Donnerstag, 21. November 2013

Verunsicherung für Photovoltaik-BetreiberInnen: Ohne uns

Vorgestern hat uns die TIWAG alle überrascht: Die Einspeisevergütung für Strom aus privaten Photovoltaik-Anlagen soll gekürzt werden, von bisher 15 Cent auf 9 Cent je Kilowattstunde und bei Anlagen, die vor 2012 errichtet wurden auf 12 Cent. Argumentiert wird damit, dass die Investitionen in Photovoltaikanlagen deutlich günstiger geworden sind. Das stimmt auch, die Preise sind hier rasant gefallen. Das hilft BesitzerInnen von älteren Photovoltaik-Anlagen jedoch wenig.

Was ich am unklügsten an der Geschichte finde ist die Verunsicherung, die für Menschen entsteht, die in Photovoltaik-Anlagen investieren. Wer heute sieht, dass die Einspeisevergütung einfach gekürzt werden kann wird sich nämlich auch Gedanken darüber machen, ob das in Zukunft wieder passieren wird. Dann muss man Amortisationszeiten allerdings ganz anders berechnen als das bisher der Fall war. Die Unsicherheit kann zur Folge haben, dass weniger in Sonnenstrom investiert wird, und das ist jedenfalls ein Fehler.

Für Feinspitze: Die TIWAG erwirbt damit Sonnenstrom um 9 Cent pro Kilowattstunde. Jeder Cent um den sie ihn teurer an EndkundInnen verkauft ist direkter Gewinn für die TIWAG, auf Kosten von Privaten.

Die TIWAG hat angekündigt, das ihrerseits eingesparte Geld in Gemeinde-Energieeffizienz-Programme zu stecken. Das ist ja wunderbar. Das macht den Schaden aber nicht gut, der durch diese Maßnahme hervorgerufen wird. Ich kann mir eine Kürzung der Einspeisevergütung aufgrund gesunkener Investitionskosten in Photovoltaikanlagen schon vorstellen - allerdings nur für Neuanlagen. Für Altanlagen halte ich das für einen Fehler, weshalb die Maßnahme der TIWAG nicht die Zustimmung der Grünen findet. Wir wollen in Kraftwerke erneuerbarer Energien investieren - und auch Solaranlagen sind Kraftwerke.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Die Tiwag ist aber schon ein Landes Unternehmen , oder??
Und im Aufsichtsrat sitzt auch niemand von den Grünen.....

Anonym hat gesagt…

Wenn die maßnahme der Tiwag nicht die Zustimmung der Grünen findet - was k o n k r e t werden die Grünen dagegen unternehmen?

Anonym hat gesagt…

Bitte Herr Mair, richtig informieren

Aufgrund der deutlich veränderten Marktverhältnisse und Kostenstrukturen wird TIWAG ab 01.01.2014 ihr Fördermodell für private PV-Anlagen restrukturieren und den Einspeisepreis für ab einschließlich 2009 in Betrieb genommene Anlagen auf 12 c/kWh und für ab einschließlich 2011 in Betrieb genommene Anlagen auf 9 c/kWh senken.

Anonym hat gesagt…

Jeder Cent um den sie ihn teurer an EndkundInnen verkauft ist direkter Gewinn für die TIWAG, auf Kosten von Privaten.

umkehrschluss:
jeder vent, den sie den pv-anlagen-besitzern mehr bezahlt, ist eine förderung, bezahlt durch die tiwag-kunden, die kein einfamilienhaus mit großem dach haben.

Anonym hat gesagt…

...einfach tolle Sache: Ich habe jetzt vor einem Monat eine solche Anlage in Betrieb genommen und jetzt wird die Einspeisevergütung gekürzt. Was sind das überhaupt für komische Verträge, die die TIWAG da macht? Wenn das am Wohnungsmarkt auch so wäre, dass plötzlich Mieten um ca. 50% verändert werden ??? Ich denke, jetzt sind die Grünen politisch gefordert. Änderung ev. ja, aber nicht in solchem Umfang !!!)

Anonym hat gesagt…

wie toll, dass der gebi wenigstens zugibt, dass sie trotz regierungsbeteiligung in bezig auf landesunternehmen null weiterbringen! ganz im gegenteil, es wird sogar schlechter, als es mit der spö war! danke!

Anonym hat gesagt…

Wenn sich die SPÖ hier besser durchgesetzt hat als die Grünen, dann stimmt hier etwas ganz entschieden nicht. Die sog. "Erfolge" der grünen Regierungsbeteiligung sind ja mehr als peinlich!!!!

Anonym hat gesagt…

In unseren Breiten ist der Betrieb von PV ausser Insellösungen (Berghütte) unwirtschaftlich. Die Subvention der Betreiber auf Kosten der Allgemeinheit eine Unverschämtheit und eine Idiotie, die nur Schildbürgern einfallen kann. Tragisch, dass dieser Unsinn solche Breitenwirkung erfahren hat.

Ökonomie der EE in D http://bit.ly/18G2dBv

Anonym hat gesagt…

ich kann den vorherigen schreiber nur beipflichten. in unseren breiten rechnet sich pv nicht. jedem steht es aber frei auf seinem haus solche, übrigens ca 10 jahr haltbaren, dinger zu installieren.
für jeden Wahnsinn muss die Allgemeinheit aber nit aufkommen.
Amerika hat im übrigen bei der weltkimakonferenz wieder alles wieder alles boykottiert. willst uns pleite und zum Gespött der amis machen?
auch sage i dir ehrlich, dass ohne eine kluge Spekulation, weder das leben und noch viel weniger die wirtschaft funktioniert. wenn in der eu jetzt nur mehr alles konservativ vonstatten geht, aber in den USA, Großbritannien, Asien etc. nicht - dann werden wir verarmen.
keine bank kann eine vernünftige Wirtschaftspolitik ohne Spekulation betreiben. aber ihr Politiker habt ja den geldranzen voll - trotzdem würde es aber euch nicht schaden einmal logisch zu denken.
seit es banken gibt, wird spekuliert. man kann meinetwegen die Quote etwas eindämmen, spekulation gänzlich zu verbieten, ist einfach nur dumm.