Mittwoch, 11. Juni 2014

Wie soll die Isel geschützt werden?

Gestern fand in Matrei in Osttirol ein runder Tisch zum Thema Schutz der Isel als Natura 2000-Gebiet statt. Zu dem Termin hatte Ingrid Felipe BefürworterInnen und SkeptikerInnen des Schutzes eingeladen. Der runde Tisch begann mit Referaten über das einzigartige Flusssystem der Isel und ihrer Zubringer als frei fließender Gletscherbach. Die Folge dieser überwiegenden Naturbelassenheit ist die Verbreitung der Ufer-Tamariske an den Flussuferläufen. In Österreich gibt es so große Bestände sonst nirgends mehr. Die Tamariske ist dabei eine Indikatorart, die darauf hinweist dass ein Flussystem intakt ist. Das ist also ein Potential, das es zu sehen und wertzuschätzen gilt.

Das war in der gestrigen Diskussion auch ganz klar der Fall. Von allen Beteiligten wurde betont, dass die Einzigartigkeit des Flusssystems erhalten werden soll. Hier einmal zwei Eindrücke aus der Prosseggklamm bei Matrei, damit man weiß wovon wir hier sprechen:

Steiner-Wasserfall in der Prossegklamm

Deutsche Tamariske am Isel-Zubringer Tauernbach
Gestern begannen auch erste Diskussionen darüber, wie das Ökosystem der Isel und seiner Zubringer am besten geschützt werden kann. Dabei ging es erstmals nicht mehr nur um konkrete Abgrenzungen, die bisher ein Fall für die Polemik in Osttirol waren. Zum ersten Mal ging es auch um eine andere Frage, nämlich den eigentlichen Kern der Sache:

Natura 2000 lässt großen Handlungsspielraum. Natura 2000 definiert lediglich, dass ein bestimmter Lebensraumtyp geschützt werden muss. In diesem Fall eben der einzigartige Lebensraumtyp der deutschen Tamariske. Die Frage ist deshalb: Wie soll die Isel am besten geschützt werden?

Diese Frage entscheidet dann auch darüber, was an der Isel und ihren Ufern an Nutzung zukünftig möglich ist und wie gut die Flüsse für die Zukunft bewahrt werden.

In Tirol stehen derzeit im Gesetz etwa folgende Schutzgebietstypen zur Auswahl: Naturschutzgebiet, Sonderschutzgebiet, Ruhegebiet, Landschaftsschutzgebiet, Geschützte Landschaftsteile, Ramsar-Gebiet, Nationalpark oder die Metakategorie Naturpark. Hier gibt es eine Übersicht, die zeigt dass für unterschiedliche Schutzzwecke unterschiedliche Schutzgebietskategorien in Tirol gewählt wurden. Ich freue mich über eine Diskussion, welchen Schutzstatus die Isel erhalten soll. Vielleicht reichen die vorliegenden Schutzkategorien auch nicht aus und es braucht neue. In den USA etwa gibt es eine eigene Kategorie "wild and scenic rivers", die gleichzeitig Schutz- und Vermarktungsinstrument ist.

Aus meiner Sicht ist klar: Das Tolle an der Isel und ihren Zubringerbächen ist die durchgehende freie Fließstrecke, frei von Kraftwerks- und Querbauten mit ihrer Abflusscharakteristik als Gletscherbach in Verbindung mit tollen Sand- und Schotterbänken und -ufern. Das gilt es zu erhalten. Was soll aus deiner Sicht an der Isel geschützt werden und wie kann das gelingen?

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Warum fand dieses Treffen unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt?

Und warum hält der Koalitionspartner noch immer an seinen Kraftwerksprojekten fest?

Anonym hat gesagt…

Bei Fragen ist dieser Mair bekanntermassen hilflos und überfordert. Er macht ein paar Urlaubsfotos, schreibt einen Erlebnis-Aufsatz über eine Reise nach Osttirol und damit gut.

Anonym hat gesagt…

Was mich insbes interessiert. Was sagt da Mair dazu:

Biosphärenpark-Status aberkannt: „Tirol verliert an Sichtbarkeit“

http://www.tt.com/panorama/natur/8463682-91/biosphärenpark-status-aberkannt-tirol-verliert-an-sichtbarkeit.csp


Mich begeistert ja ohnehin schon, dass in Naturschutzgebieten Bauern illegale Rodungen und illegalen Straßenbau betreiben, illegal Dünnpfiff spritzen. Das ist Tirol. Land der Versager, Ewiggestrigen und Ungebildeten.

Schaffen wird doch auch Nationalparks, Naturschutzgebiete udgl ab. Diese verdienen in Österreich die Bezeichnung schon lange nicht mehr.

Anonym hat gesagt…

Biosphärenpark-Status aberkannt: „Tirol verliert an Sichtbarkeit“
Mair, können Sie zu dieser Frage vielleicht Stellung nehmen? Ihre bekannte Beistrichschwäche nehmen wir da gern in kauf.

Anonym hat gesagt…

Parteiprogramm abhanden gekommen? Oder sind wir wieder einmal mehr situationselastisch. Mair läßt fragen.

