

Gebi Mair hat gesagt…

Die Verurteilung ist derzeit nur erstinstanzlich. Sobald sie rechtskräftig ist, werden wir Ivo Sanader behandeln und ich denke, es wird auf eine Aberkennung hinauslaufen.

Anonym hat gesagt…

Ich find es scheinheilig, zu behaupten, in Anerkennung vor den Opfern des Nationalsozialismus den Tätern die Ehrungen wieder aberkennen zu wollen - aber selbstverständlich nicht den inzwiwchen verstorbenen Tätern.

Lebende Täter, die zum Tatzeitpunkt volljährig gewesen sind, wird es ja kaum noch geben, bzw. wären diese jedenfalls 90 Jahre alt.

Bei den inzwischen verstorbenen Tätern aber kann man in allen öffentlich einsehbaren Dokumenten nachlesen, dass sie geehrt worden sind, z.B. in Wikipedia.

Richtigr wäre es, eine Ehrung auch posthum wieder abzuerkennen, damit dies auch in öffentlich einsehbaren Dokumenten ersichtlich gemacht wird.

Anonym hat gesagt…

die oberen schreiber haben recht, auch wenn dein Ansatz ein guter ist. den ganzen ehrungswahnsinn muss man einhalt gebieten. Politiker, die sich bei super Gehältern von ihren kumpels selbst ehren lassen, sind ohnehin das letzte - es sei denn wie frau altbgm. hilde zach sie leisten viel freiwillig hinzu - sie verzichtete zb auf ihre politpension. jeder Bürgermeister wurde lückenlos bisher geehrt - für was?
und nicht nur die ex nazis gehörten verfolgt, auch andere.
beim stadtmagistrat weht ständig fast schon wie bei einem Bestattungsunternehmen die Trauerfahne - nur weil vielleicht irgendein handaufheber von der letzten reihe im Gemeinderat mit fast 100 ins gras biß. stattdessen würde bei mir die fahne der Stadt Innsbruck, die österreichische und die eu-fahne wehen, solange platter die Stadt finanziell so brustschwach hält.
es wäre schon ein erster erfolg, wenn die schwarzen fahnen Ehrenbürgern und aktiven oder ex-mitgliedern des stadtsenates oder der Landesregierung vorenthalten blieben. alles andere ist purer Schwachsinn und lächerlich.

dein Ansatz ist sehr gut, aber hoffentlich nicht wieder eine deiner berühmten Nebelgranaten. nur mut, die leute, die euch wählten wollen Veränderungen.

Anonym hat gesagt…

bist du deshalb der Meinung, weil dann der obenfeldner und der walli auch dran wären? wie lange wollt ihr güne denn noch in den schwarzen ins arschloch kriechen - bis ihr selber brauner als braun seid?
wie wollt ihr wähler vertreten - bei dieser unübertroffenen Feigheit?
wenn du deinen schas konsequent umsetzt, müsste der hitler all seine Ehrungen - darunter auch einige Tiroler! - wieder zurückerhalten. weil der ist ja wohl nachweislich tot.
siehst du nun deine Idiotie? danke.
auch dürfte der 1. Bürgermeister wiens der lueger schon längst unter den toten weilen - warum wurde da alles umbenannt? der war ja gegen den obenfeldner ein lercherl!
langt es nun schon zu höchster Ehrung, wenn ein Politiker zu Lebzeiten seine arbeit macht? was ist dann mit waldheim, unserem einzigen "gratisbundespräsidenten"?, wem nichts nachweisen konnte außer dass sich englische kriegsveteranen erinnern konnten, dass er ihnen half. der müsste ja dann vor lauter grünen ehrenanträgen selbst als toter noch einen herzkasperl bekommen...

Anonym hat gesagt…

http://www.tt.com/wirtschaft/standorttirol/7581977-91/zum-geburtstag-eine-hübsche-pendelbahn.csp

Gratulation Gebi!

Anonym hat gesagt…

Ich finds interessant, sogar bei Blogs wo man eigentlich überhaup garnichts dazu sagen, finden sich Kommentare wo so ein Typ mit irgendeiner lächerlichen Argumentation behauptet, die Grünen würden der ÖVP in den arsch kriechen. Ja sagt mal, werdet ihr von der FPÖ dafür bezahlt oder wie??? (bei dem Niveau der Postings kann es sich nur um die FPÖ handel ^^). Als ob's sowas selbstverständliches ist, dass ein Mitglied einer Regierungspartei seinen blog weiter führt...