Von zwei Bürgern wurde eine Petition zum Thema psychiatrische Versorgung beim Tiroler Landtag eingereicht, so wie das alle TirolerInnen können. Der Petitionsausschuss mit Andreas Angerer als Vorsitzendem kümmert sich um die Anliegen - in diesem Fall wurde beschlossen, eine Enquete durchzuführen.
Diese Enquete findet nun am kommenden Montag 2.6. statt und ist öffentlich. Nach einer Begrüßung durch Landesrätin Christine Baur und Landesrat Bernhard Tilg und Grußworten der Petitionssteller wird es ein umfangreiches Programm geben: Joachim Hagleitner gibt einen Überblick über die psychosoziale Vesorgung, Kathrin Sevecke stellt aktuelle Konzepte der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Innsbruck vor, Wolfgang Fleischhacker präsentiert der Psychiatrieplan Tirol Neu, Martin Schmidt kommentiert den Vorschlag. Manfred Müller referiert über die ambulante psychiatrische Versorgung, Verena Berger-Kolb über ambulante niedergelassene Psychotherapie. Robert Fieder spricht über die Herausforderungen für die Rehabilitation, Maria Fischer erzählt von der Position der Angehörigen von psychisch Erkranten, Irmgard Weissenbichler von der Position der Betroffenen. Hartmann Hinterhuber hält einen Vortrag zur Geschichte der Tiroler Psychiatriereform, Joachim Hagleitner leitet ein Zukunftsforum dazu. Dann gibt es Workshops und eine Zusammenfassung mit dem Obmann der Gebietskrankenkasse Werner Salzburger.
Kurzum: am Programm sollte es nicht scheitern. Die Teilnahme an der Enquete, die der Information des Tiroler Landtages dient ist kostenlos, Interessierte sind eingeladen. Bitte um kurze Anmeldung - wir freuen uns über großes Interesse!
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Dienstag, 27. Mai 2014
Dienstag, 19. Februar 2013
Von Gewalt betroffen
Wenn Frauen von häuslicher Gewalt betroffen sind und sich an die Polizei wenden, was brauchen sie dann am allerwenigsten? Genau. Das Innenministerium sieht das offenbar etwas anders. So schaut die ideale Behandlung von Frauen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, durch Polizeibeamte offenbar nach den Vorstellungen aus:
Das Inserat war am Wochenende in einer Zeitung zu finden. Ich frage mich schon, ob irgend jemand im Ministerium nachdenkt, bevor so eine Werbung geschalten wird. Von der Körperhaltung der betroffenen Frau angefangen, die sich scheinbar schämen muss bis hin zum übergriffigen männlichen Polizisten. Das animiert jedenfalls nicht dazu, häusliche Gewalt zu melden. Seit Sonntag ärgert mich dieses Inserat - ich hoffe dass sich einige Menschen im Ministerium über das Sujet beschweren und sie dort beginnen, darüber nachzudenken.
Das Inserat war am Wochenende in einer Zeitung zu finden. Ich frage mich schon, ob irgend jemand im Ministerium nachdenkt, bevor so eine Werbung geschalten wird. Von der Körperhaltung der betroffenen Frau angefangen, die sich scheinbar schämen muss bis hin zum übergriffigen männlichen Polizisten. Das animiert jedenfalls nicht dazu, häusliche Gewalt zu melden. Seit Sonntag ärgert mich dieses Inserat - ich hoffe dass sich einige Menschen im Ministerium über das Sujet beschweren und sie dort beginnen, darüber nachzudenken.
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Freitag, 10. August 2012
The Tilg Family
Bernhard Tilg, Tirols glückloser Gesundheitslandesrat, hat einen Bruder: Herbert Tilg, ein äußerst qualifizierter Arzt. Herbert Tilg war dementsprechend auch am Bezirkskrankenhaus Hall angesehen.
Trotzdem wurde an der Innsbrucker Klinik im vergangenen Jahr, obwohl die Gastroenterologie schon besetzt ist, dort eine zweite Stelle geschaffen und gleich in einer besonders verkürzten Ausschreibung bekannt gemacht, wie hier nachzulesen ist. Nachdem es Kritik gab und die Sache doch sehr nach Schiebung aussah, musste die Frist dann verlängert werden. Und nach einer weiteren Schamfrist wurde Herbert Tilg schließlich bestellt. Und das, obwohl an anderen Kliniken Stellen aus Spargründen nicht nachbesetzt werden; hier wurde eine Stelle sogar verdoppelt.
Dabei ist es aber nicht geblieben, deshalb ist jetzt Zeit für ein kleines Update: An der Inneren Medizin wurde nämlich nun neu ein eigener Vorstand geschaffen, den es bisher nicht gab. Und drei Mal darf man raten, wer sich für den Posten als Vorstand dort beworben hat?
Trotzdem wurde an der Innsbrucker Klinik im vergangenen Jahr, obwohl die Gastroenterologie schon besetzt ist, dort eine zweite Stelle geschaffen und gleich in einer besonders verkürzten Ausschreibung bekannt gemacht, wie hier nachzulesen ist. Nachdem es Kritik gab und die Sache doch sehr nach Schiebung aussah, musste die Frist dann verlängert werden. Und nach einer weiteren Schamfrist wurde Herbert Tilg schließlich bestellt. Und das, obwohl an anderen Kliniken Stellen aus Spargründen nicht nachbesetzt werden; hier wurde eine Stelle sogar verdoppelt.
Dabei ist es aber nicht geblieben, deshalb ist jetzt Zeit für ein kleines Update: An der Inneren Medizin wurde nämlich nun neu ein eigener Vorstand geschaffen, den es bisher nicht gab. Und drei Mal darf man raten, wer sich für den Posten als Vorstand dort beworben hat?
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Montag, 5. März 2012
Wie sieht politischer Filz aus?
