Donnerstag, 19. Februar 2009

Mit den Augen der Polizei

In der Grünen Bezirksgruppe Innsbruck hatten wir gestern zwei Kommandanten der Stadtpolizei Innsbruck bzw. der Bundespolizeidirektion Innsbruck zu Gast, um mit ihnen über Fragen der Sicherheit aus Sicht der Polizei in Innsbruck zu diskutieren. Dabei erzählten sie unter anderem, dass die Gruppe junger Männer aus dem Maghreb, von der medial so viel die Rede ist, derzeit aus ca. 40-45 Personen besteht, die der Polizei alle bekannt sind. Über die vergangenen Jahre dürften insgesamt ca. 350 dieser jungen Männer in Innsbruck gewesen sein. Manche sind weitergezogen, manche zurückgegangen, manche sitzen im Gefängnis und manche haben den Ausstieg aus der Szene geschafft.

Aus polizeilicher Sicht könne man sagen, dass es nicht so etwas wie einen Boss der Bosse gebe, der alle dirigiere. Im Gegenteil, es handelt sich um rivalisierende Gruppen. Der Großteil der Gewalt findet deshalb auch innerhalb der Jungs statt, die überwiegend vom Drogenhandel in Innsbruck leben. Für die Polizei ist dabei völlig selbstverständlich: Wenn es eine Nachfrage gibt, dann wird auch ein Angebot geschaffen. Und dieses Angebot füllen die Jungs aus Nordafrika aus.

Für die Polizei gibt es derzeit keinen Kriminalitäts-Notstand in Innsbruck. Man müsse schon genau darauf achten was passiert, meinten sie. Auch wenn die Zahl der von Nordafrikanern verübten Straftaten (ca. 200 im Jahr) verglichen mit der Zahl der insgesamt in Innsbruck angezeigten Straftaten (ca. 14.000) zwar gering sei, so gebe es doch ein hohes Maß an Gewalt, insbesondere an gefährlichen Drohungen. Das Problem der Polizei ist eher, dass Medien aufbauschend berichten und damit auch wieder die Polizei unter Druck setzen.

Die beiden anwesenden Polizeikommandanten unterstützten im Gespräch gestern alle Bemühen zu einer verbesserten Sozialarbeit und für mehr Angebot, beispielsweise eine Notschlafstelle oder Bildungs-Angebote. Sie sehen die Polizei selbst in einer gewissen Zwickmühle: Sie können Straftaten feststellen, und die Menschen gehen nach Verurteilung auch ins Gefängnis. Aber das Gefängnis scheint für sie nicht so abschreckend zu sein wie die Drohung, zurück nach Hause gehen zu müssen, das ist offenbar für alle das Schlimmste. Deshalb gibt es auch keine Kooperation für eine eventuelle Rückführung. Dazu kommt noch die Kooperationsverweigerung der marokkanischen Behörden.

Es war ein realistisches Bild, das die beiden Herren gestern gezeichnet haben. Gefragt danach, ob sie sich zusätzliche gesetzliche Möglichkeiten wünschen, die ihre Arbeit erleichtern würden war eigentlich Zufriedenheit mit den derzeitigen Mitteln herauszuhören. Natürlich gebe es auch aus ihrer Sicht Verbesserungsmöglichkeiten, aber im großen und ganzen hätten sie die Sache im Griff. Gefreut hat mich ihre Unterstützung für Sozialarbeit und für Angebote zum Ausstieg, ich denke in diese Richtung werden wir weiter arbeiten müssen.

Kommentare:

lawandorder hat gesagt…

Das ist reine Schönfärberei. Bei den sogenannten Kommandanten kann es sich nur um Polit-Günstlinge und "Weicheier" wie Herrn Oberstleutnant K. gehandelt haben.
Tatsächlich brauchen wir mehr Polizei in Innsbruck (am liebsten wäre mir ganzjährig und 24 Stunden täglich eine Doppelstreife für jeden Häuserblock) sowie eine gesetzliche Handhabe, um die Kriminellen wegzubringen: drakonische Strafen, strengsten Strafvollzug, ein großes Anhaltelager in der algerischen Wüste als ex-territoriales Gebiet Österreichs, etc.

mané hat gesagt…

zum glück gibt es ja leute wie sie, die den "weicheiern" von der polizei mal erklären wie man einen überwachungsstaat aufbaut.
aber vll ist ihr text auch nur satire, ich fürchte jedoch, sie meinen das wirklich ernst.

Anonym hat gesagt…

lawandorder... hin im schädel?!

