Donnerstag, 28. September 2017

Ausgewogene Olympia-Information? Fehlanzeige.


Zu einer möglichen Bewerbung Tirols für olympische Winterspiele 2026 gibt es derzeit zwei Kampagnen. Hier die Kampagne "Nolympia" Und hier die Kampagne "Olympia 2026 - holen wir die Winterspiele heim"

Dazu sollte man vielleicht einmal etwas klar stellen: Ich hatte gehofft, dass die Betreiber der Olympia-Idee in Tirol verstanden haben, dass Kampagnen alten Typs, wie sie die Befürworterkampagne zweifelsfrei darstellt, heute nicht mehr funktionieren.Und dass sie auch nicht erwünscht ist. Denn in der Kampagne wird nicht abgebildet, was in der meiner Meinung nach sinnvollen Machbarkeitsstudie angeführt ist. In der Studie sind nämlich nicht nur die Chancen, sondern gleichzeitig auch die Risiken dargelegt. Beispielsweise, welche Anzahl an Tickets zu welchen Preisen verkauft werden muss um die Kosten zu decken und wie hoch das finanzielle Risiko ist, wenn das nicht gelingt. Die Befürworterkampagne hat es nun nicht geschafft, Chancen UND Risiken aufzunehmen, sondern tut so, als ob es schon fix wäre wie viele Tickets verkauft werden. 

Überhaupt macht die Kampagne viel von der ursprünglichen Idee zunichte. Die anfängliche Idee lag darin, reduzierte Spiele anzubieten. Also nicht in das Hunderennen der BewerberInnen einzusteigen, sondern ein selbstbindendes Angebot zu schnüren und das vorzulegen. Wenn das Internationale Olympische Komitee nicht darauf einsteigt - auch gut, das ist dann ihr Problem. Ich will jetzt noch gar nicht über den Slogan schimpfen "Holen wir die Winterspiele heim": die ersten olympischen Sommerspiele der Neuzeit fanden 1896 in Athen statt, die ersten olympischen Winterspiele der Neuzeit 1924 in Chamonix. Nun liegen aber weder Athen noch Chamonix in Tirol wenn ich richtig informiert bin.

Ich finde die Befürworterkampagne also nicht gut, und ich finde sie nicht ausgewogen was die Darstellung von Chancen und Risiken angeht. Was mich allerdings besonders ärgert ist, dass die Kampagne so tut, als ob das eine Information des Landes sei. Das ist sie nicht. Das ist eine Kampagne der Innsbruck-Tirol Wintersport GmbH. Von ihnen ausgedacht. Und von ihnen umgesetzt. Von Geld, das noch von vergangenen Veranstaltungen übrig war. Die schwarz-grüne Tiroler Landesregierung hat kein Geld für diese Kampagne beschlossen. Ganz im Gegenteil: Wir haben explizit kein Geld für eine dieser Kampagnen freigegeben. Gesellschafter der GmbH sind Stadt Innsbruck, Land Tirol und Österreichisches Olympisches Comité. Die Tiroler Landesregierung hat kein Extra-Geld für diese Kampagne beschlossen. Das Land Tirol finanziert die Durchführung der Volksbefragung am 15. Oktober, das ist schließlich die öffentliche Aufgabe.

Ich erwarte mir von den KampagnenmacherInnen der Innsbruck Tirol Wintersport GmbH, dass sie ihre Kampagne umstellen. Ich erwarte mir ausgewogene Information über Chancen und Risiken anstelle plumper Stimmungsmache. Das haben wir Grüne bei vielen verschiedenen Gelegenheiten in den vergangenen Wochen deponiert. Ansonsten verstehe ich alle Menschen sehr gut, die sich angesichts der Kampagne von einem angedachten "Ja" bei der Volksbefragung verabschieden.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Anders als in der Schweiz, wo der Bundesrat vor jeder Volksabstimmung objektiv und ausgewogen die BürgerInnen zu informieren hat, werden derartige Abstimmungen bei uns oftmals nur für Propaganda genutzt. Das halte ich für bedenklich. Aber: Herr Mair, Sie hätten bereits bei der Formulierung der Frage zu dieser Volksabstimmung gemeinsam mit den Grünen Ihr Veto einlegen müssen und können. Dass Sie alle das nicht getan haben, halte ich auch für bedenklich.

Anonym hat gesagt…

Die Grünen sollten sich langsam entscheiden, ob sie für oder gegen Olympia sind. Aber wahrscheinlich überlegen sie gerade, was den Wählern eher opportun vorkommt - immerhin müssen die Grünen fürchten, hochkantig aus dem Parlament zu fliegen weil immer mehr Leute begreifen, wohin die neomarxistische Multikulti-Politik der grünen Österreich-Hasser führt.

Emre Ateş hat gesagt…

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wome hat gesagt…

Die Art der Fragestellung war eine Zumutung und den Befürwortern ist es nicht gelungen, zu formulieren, worin der Vorteil 3. Olympischer Spiele für das LNd und die Menschen bestehen soll (außer mit den allbekannten Phrasen: Chance für die Jugend, das Land etc.). Sportliche Großveranstaltungen in den Alpen bringen nicht mehr den Mehrwert von früher (schon 1976 war hier fraglich), das hätten die Grünen offen diskutieren können. Sie werden ihre Gründe gehabt haben, warum sie das nicht getan haben.