Wie politische Verfilzung aussieht, ist gar nicht ganz einfach zu beschreiben. Das hier ist aber ein schönes Beispiel: Die Aufgabe des Gesundheitswesens ist es, Menschen gesund zu halten oder zu ihrer Gesundung beizutragen. Die Aufgabe des Gesundheitswesens ist es nicht, Mitglieder für die ÖVP zu rekrutieren. Wenn die Med-Uni Innsbruck sich nicht nur um die Gesundheit der Bevölkerung kümmert, sondern auch gleich noch Mitglieder für die ÖVP wirbt, dann nennt man das - genau: politischer Filz.
Hier ist das Beispiel: Eine an sich begrüßenswerte Vortragsreihe der MedUni zu Gesundheitsthemen wird zu einer Mitgliederwerbeaktion für das Forum und und die ÖVP. Am Flyer kann man gleich ankreuzen, dass man ÖVP-Mitglied werden will. Der Verbinder zwischen MedUni und ÖVP ist übrigens Vizerektor Norbert Mutz. Wenn ich das richtig sehe, dann werden wir uns in nächster Zeit noch ein bisschen ausführlicher mit ihm zu beschäftigen haben.
Hier ist das Beispiel: Eine an sich begrüßenswerte Vortragsreihe der MedUni zu Gesundheitsthemen wird zu einer Mitgliederwerbeaktion für das Forum und und die ÖVP. Am Flyer kann man gleich ankreuzen, dass man ÖVP-Mitglied werden will. Der Verbinder zwischen MedUni und ÖVP ist übrigens Vizerektor Norbert Mutz. Wenn ich das richtig sehe, dann werden wir uns in nächster Zeit noch ein bisschen ausführlicher mit ihm zu beschäftigen haben.
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Freitag, 10. Februar 2012
Die Innsbrucker Medizin-Uni und ihre Führung
Die Führung der Innsbrucker Medizin-Uni versteht derzeit wahrscheinlich niemand mehr. Die neueste Volte: Am Innrain ist die neue Fakultät für Chemie und Pharmazie bereits fertig, die von der Bundesimmobiliengesellschaft für Leopold-Franzens-Universität und MedUni für jeweils etwa 50% der Fläche gemeinsam gebaut wurde. Die Leopold Franzens-Uni zieht bereits ein, die MedUni nicht. Warum nur?
Der Rektor der MedUni bildet sich ein, man habe ein Druckmittel in der Hand, wenn man sich weigere, in das neue Gebäude einzuziehen. Dass die Miete trotzdem anfallen wird, und zwar nicht nur für das neue Gebäude, sondern auch für die derzeit genutzten alten Gebäude, das scheint ihm ziemlich egal zu sein. Und dass es die Bundesimmobiliengesellschaft vermutlich wenig kratzt, wenn die Studierenden schlechte Bedingungen haben, das dürfte Rektor Lochs auch egal sein. Dass man sinnvollerweise in Semesterferien umzieht, beeindruckt die MedUni offenbar auch wenig.
Wer hat diesen Rektor eigentlich bestellt und wer fühlt sich dafür verantwortlich, dass er nicht weiter sein Unwesen treibt? Nur Landesrat Bernhard Tilg (VP) hält ja noch zu ihm, er arbeitet gemeinsam weiter an der Medical School der MedUni Innsbruck gemeinsam mit der UMIT in Hall und italienischen Universitäten. Kein Geld für nichts? Das beeindruckt die Herren Lochs und Tilg offenbar nur wenig.
Gut, dass der Landtag bereits beschlossen hat, dass es zur Fusion von MedUni und Leopold Franzens-Universität kommen soll.
Der Rektor der MedUni bildet sich ein, man habe ein Druckmittel in der Hand, wenn man sich weigere, in das neue Gebäude einzuziehen. Dass die Miete trotzdem anfallen wird, und zwar nicht nur für das neue Gebäude, sondern auch für die derzeit genutzten alten Gebäude, das scheint ihm ziemlich egal zu sein. Und dass es die Bundesimmobiliengesellschaft vermutlich wenig kratzt, wenn die Studierenden schlechte Bedingungen haben, das dürfte Rektor Lochs auch egal sein. Dass man sinnvollerweise in Semesterferien umzieht, beeindruckt die MedUni offenbar auch wenig.
Wer hat diesen Rektor eigentlich bestellt und wer fühlt sich dafür verantwortlich, dass er nicht weiter sein Unwesen treibt? Nur Landesrat Bernhard Tilg (VP) hält ja noch zu ihm, er arbeitet gemeinsam weiter an der Medical School der MedUni Innsbruck gemeinsam mit der UMIT in Hall und italienischen Universitäten. Kein Geld für nichts? Das beeindruckt die Herren Lochs und Tilg offenbar nur wenig.
Gut, dass der Landtag bereits beschlossen hat, dass es zur Fusion von MedUni und Leopold Franzens-Universität kommen soll.
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Montag, 7. November 2011
Wenn Türen mühsam werden
Zugegeben: ich habe mir über Barrierefreiheit bisher nur bedingt Gedanken gemacht. Das heißt, ich war natürlich schon immer dafür, weil ich weiß dass sie für andere Menschen wichtig ist. Seit zwei Wochen habe ich allerdings ein anderes Verständnis dafür, nach einem Sportunfall nämlich, und zwar deshalb:
Ein gebrochenes Sprunggelenk, gerissene Bänder und dementsprechend eine Reihe von Metallplatten und Schrauben im Bein und folglich das Verbot, mit dem Fuß aufzutreten machen mich zum Teilzeit-Invaliden, und seitdem verstehe ich Manches besser.
Zum Beispiel: Türen mit automatischem Schließmechanismus sind ziemlich mühsam, weil ich auf einem Fuß und einer Krücke balancieren muss und die Tür gleichzeitig irgendwie aufkriegen. Geht schon, ist aber mühsam. Genauso mühsam wie Einkaufen: Wenn man weder einen Einkaufskorb noch einen Einkaufswagen verwenden kann, was dann? Ein Rucksack nach vorne geschnallt bringt Abhilfe, aber mehr als im Rucksack Platz hat, kann man dann halt nicht einkaufen. Überhaupt verstehe ich jetzt, warum man so wenige Menschen mit Krücken in der Stadt sieht: So zu gehen ist ziemlich anstrengend, dabei bilde ich mir eigentlich ein, halbwegs fit zu sein. Wie anstrengend muss das aber für Menschen sein, die körperlich nicht fit sind? Strecken in der Innenstadt gehen ja halbwegs, obwohl ich vergangene Woche bei einer Veranstaltung zwanzig Minuten zu spät war, weil ich als Veranstaltungsort das falsche Landhaus aufgeschrieben hatte - normalerweise eine Frage von zwei Minuten zu Fuß, aber derzeit...