MM

ein besorgter Bürger hat gesagt…

Um Himmels Willen jetzt ist auch schon die Polizei durch eine linksgrüne Freimaurerverschwörungsagenten unterwandert! Herr Warum, wir brauchen Sie, um die Wahrheit ans Licht zu bringen!
Und als Unterstützung in Ihrem Kampf gegen Windmü... äh die grüne Weltherrschaft, kann ich Ihnen den Gutmenschgenerator empfehlen:
http://www.vijeno.at/cgi-bin/gutmensch.cgi

lawandorder hat gesagt…

@mané: Ich habe nicht gesagt, dass es bei der Polizei nur Weicheier gibt. Es gäbe dort genug fähige Leute, die nur darauf warten, losschlagen zu dürfen - aber die unterdrückt man ja leider.

@anonym: Wer zur sachlichen Argumentation unfähig ist, verliert sich leicht in der Primitivität eines geistigen Neandertalers.

Generell, meine linken "Freunde", kann ich nur festhalten: Entweder man will ein sicheres Land, dann muss man eben auch kompromisslos die Rahmenbedingungen dafür schaffen. Oder wir gewöhnen uns an die Anarchie - aber dann könnte einer von euch auch der nächste sein, dem sie den Schädel einschlagen.

mané hat gesagt…

fakt ist, dass sie mit ihren ideen den rechtsstaat beschneiden und einen (un)staat implementieren wollen. diese sicherheit die sie vorschlagen ist dann auch keine, weil sie zum preis permanenter unsicherheit erkauft wird.

außerdem kann man sich die probleme auch großreden, das hilft niemand, außer den leuten die sicherheit und freiheit beschneiden wollen.

lawandorder hat gesagt…

@mané: Der Begriff "Rechtsstaat" bedeutet nur, dass der Staat ein auf sachlichen Kriterien basierendes Normengerüst hat, an dass er sich auch selber hält - es geht also darum, dass der Staat nicht willkürlich auftritt. Nicht mehr und nicht weniger.

Rechtsstaat hat aber nichts mit politischer Liberalität zu tun.Und man muss auch nicht, sofern man sich nicht ausdrücklich dazu verpflichtet hat, irgendwelche internationalen Verträge einhalten. Ein Rechtsstaat kann also sehr wohl auch sehr restriktiv ausgestaltet sein.

Warum es bei diesem Modell zu "Unsicherheit" kommen soll, ist für mich nicht ersichtlich. Aber vielleicht können Sie mir das ja erklären.

Anonym hat gesagt…

Symptombekämpfung vs. ursachenbekämpfung

wie wärs - neben der erwähnten gut strukturierten sozialarbeit - mit fairen welthandelsbedingungen und einer verzwanzigfachung der entwicklungshilfe, sodass leute daheim bessere chancen haben. und parallel ein schul-,bildungs-,familien-,gesellschaftsumfeld, das die sehnsucht nach drogen und sucht vermindert.

soziale physik: so wie sich temperaturen immer angleichen, werden sich auch soziale chancenunterschiede immer angleichen. und nicht einmal ein haus kann man 100% isolieren, also werden auch noch so dicke neue grenzmauern nix nutzen.

auf jedenfall bin ich gegen eine polizei, die überall zuschlagen (!sic) kann, wo sie will. weil es dann nämlich zwangsläufig zu exzessen kommt - siehe london, wien, los angeles

Anonym hat gesagt…

durchgerechnet 1,43% der straftaten von 45 leuten!!!!nicht schlecht lieber specht!
gebi hör endlich auf es schönzureden.
ausserdem, eine anzeige wegen falschparkens zu vergleichen mit vergewaltigung durch 4 marokkaner(1 Straftat!!) ist nicht gleichzusetzen!!!!!
spar dir dein blabla,du tiroliban.

jung,dynamisch,erfolglos=gebi mair

lawandorder hat gesagt…

@anonym (erster blogger): Mit Ihren Forderungen nach fairem Welthandel, mehr Entwicklungshilfe etc. rennen sie bei mir offene Türen ein. Jawohl, helfen wir den Menschen vor Ort, bin sofort dabei.

Dennoch brauchen wir bei uns effektive Abwehrmaßnahmen und da muss man eben kreativ sein (ich denke da an den Strafvollzug, wie ihn der geschätzte Sheriff Joe Arpajo in Arizona vorführt oder eben Anhaltelager, wie sie der geschätzte Konservative John Howard als Premier Australiens eingeführt hat).

Für mich steht fest, dass alle Bürger (ja, auch Linke), die guten Willens sind und sich an die Regeln halten, vor Kriminalität bestmöglich geschützt werden.

Anonym hat gesagt…

Schoß Mair kürzlich noch gegen die Blauen wegen verqueren Statistiken ("Die Logik der FPÖ möchte man haben)", sieht die Welt jetzt schon ganz anders aus. Nach Adam Riese:

45 Szene-Marokkaner, 200 Straftaten: 4,44 Straftaten pro Person

118000 Innsbrucker, 13800 Straftaten: 0,12 pro Person.

Sprich: Personen aus der "Szene" sind 37 mal krimineller als der innsbrucker Durchschnittsbürger.

Soviel zum Thema "gering" und "aufbauschen". Die Logik der Grünen möchte man haben.