Anonym hat gesagt…

naja, du informierst zumindest aus deiner Sicht. ganz zach wird's mit den Kooperationsvertrag EU und USA.
Gegen Fracking etc. kann sich dann kein EU-Land mehr wehren, ebenso nicht gegen Genmais etc. Wie die ARD berichtete haben US-Weltkonzerne eigene Schiedsgerichte und da wird alles über den Investitorenschutz geregelt. US Giganten können dann, wenn sie zb bei uns nicht nach Gas fracken dürfen, die EU auf viele Milliarden Schaden klagen. So haben schwedische Firmen bereits Deutschland auf Schadenersatz verklagt, weil sie 2 abgeschaltete Uraltatomkraftwerke in Deutschland betrieben haben.
Kommt der Vertrag, dann ist die Gesetzeslage so, zumindest nach der ARD, dass private Konzerne keinen Schaden erleiden dürfen.

Du regst dich wegen a Bachl auf, das versteh i. Aber auf der anderen Seite wollt ihr ersetzbare Energie. Die Deutschen haben sich im übrigen von der zügigen Umstellung auf natürliche Energie verabschieden MÜSSEN, weil der Strompreis ansonsten ins Unerschwingliche gestiegen wäre. Die stellen jetzt "sanft" um. Wer die Nachrichten verfolgt, weiß dass Obama den Europäern das gefährliche Fracking ans Herz legt.

Wir haben viel zu viele Menschen und jeder will leben. Hätten die Chinesen gleich wild Kinder gezeugt wie die Afrikaner, wären wir vermutlich eh schon alle lange tot.
Dass der Strom aus der Steckdose kommen soll, dafür bin i auch. Möchtest du als Alternative Atomkraftwerke oder den Strom nur mehr für Großverdiener erschwinglich machen? Je mehr Leute, je höherer Strombedarf. Wir sitzen doch eh schon alle unter Energiesparlampen, deren Entsorgung im übrigen 1000x gefährlicher ist als die unserer alten Glühbirnen.


Anonym hat gesagt…

die eu wird nur mit Russland an bord funktionieren. das war immer so.
das wissen auch die amis, darum treiben sie seit fast 100 jahren einen keil zwischen Russland und der eu.
mit Russland brauchen wir weder das mehr als gefährliche fracking noch sonst eine andere idiotische ami-Idee. ohne Russland wird die eu gnadenlos untergehen. das weiß auch Putin, der eigentlich nur auf zeit spielen muss. Russland war immer ein fairer Partner. was wir derzeit aufführen grenzt an Freude am Selbstmord.
Russland gehört zu Europa - die usa sicher nicht.

Anonym hat gesagt…

Russland war immer ein fairer Partner? Wie bitte? Sie haben wohl die Zeit zwischen 1945 und 1990 vergessen, in der zehntausende russische Atomsprengköpfe auf unsere Städte gerichtet waren und Russland kein fairer Partner für Europa war sondern DER Aggressor schlechthin.

Anonym hat gesagt…

Biosphärenpark-Status aberkannt: „Tirol verliert an Sichtbarkeit“

es ist...dramatisch.

Anonym hat gesagt…

Meier hat keine Antworten - denn er weiß nicht was ein Biosphärenpark ist?

Anonym hat gesagt…

Wen meinen Sie denn mit Meier?

Anonym hat gesagt…

Richtig. Und das darf man auch nie vergessen! Frankreich sitzt nicht umsonst eifersüchtig auf seinen eigenen Atomsprengköpfen. Die sind nämlich die einzige Sicherheitsgarantie! Die einzige! Auch, dass sich das Land noch immer den atomaren Erstschlag im Notfall vorbehält. Russland wird es sich.mehr als zweimal überlegen, französisches Staatsgebiet bzw. wesreuropäisches anzugreifen. Gott sei Dank! Die Ukraine büßt gerade schrecklich dafür, ihr Atomarsenal abgewrackt zu haben. Es bleibt zu raten, ob Moskau angesichts einer derartigen Bedrohung die Krim annektiert hätte.

Anonym hat gesagt…

Die USA haben uns nach dem letzten Weltkrieg Wohlstand, Demokratie und relative Freiheit gebracht! Die UdSSR hingegen hat Europa bedroht und den Ostblock tyrannisch unterworfen. Ich bin diese dauernde Amerikafeindlichkeit schön langsam leid. Dort liegt sicherlich einiges im Argen. Aber im Vergleich zu Russland lässt sich selbst das noch vernachlässigen. Ein Land, dass sich tagelang wegen einer bärtigen Frau aufregen kann, stellt eine tatsächliche Bedrohung dar, weil es dazu neigt, auch bei tatsächlich wichtigen Dingen (Demokratie, Pressefreiheit etc.) einzugreifen, echauviert es sich bereits über solche Nebensächlichkeiten! Lernen Sie Geschichte!

Gott hat gesagt…

Wie kann man nur so wenig Ahnung haben. Naja in ihrem Fall hätte ein Politikwissenschaftstudium zumindest nicht geschadet. Oha das Studium hat nun Berechtigung.

voyance par mail rapide hat gesagt…

Vielen Dank für den guten Rat ... es ist sehr schön, Sie zu lesen ... ..und ...... lehrreich.