Wobei ich jetzt auch erst wieder richtig draufgekommen bin, wie weit von einander entfernt die Sitzgelegenheiten in der Stadt eigentlich stehen, um sich zwischendurch ein bisschen auszurasten. Alten Menschen muss das ja jeden Tag so gehen wie mir derzeit, dass sie ab und zu ganz gerne ein bisschen sitzen würden.
Zu Hause ist die Sache nicht wesentlich einfacher: Teller von A nach B zu tragen ist schon eine ziemliche Herausforderung, und seit einigen Tagen hasse ich Dinge, die am Boden liegen. Andererseits wird man auch effizienter, was die Wege in der Wohnung angeht. Wenn ich alleine wohnen würde hätte ich jetzt jedenfalls ein ordentliches Problem: versuch einmal, auf einem Bein eine ausgehängte Tür wieder einzuhängen...
Auf der anderen Seite ist es rührend zu sehen, wie Menschen plötzlich hilfsbereit sind: Da werden Türen von Bussen aufgehalten zum Beispiel, wenn ich zur Haltestelle sprinte, Sitzplätze freigemacht damit ich mich hinsetzen kann. Ich lerne derzeit am lebendigen Leib, wie es Menschen mit Gehbehinderungen gehen muss. Nicht, dass ich diese Erfahrung freiwillig gerne mache, aber sie lohnt sich jedenfalls.
Ein gebrochenes Sprunggelenk, gerissene Bänder und dementsprechend eine Reihe von Metallplatten und Schrauben im Bein und folglich das Verbot, mit dem Fuß aufzutreten machen mich zum Teilzeit-Invaliden, und seitdem verstehe ich Manches besser.
Zum Beispiel: Türen mit automatischem Schließmechanismus sind ziemlich mühsam, weil ich auf einem Fuß und einer Krücke balancieren muss und die Tür gleichzeitig irgendwie aufkriegen. Geht schon, ist aber mühsam. Genauso mühsam wie Einkaufen: Wenn man weder einen Einkaufskorb noch einen Einkaufswagen verwenden kann, was dann? Ein Rucksack nach vorne geschnallt bringt Abhilfe, aber mehr als im Rucksack Platz hat, kann man dann halt nicht einkaufen. Überhaupt verstehe ich jetzt, warum man so wenige Menschen mit Krücken in der Stadt sieht: So zu gehen ist ziemlich anstrengend, dabei bilde ich mir eigentlich ein, halbwegs fit zu sein. Wie anstrengend muss das aber für Menschen sein, die körperlich nicht fit sind? Strecken in der Innenstadt gehen ja halbwegs, obwohl ich vergangene Woche bei einer Veranstaltung zwanzig Minuten zu spät war, weil ich als Veranstaltungsort das falsche Landhaus aufgeschrieben hatte - normalerweise eine Frage von zwei Minuten zu Fuß, aber derzeit...
Wobei ich jetzt auch erst wieder richtig draufgekommen bin, wie weit von einander entfernt die Sitzgelegenheiten in der Stadt eigentlich stehen, um sich zwischendurch ein bisschen auszurasten. Alten Menschen muss das ja jeden Tag so gehen wie mir derzeit, dass sie ab und zu ganz gerne ein bisschen sitzen würden.
Zu Hause ist die Sache nicht wesentlich einfacher: Teller von A nach B zu tragen ist schon eine ziemliche Herausforderung, und seit einigen Tagen hasse ich Dinge, die am Boden liegen. Andererseits wird man auch effizienter, was die Wege in der Wohnung angeht. Wenn ich alleine wohnen würde hätte ich jetzt jedenfalls ein ordentliches Problem: versuch einmal, auf einem Bein eine ausgehängte Tür wieder einzuhängen...
Auf der anderen Seite ist es rührend zu sehen, wie Menschen plötzlich hilfsbereit sind: Da werden Türen von Bussen aufgehalten zum Beispiel, wenn ich zur Haltestelle sprinte, Sitzplätze freigemacht damit ich mich hinsetzen kann. Ich lerne derzeit am lebendigen Leib, wie es Menschen mit Gehbehinderungen gehen muss. Nicht, dass ich diese Erfahrung freiwillig gerne mache, aber sie lohnt sich jedenfalls.
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Freitag, 5. August 2011
Unerwünscht schwanger? Uns doch wurscht.
Die Selbstbestimmung einzelner Menschen ist historisch nicht besonders alt. Und noch jünger ist die Vorstellung, dass auch Frauen das Recht auf Selbstbestimmung hätten. Bei der ÖVP ist diese Idee bis heute nicht angekommen.
Ärzte dürften nicht gezwungen werden, Schwangerschaftsabbrüche durchzuführen, erklärt die Tiroler ÖVP. Die Selbstbestimmung der Ärzte ist also ein der Volkspartei bekanntes Konzept. Aber nicht das der Frauen. Denen müsse "Mut zum Kind gemacht werden", also auf gut Deutsch: Frauen haben sich das nicht gut genug überlegt, wenn sie zum Schluss kommen, dass ein Schwangerschaftsabbruch der einzige Ausweg ist. Da braucht es dann ein bisschen Gewalt. Dass es übrigens schon wieder einmal Bernhard Tilg bei der ÖVP ist, der diesen Unsinn von sich gibt, dafür kann ich gar nichts.
Dass Schwangerschaftsabbruch legal ist und von niedergelassenen Ärzten angeboten wird, nicht aber an öffentlichen Krankenhäusern ist natürlich absurd. Entweder, ein Schwangerschaftsabbruch ist medizinischer Standard, dann kann er überall angeboten werden, oder man darf ihn überhaupt nicht machen. Aber nur privat und auf besondere Nachfrage und nicht im Krankenhaus, das ist ziemlich fies den Frauen gegenüber.
