Montag, 9. Februar 2015

Noch was draufgelegt

Auch gut bezahlte Manager sind ArbeitnehmerInnen. Immer wieder wenn davon die Rede ist wie hoch die Abfertigungen für Manager sind oder wie hoch die Beträge sind wenn sie ausbezahlt werden weil man sich vorzeitig von ihnen trennen will, dann denke ich mir: Ich kann das Gefühl der Ungerechtigkeit nachvollziehen, aber die Summen sind juristisch doch rechtens. Meine Neid- und Aufregungsschwelle liegt da ziemlich hoch.

Wo die Aufregung bei mir aber anfängt: Wenn jemand nicht nur gefühlt viel zu viel Geld bekommt sondern auch rechtlich gesehen. Zum Beispiel Roland Staudinger, ehemaliger Departementsleiter an der Privatuniversität des Landes UMIT. 2010, noch unter der schwarz-roten Landesregierung trennte man sich von ihm - aus nachvollziehbaren Gründen wie ich finde. Wie alle UMIT-MitarbeiterInnen hatte er ein Jahr Kündigungsfrist. Das bedeutet: Wenn man nicht wollte dass er noch weiter für die UMIT arbeitet, dann muss man ihn ein Jahr lang fürs Spazierengehen bezahlen. So weit, so rechtlich in Ordnung. Problematisch wird der konkrete Fall aber wenn man sich anschaut, was darüber hinaus passiert ist. Um 100.000 Euro "überzahlt" befindet der Landesrechnungshof den Abgang von Roland Staudinger im Jahr 2010 an der UMIT. Und das ist dann nicht in Ordnung. Wenn das so ist, dann hat er nämlich nicht nur bekommen was ihm zusteht, sondern man hat noch etwas draufgelegt.

Die Kultur des "Drauflegens" für Menschen mit besseren Connections als andere, die müssen wir beenden.

Politik muss den täglichen Versuch unternehmen, Menschen gerecht und Gleiches gleich zu behandeln, sonst ist die Glaubwürdigkeit zu Recht dahin. Ich war damals bei dieser Entscheidung nicht dabei und ich kenne sicher nicht alle Hintergründe. Etwas "draufzulegen" und noch dazu in dieser Höhe, das löst aber bei vielen Menschen Unmut aus, auch bei mir.

Langfristig relevanter an der UMIT ist aber eine andere Frage: Als Privatuniversität muss sie einen Markt finden. Eine Nachfrage, die sie bedient. 12 Privatuniversitäten gibt es derzeit in Österreich und alle müssen eine Nachfrage finden, die sie bedienen können. Wenn sie diesen Markt nicht finden, dann sind sie langfristig politische Liebhaberei: Nun, man kann eine Privatuniversität auch führen weil man Werte oder Wissen das dort erarbeitet oder vermittelt wird wichtig findet. Aber das ist dann ein ganz anderer Zugang und den sollte man dann auch anders benennen - dann würden sich an der UMIT vielleicht auch andere Studien finden.

In den Anfangszeiten der Landeseinrichtung UMIT wurden MitarbeiterInnen der Landesreinrichtung TILAK mit mehr oder minder sanftem Druck davon überzeugt, dass sie dort studieren sollen. Dafür gab es auch entsprechende Nachlässe bei den Studiengebühren. Ich frage mich, ob dieses Modell geistig überwunden wurde oder es man weiter satte Rabatte geben muss, um eine Nachfrage überhaupt erst zu stimulieren. Dann nämlich hat die neue Rektorin eine noch größere Aufgabe als vermutet: Dann geht es um nichts weniger als um eine strategische Neuaufstellung der UMIT.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Vielleicht, Mair, ist an der UMIT jemand, der Ihnen den korrekten Umgang mit Beistrichen näher bringt.

Anonym hat gesagt…

Was soll der Beitrag, Herr Mair? Wenden Sie sich an jene, die solchen Unfug zu verantworten haben - also an jene, deren Politik Sie mit Ihrem Verhalten stützen.

Dan hat gesagt…

Ich finde es gut, mit kritischem Blick durchs Leben zu gehen. Auch, wenn man etwas unterstützt, muss man nicht zu einem blinden, Jasagenden Mitläufer werden, der seinen Kopf ausschaltet.

Anonym hat gesagt…

Welchen kritischen Blick hat Mair denn? Hat er einen Blick für die Sorgen der Bevölkerung? Nimmt er diese Sorgen deshalb auf und gestaltet sie in sinnvolle Politik um?

Nein - natürlich nicht. Bei Mairs Politik dreht sich alles um ihn selbst. Die Busverbindungen zu seinen Skigebieten sind ihm wichtiger als die Probleme in Sachen Arbeitslosigkeit, Gesundheitswesen, Zuwanderung, Bildung usw.

Diese Art von Politik ist das Gegenteil von "kritischem Blick". Und dass Mair, der zutreffend auch oft als "Kleinbei-Gebi" bezeichent wird, kein ja-sagender Politiker wäre, ist ja Wohl ein Witz - oder? ;-)

Anonym hat gesagt…

Mair mit Politik in Verbindung zu bringen ist eine utopische These.

Anonym hat gesagt…

Lieber Herr Klubobmann,

es ist ja richtig, dass du das "Drauflegen" abstellen willst.

aber der tiroler steuerzahler wurde schon betrogen! BETROGEN, das schreibst du selbst!

ZEIG JETZT; DASS DU EIER HAST UND SORG DAFÜR, DASS DIE POLITISCHE VERANTWORTUNG IM LANDTAG GEKLÄRT WIRD.

wenn du das nicht tun willst, oder kannst, dann sag es heir als antwort auf dieses posting öffentlich und trete von deinem amt zurück. erinnere dich, wer dich gewählt hat und wen du vertreten sollst ...

Anonym hat gesagt…

Wer unterschreibt den Verträge mit einem Jahr Kündigungsfrist?? Eben nur Politiker die das Geld der Steuerzahler aus dem Fenster werfen.

voyance gratuitement hat gesagt…

Hallo;
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Viel Glück und langes Leben in einen Blog!

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