Als Mann sagt es sich leicht, dass ich mir oft wünschen würde, dass es nicht zu einem Schwangerschaftsabbruch kommt, sondern dass Babys zur Adoption freigegeben werden. Ich glaube, diese Entscheidung sollten Männer tatsächlich den Frauen überlassen. Und wenn ein Schwangerschaftsabbruch für sie die Lösung ist, dann soll er medizinische einwandfrei und sicher und damit auch an öffentlichen Krankenhäusern angeboten werden.
Ärzte dürften nicht gezwungen werden, Schwangerschaftsabbrüche durchzuführen, erklärt die Tiroler ÖVP. Die Selbstbestimmung der Ärzte ist also ein der Volkspartei bekanntes Konzept. Aber nicht das der Frauen. Denen müsse "Mut zum Kind gemacht werden", also auf gut Deutsch: Frauen haben sich das nicht gut genug überlegt, wenn sie zum Schluss kommen, dass ein Schwangerschaftsabbruch der einzige Ausweg ist. Da braucht es dann ein bisschen Gewalt. Dass es übrigens schon wieder einmal Bernhard Tilg bei der ÖVP ist, der diesen Unsinn von sich gibt, dafür kann ich gar nichts.
Dass Schwangerschaftsabbruch legal ist und von niedergelassenen Ärzten angeboten wird, nicht aber an öffentlichen Krankenhäusern ist natürlich absurd. Entweder, ein Schwangerschaftsabbruch ist medizinischer Standard, dann kann er überall angeboten werden, oder man darf ihn überhaupt nicht machen. Aber nur privat und auf besondere Nachfrage und nicht im Krankenhaus, das ist ziemlich fies den Frauen gegenüber.
Als Mann sagt es sich leicht, dass ich mir oft wünschen würde, dass es nicht zu einem Schwangerschaftsabbruch kommt, sondern dass Babys zur Adoption freigegeben werden. Ich glaube, diese Entscheidung sollten Männer tatsächlich den Frauen überlassen. Und wenn ein Schwangerschaftsabbruch für sie die Lösung ist, dann soll er medizinische einwandfrei und sicher und damit auch an öffentlichen Krankenhäusern angeboten werden.
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Mittwoch, 3. August 2011
Stadträtin für eh alles
Patrizia Moser ist eine Innsbrucker Stadträtin der Fraktion Für Innsbruck, das sei vorausgeschickt für alle, die sie nicht kennen. Hier gibts ein Foto von ihr, und gleichzeitig steht hier auch, wofür sie zuständig ist: Kultur (Kultur-Konzepte und Veranstaltungen, Bildende Kunst-Subventionen, Musikschule, Bücherei, Stadtarchiv/Stadtmuseum), Gesundheit, Markt- und Veterinärwesen sowie Frauenförderung und Senioren. Das ist ja nicht ganz wenig. Dass sie bisher nicht mit Initiativen aufgefallen ist, könnte aber auch daran liegen, dass sie keine Zeit dafür hat.
Jetzt hat Patrizia Moser nämlich auch noch einen neuen Job aufgerissen:
179. Bestellung zur interimistischen Leiterin (Direktorin) der Sektion für Allgemeine Pathologie
Das Rektorat hat in seiner Sitzung vom 18.07.2011 beschlossen, für den Zeitraum ab 18.07.2011 bis zum Dienstantritt einer Universitätsprofessorin / eines Universitätsprofessors gemäß § 99 Abs 1 UG 2002 für Transplantationspathologie
Frau Ao. Univ.-Prof. Dr. Patrizia Moser
zur interimistischen Leiterin (Direktorin) der Sektion für Allgemeine Pathologie zu bestellen.
Univ.-Prof. Dr. Herbert Lochs Rektor
Macht Patrizia Moser diesen Job an der Innsbrucker Med-Uni zusätzlich zum 6.000-Euro Job als amtsführende Stadträtin? Oder bereitet sie hier ihren Absprung vor, weil sie es wohl nicht mehr in den Gemeinderat schaffen wird? Und, was ich ja auch spannend finde: Warum interessiert diese Geschichte eigentlich JournalistInnen nicht?
Jetzt hat Patrizia Moser nämlich auch noch einen neuen Job aufgerissen:
179. Bestellung zur interimistischen Leiterin (Direktorin) der Sektion für Allgemeine Pathologie
Das Rektorat hat in seiner Sitzung vom 18.07.2011 beschlossen, für den Zeitraum ab 18.07.2011 bis zum Dienstantritt einer Universitätsprofessorin / eines Universitätsprofessors gemäß § 99 Abs 1 UG 2002 für Transplantationspathologie
Frau Ao. Univ.-Prof. Dr. Patrizia Moser
zur interimistischen Leiterin (Direktorin) der Sektion für Allgemeine Pathologie zu bestellen.
Univ.-Prof. Dr. Herbert Lochs Rektor
Macht Patrizia Moser diesen Job an der Innsbrucker Med-Uni zusätzlich zum 6.000-Euro Job als amtsführende Stadträtin? Oder bereitet sie hier ihren Absprung vor, weil sie es wohl nicht mehr in den Gemeinderat schaffen wird? Und, was ich ja auch spannend finde: Warum interessiert diese Geschichte eigentlich JournalistInnen nicht?
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Donnerstag, 28. Juli 2011
Der MedUni-Entwicklungsplan
Die MedizinUni Innsbruck diskutiert derzeit hinter verschlossenen Türen einen Entwicklungsplan bis 2015, wie hier nachzulesen ist. Damit die Diskussion nicht ganz hinter verschlossenen Türen stattfindet hier das Originaldokument der Medizin-Universität zur Diskussion. Die Professur für den Bruder von Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg ist darin übrigens vorgesehen, während der Absatz über die Medizin-Uni gemeinsam mit der UMIT mehr als nur dürftig ist.
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Dienstag, 21. Juni 2011
Bernhard Tilgs Familienbetrieb
Die Innsbrucker Klinik hat eine ganz wunderbare Gastroenterologie. Im Unterschied zu manchen anderen Abteilungen ist sie auch gut mit einer Professur besetzt.
Landesrat Bernhard Tilg (ÖVP) hat einen Bruder. Der ist allerdings Gastroenterologe. Nun ist guter Rat natürlich teuer. Was macht man, wenn es genau für die Profession des Bruders schon eine besetzte Professur gibt? Richtig:
Der Senat der Medizin-Uni Innsbruck hat am 16.3.2011 zu einer Sitzung eingeladen: "2.2.1: Änderung des Organisationsplan Teil B (Klinik): Bereich Innere Medizin. 2.2.2 geänderte Widmung §98-Professuren Innere Medizin: b) "Innere Medizin mit den Schwerpunkten Endokrinologie, Gastroenterologie und Stoffwechsel". Das ist natürlich sehr praktisch, wenn man den Organisationsplan der Klinik ändern kann und einfach noch eine zusätzliche Professur schaffen. Dann muss man nur noch sicherstellen, dass sich nicht zu viele andere bewerben. Deshalb wird man in der morgigen Senatssitzung vom 22.6. beschließen: "3.2.3: Bewerbungsfrist Gastroenterologie 20 Tage."
Damit es keine unnötige Zeitverzögerung - so wie bei allen anderen Professuren gibt - macht man Dampf: "Die Professur ist im Entwicklungsplan 2011-2015 vorgesehen. Da derzeit aber nicht abzusehen ist, wann der Entwicklungsplan tatsächlich Geltung erlangen wird, beantragt das Rektorat zur Vermeidung unnötiger weiterer Verzögerungen bei der Besetzung dieser Professur eine getrennte Freigabe."
Die besondere Eile ist auch anderen aufgefallen. Ein Professor schreibt an den Senat: "Die Besetzung wurde (...) am 9.6. ausgeschrieben mit Bewerbungsende 30.6.2011, d.h. dass die Bewerbungsfrist gerade einmal 20 Tage beträgt. Bedenkt man, dass die Ausschreibung in ausländischen Printmedien noch etwas später erfolgt, dann ergibt sich für auswärtige BewerberInnen eine Bewerbungsfrist von gerade einmal 2 Wochen (im günstigeren Fall). Warum wurde die Bewerbungsfrist so kurz gehalten?"
Nun, man darf gespannt sein, wie die Sache ausgeht. Bernhard Tilgs Familienbetrieb brummt jedenfalls, und ich wäre bereit, eine Wette mit einer höheren Summe einzugehen, dass am Ende sein Bruder die Stelle erhalten wird. Wer hält dagegen?
Landesrat Bernhard Tilg (ÖVP) hat einen Bruder. Der ist allerdings Gastroenterologe. Nun ist guter Rat natürlich teuer. Was macht man, wenn es genau für die Profession des Bruders schon eine besetzte Professur gibt? Richtig:
Der Senat der Medizin-Uni Innsbruck hat am 16.3.2011 zu einer Sitzung eingeladen: "2.2.1: Änderung des Organisationsplan Teil B (Klinik): Bereich Innere Medizin. 2.2.2 geänderte Widmung §98-Professuren Innere Medizin: b) "Innere Medizin mit den Schwerpunkten Endokrinologie, Gastroenterologie und Stoffwechsel". Das ist natürlich sehr praktisch, wenn man den Organisationsplan der Klinik ändern kann und einfach noch eine zusätzliche Professur schaffen. Dann muss man nur noch sicherstellen, dass sich nicht zu viele andere bewerben. Deshalb wird man in der morgigen Senatssitzung vom 22.6. beschließen: "3.2.3: Bewerbungsfrist Gastroenterologie 20 Tage."
Damit es keine unnötige Zeitverzögerung - so wie bei allen anderen Professuren gibt - macht man Dampf: "Die Professur ist im Entwicklungsplan 2011-2015 vorgesehen. Da derzeit aber nicht abzusehen ist, wann der Entwicklungsplan tatsächlich Geltung erlangen wird, beantragt das Rektorat zur Vermeidung unnötiger weiterer Verzögerungen bei der Besetzung dieser Professur eine getrennte Freigabe."
Die besondere Eile ist auch anderen aufgefallen. Ein Professor schreibt an den Senat: "Die Besetzung wurde (...) am 9.6. ausgeschrieben mit Bewerbungsende 30.6.2011, d.h. dass die Bewerbungsfrist gerade einmal 20 Tage beträgt. Bedenkt man, dass die Ausschreibung in ausländischen Printmedien noch etwas später erfolgt, dann ergibt sich für auswärtige BewerberInnen eine Bewerbungsfrist von gerade einmal 2 Wochen (im günstigeren Fall). Warum wurde die Bewerbungsfrist so kurz gehalten?"
Nun, man darf gespannt sein, wie die Sache ausgeht. Bernhard Tilgs Familienbetrieb brummt jedenfalls, und ich wäre bereit, eine Wette mit einer höheren Summe einzugehen, dass am Ende sein Bruder die Stelle erhalten wird. Wer hält dagegen?
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Montag, 10. Januar 2011
Bitte keinen Schlaganfall bekommen!
Demnächst sollte man in Tirol keinen Schlaganfall haben. Zumindest nicht, wenn man nicht gut über die Besetzung der Notarztstützpunkte informiert ist. Vergangenen Freitag um 11 Uhr war es nämlich das erste Mal so weit, seitdem die Regierung mit Jahreswechsel das Notarztdesaster in Tirol zu verantworten hat: Am Stützpunkt des Notarzteinsatzfahrzeuges (NEF) in Telfs war kein Notarzt einsatzbereit, obwohl eine Person bewusstlos im McDonald's lag.
Die Sache ist glimpflich ausgegangen, weil Tag war und das Wetter gut, deshalb konnte ein Notarzthubschrauber nachgefordert werden. Was aber passiert, wenn das Wetter schlecht ist oder Nacht ist? Dann steht kein Notarzt zur Verfügung. Allein in Telfs sind im Jänner schon 3 weitere Dienste unbesetzt. Wie sieht es an den anderen Notarztstützpunkten aus?
Abgesehen davon, dass ein Einsatz mit dem Notarzthubschrauber 11 Mal so teuer ist wie der Einsatz mit einem Notarzteinsatzfahrzeug: Eigentlich wurden die NEF-Stützpunkte so über das Land verteilt, dass sie schnellstmöglich am Einsatzort sind. Wenn nun Notärzte ausfallen, dann bekommt das System natürlich Lücken und die Sicherheit ist nicht mehr gewährleistet.
Als ich von der Sache erfahren habe, habe ich natürlich sofort Gesundheitslandesrat Tilg per Mail informiert und um Auskunft gebeten, wie die Sicherheit trotzdem garantiert werden soll, bis dato aber ohne Antwort des Landesrates. Ich bin gespannt, wie lang es dauert, bis er seine Verantwortung wahrnimmt, ansonsten werde ich in dieser Angelegenheit härtere Geschütze auffahren müssen. Tilg kann die Verantwortung nicht einfach an andere abschieben, das Land muss hier einspringen!
Hier inzwischen ein Bericht der Tiroler Tageszeitung über den Vorfall in Telfs: Erste Lücken im Tiroler Notarztnetz
Und in einem Massenmail habe ich die MitarbeiterInnen im Tiroler Rettungswesen ersucht, mir mitzuteilen, wo weitere absehbare Lücken im Notarztsystem auftreten werden. Dieses Ersuchen gilt auch hier: Wenn du Informationen hast, wann Notarztsstützpunkte unbesetzt bleiben, dann bitte ich um ein kurzes Mail an gebi.mair@gruene.at - Wir werden diese Information noch brauchen, um Verantwortliche in der Landesregierung nicht flüchten zu lassen.
Tiroler Krone: Bei Schlaganfall - Notarzt-Team rückt ohne Notarzt aus
Tiroler Krone: Neue Gesetzeslage: Jetzt laufen die Notärzte davon
Die Sache ist glimpflich ausgegangen, weil Tag war und das Wetter gut, deshalb konnte ein Notarzthubschrauber nachgefordert werden. Was aber passiert, wenn das Wetter schlecht ist oder Nacht ist? Dann steht kein Notarzt zur Verfügung. Allein in Telfs sind im Jänner schon 3 weitere Dienste unbesetzt. Wie sieht es an den anderen Notarztstützpunkten aus?
Abgesehen davon, dass ein Einsatz mit dem Notarzthubschrauber 11 Mal so teuer ist wie der Einsatz mit einem Notarzteinsatzfahrzeug: Eigentlich wurden die NEF-Stützpunkte so über das Land verteilt, dass sie schnellstmöglich am Einsatzort sind. Wenn nun Notärzte ausfallen, dann bekommt das System natürlich Lücken und die Sicherheit ist nicht mehr gewährleistet.
Als ich von der Sache erfahren habe, habe ich natürlich sofort Gesundheitslandesrat Tilg per Mail informiert und um Auskunft gebeten, wie die Sicherheit trotzdem garantiert werden soll, bis dato aber ohne Antwort des Landesrates. Ich bin gespannt, wie lang es dauert, bis er seine Verantwortung wahrnimmt, ansonsten werde ich in dieser Angelegenheit härtere Geschütze auffahren müssen. Tilg kann die Verantwortung nicht einfach an andere abschieben, das Land muss hier einspringen!
Hier inzwischen ein Bericht der Tiroler Tageszeitung über den Vorfall in Telfs: Erste Lücken im Tiroler Notarztnetz
Und in einem Massenmail habe ich die MitarbeiterInnen im Tiroler Rettungswesen ersucht, mir mitzuteilen, wo weitere absehbare Lücken im Notarztsystem auftreten werden. Dieses Ersuchen gilt auch hier: Wenn du Informationen hast, wann Notarztsstützpunkte unbesetzt bleiben, dann bitte ich um ein kurzes Mail an gebi.mair@gruene.at - Wir werden diese Information noch brauchen, um Verantwortliche in der Landesregierung nicht flüchten zu lassen.
Tiroler Krone: Bei Schlaganfall - Notarzt-Team rückt ohne Notarzt aus
Tiroler Krone: Neue Gesetzeslage: Jetzt laufen die Notärzte davon
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Montag, 29. März 2010
Darf man sich selbst kaputt machen?
Gibt es ein Recht darauf, sich selbst kaputt zu machen? Zum Beispiel gesundheitlich, indem man raucht? Ich beantworte diese Frage mit einem klaren Ja. Für mich geht die Selbstbestimmung über den eigenen Körper so weit, dass das jeder selbst bestimmen kann. Auch wenn es richtig ist, dass wir als Gesellschaft versuchen, manche Schädigungen auszuschließen indem wir beispielsweise gefährliche Medikamente oder Lebensmittel verbieten - wenn auf die Gefahr klar hingewiesen wird, etwa durch Hinweise auf den Zigarettenpackungen - dann ist es den Menschen zuzumuten, selbst zu entscheiden ob sie sich schädigen wollen oder nicht.
Wenn es um die Schädigung anderer Menschen geht, wird die Sache natürlich schon schwieriger. Eigentlich sollte das Selbstbestimmungsrecht hier ja auch heißen, dass sie selbst entscheiden können, ob sie durch Passivrauchen kaputt gemacht werden wollen oder nicht. Das betrifft beispielsweise KellnerInnen.
Daraus jetzt ein totales Rauchverbot in der Gastronomie abzuleiten scheint mir trotzdem ein bisschen vorschnell. Ich plädiere für ein anderes Modell: Jedes Lokal muss an der Eingangstür anschreiben, ob geraucht werden darf oder nicht. Die Nichtraucherlokale erhalten einen steuerlichen Bonus, weil ihr Handeln dem Gesundheitssystem Geld spart. Und die Raucherlokale haben vielleicht mehr Umsatz. Dann gibt es sowohl für die Gäste wie auch für MitarbeiterInnen eine ausreichend große Auswahl an RaucherInnen- und NichtraucherInnenlokalen. Wie wär das? Bitte um Diskussion.
Wenn es um die Schädigung anderer Menschen geht, wird die Sache natürlich schon schwieriger. Eigentlich sollte das Selbstbestimmungsrecht hier ja auch heißen, dass sie selbst entscheiden können, ob sie durch Passivrauchen kaputt gemacht werden wollen oder nicht. Das betrifft beispielsweise KellnerInnen.
Daraus jetzt ein totales Rauchverbot in der Gastronomie abzuleiten scheint mir trotzdem ein bisschen vorschnell. Ich plädiere für ein anderes Modell: Jedes Lokal muss an der Eingangstür anschreiben, ob geraucht werden darf oder nicht. Die Nichtraucherlokale erhalten einen steuerlichen Bonus, weil ihr Handeln dem Gesundheitssystem Geld spart. Und die Raucherlokale haben vielleicht mehr Umsatz. Dann gibt es sowohl für die Gäste wie auch für MitarbeiterInnen eine ausreichend große Auswahl an RaucherInnen- und NichtraucherInnenlokalen. Wie wär das? Bitte um Diskussion.
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Freitag, 26. Februar 2010
Respekt
Ich war keineswegs immer der Meinung von Bürgermeisterin Hilde Zach und habe mich oft inhaltlich mit ihr gestritten. Aber was ich immer bewundert habe und auch weiterhin bewundere ist ihre Fähigkeit, sich nicht zu verstellen. Dazu kommt noch ein unnachahmlicher Humor und der Einsatz für die Stadt, 24/7. "Was soll ich auf Urlaub fahren, wenn es doch in Innsbruck am schönsten ist?" hat sie einmal gesagt und darin zeigt sich, wie sie für diese Stadt lebt, gerade auch als eigentlich zugewanderte Hallerin.
Ich habe Respekt für ihre Entscheidung, ihr Amt zurückzulegen und ihrer Gesundheit den Vorrang zu geben. Ich glaube, das ist auch richtig so und ich hoffe, dass sie sich gesundheitlich wieder erholt. Alles Gute, Frau Bürgermeisterin!
Ich habe Respekt für ihre Entscheidung, ihr Amt zurückzulegen und ihrer Gesundheit den Vorrang zu geben. Ich glaube, das ist auch richtig so und ich hoffe, dass sie sich gesundheitlich wieder erholt. Alles Gute, Frau Bürgermeisterin!
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Dienstag, 2. Februar 2010
Steuern auf Werbung fürs Essen?
In der heutigen Tiroler Tageszeitung hat der Innsbrucker Arzt Maximilian Ledochowski einen durchaus spannenden Leserbrief geschrieben: Man solle Werbung fürs Rauchen und fürs Essen besteuern. Es gebe nämlich keinen Grund, Essen auch noch zu bewerben mit dem Ziel dass Menschen dann zu viel oder ungesund essen. Beim Rauchen sei sowieso deutlich, dass damit etwas Ungesundes beworben werde.
Ich bin mir nicht sicher. Einerseits will ich die freie Meinungsäußerung auch in der kommerziellen Werbung eigentlich nicht beschränken. Andererseits haben andere Länder, beispielsweise Frankreich auch bei Werbung für Nahrungsmittel bereits Warnhinweise, dass zu viel oder zu fett oder zu salzig ungesund sein kann. Und tatsächlich könnte eine Steuer zu einem Steuerungseffekt führen, ohne gleich ein Verbot zu sein.
Mich würden Meinungen zu diesem Thema jedenfalls interessieren. Bitte um Beiträge.
Ich bin mir nicht sicher. Einerseits will ich die freie Meinungsäußerung auch in der kommerziellen Werbung eigentlich nicht beschränken. Andererseits haben andere Länder, beispielsweise Frankreich auch bei Werbung für Nahrungsmittel bereits Warnhinweise, dass zu viel oder zu fett oder zu salzig ungesund sein kann. Und tatsächlich könnte eine Steuer zu einem Steuerungseffekt führen, ohne gleich ein Verbot zu sein.
Mich würden Meinungen zu diesem Thema jedenfalls interessieren. Bitte um Beiträge.
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Dienstag, 17. November 2009
Solarien- oder Jugendverbot?
In einem Allparteienantrag im Nationalrat wurde beschlossen, ein Solariumsverbot bis 18 Jahre zu prüfen. Argumentiert wurde dies damit, dass das Krebsrisiko beim Solariumbesich umso höher ist, je länger die Exposition dauert.
Keine Frage, jedeR weiß, dass Solarien nicht gut für die Haut sind. Ich war deshalb noch nie im Solarium, weil ich eben nicht weiß, was mit meiner Haut langfristig passiert. Menschen, die nur ab und zu ins Solarium gehen, schauen häufig gut aus finde ich. Aber Menschen, die sich über Jahre bräunen, haben oft eine Haut, die mir nicht wirklich gefällt. Also: Ich gehe nicht ins Solarium.
Und trotzdem lehne ich das Solariumsverbot für Jugendliche ab. Wenn die lange Exposition, also die lange Anwendung über Jahre das Problem ist, warum verbietet man dann ausgerechnet Solarien für Menschen unter 18? Mit 16 darf man in Zukunft zwar wählen, aber nicht ins Solarium gehen.
Aus meiner Sicht geht es dabei um etwas anderes: Das ist ein Rückfall in die jugendpolitische Steinzeit. Nachdem man gesehen hat, dass mehr Jugendliche ins Solarium gehen, hat man - ohne öffentliche Diskussion und Argumentation und ohne Einbindung von Betroffenen - einfach ein Verbot beschlossen. Es geht ja nur um Jugendliche, da kann man schnell etwas verbieten. Ich halte den Beschluss deshalb für einen Fehler, und er ist für mich kein Solarienverbot, sondern ein Jugendverbot.
Im Sinne der Argumentation der AntragstellerInnen, lange Exposition in Solarien zu verhindern, verlange ich hiermit ein Verbot der Solariennutzung ab 40 Jahren. Und solange mit niemand erklären kann, warum das unsinniger sein soll als ein Verbot unter 18 Jahren, bleibe ich dabei: Kein Solarium ab 40.
Keine Frage, jedeR weiß, dass Solarien nicht gut für die Haut sind. Ich war deshalb noch nie im Solarium, weil ich eben nicht weiß, was mit meiner Haut langfristig passiert. Menschen, die nur ab und zu ins Solarium gehen, schauen häufig gut aus finde ich. Aber Menschen, die sich über Jahre bräunen, haben oft eine Haut, die mir nicht wirklich gefällt. Also: Ich gehe nicht ins Solarium.
Und trotzdem lehne ich das Solariumsverbot für Jugendliche ab. Wenn die lange Exposition, also die lange Anwendung über Jahre das Problem ist, warum verbietet man dann ausgerechnet Solarien für Menschen unter 18? Mit 16 darf man in Zukunft zwar wählen, aber nicht ins Solarium gehen.
Aus meiner Sicht geht es dabei um etwas anderes: Das ist ein Rückfall in die jugendpolitische Steinzeit. Nachdem man gesehen hat, dass mehr Jugendliche ins Solarium gehen, hat man - ohne öffentliche Diskussion und Argumentation und ohne Einbindung von Betroffenen - einfach ein Verbot beschlossen. Es geht ja nur um Jugendliche, da kann man schnell etwas verbieten. Ich halte den Beschluss deshalb für einen Fehler, und er ist für mich kein Solarienverbot, sondern ein Jugendverbot.
Im Sinne der Argumentation der AntragstellerInnen, lange Exposition in Solarien zu verhindern, verlange ich hiermit ein Verbot der Solariennutzung ab 40 Jahren. Und solange mit niemand erklären kann, warum das unsinniger sein soll als ein Verbot unter 18 Jahren, bleibe ich dabei: Kein Solarium ab 40.
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Dienstag, 15. September 2009
Filmempfehlung: Plastic Planet
Gestern war ich bei der Filmpremiere von Plastic Planet. Hiermit eine Filmempfehlung von mir: anschauen!
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Sonntag, 6. September 2009
Wer will die gesunde Schuljause?
Brüssel will, Wien und Innsbruck offenbar nicht. Hier zum Nachlesen.
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Dienstag, 27. Januar 2009
Sollen Verbrecher Krankenbehandlung bekommen?
Einen Tag wie heute habe ich medial selten erlebt. Der Sachverhalt: Aus Polizeikreisen verlautete vor einigen Tagen, vier junge Männer hätten eine Frau vergewaltigt. Dabei handelte es sich nach Polizeiangaben um Marokkaner, die am nächsten Tag festgenommen wurden. Die Polizeipräsenz in der Bogenmeile sowie die Videoüberwachung konnte das Verbrechen nicht verhindern. So weit sind die Fakten wohl unstrittig. Wenn die vier Männer die Tat begangen haben, wobei drei angeblich bereits gestanden haben, dann werden sie entsprechend dem Strafgesetzbuch verurteilt werden und eine Haftstrafe erhalten. D'accord.
Dann ging aber heute eine Presseaussendungs-Schlacht der Rechten los. Alle Marokkaner müssten aus Innsbruck abgeschoben werden (Federspiel, LF), Abschiebungen müssten leichter möglich sein und am Hauptbahnhof ein Polizeiwachzimmer eingerichtet werden (Zach, FI), Schuld an allem seien ÖVP, SPÖ und GRÜNE, die zu dem Vorfall schweigen (Gartlgruber, FP), die Verdächtigen dürften nicht auf der Klinik behandelt werden sondern nach Stein kommen (Rauch, VP), es sei eine Frechheit, dass ein Verdächtiger auf der Kinderklinik behandelt worden sei (Heis, FP).
Von vier Verdächtigen war einer offenbar verletzt und wurde noch in der Nacht in die Klinik eingeliefert und operiert. Anschließend wurde er mit Handschellen ans Bett gefesselt und unter Bewachung in ein Einzelzimmer auf der Kinderklinik gebracht, weil auf der Erwachsenenstation kein Platz war. Als dort Platz wurde, wurde er in die Erwachsenenstation verlegt.
Das heißt also: Vier Verdächtige wurden völlig zu Recht verhaftet und werden, wenn sich die Sache so bewahrheitet wie sie aussieht, wohl für länger ins Gefängnis wandern. Einer davon ist krank und wird medizinisch behandelt. Anschließend wird er zurück in die Justizanstalt kommen, um dort die Untersuchungshaft abzuwarten.
Und wo ist das Problem? Soll man ihn krepieren lassen?
Damit mich keiner missversteht: Ich verurteile selbstverständlich jede Vergewaltigung, egal von wem sie begangen wird. Vergewaltiger sollen nach dem Strafgesetzbuch behandelt und verurteilt werden. Aber deshalb bleiben sie Menschen und haben ein Recht auf medizinische Behandlung.
Quod scripsi, scripsi.
Bitte um Diskussion.
Dann ging aber heute eine Presseaussendungs-Schlacht der Rechten los. Alle Marokkaner müssten aus Innsbruck abgeschoben werden (Federspiel, LF), Abschiebungen müssten leichter möglich sein und am Hauptbahnhof ein Polizeiwachzimmer eingerichtet werden (Zach, FI), Schuld an allem seien ÖVP, SPÖ und GRÜNE, die zu dem Vorfall schweigen (Gartlgruber, FP), die Verdächtigen dürften nicht auf der Klinik behandelt werden sondern nach Stein kommen (Rauch, VP), es sei eine Frechheit, dass ein Verdächtiger auf der Kinderklinik behandelt worden sei (Heis, FP).
Von vier Verdächtigen war einer offenbar verletzt und wurde noch in der Nacht in die Klinik eingeliefert und operiert. Anschließend wurde er mit Handschellen ans Bett gefesselt und unter Bewachung in ein Einzelzimmer auf der Kinderklinik gebracht, weil auf der Erwachsenenstation kein Platz war. Als dort Platz wurde, wurde er in die Erwachsenenstation verlegt.
Das heißt also: Vier Verdächtige wurden völlig zu Recht verhaftet und werden, wenn sich die Sache so bewahrheitet wie sie aussieht, wohl für länger ins Gefängnis wandern. Einer davon ist krank und wird medizinisch behandelt. Anschließend wird er zurück in die Justizanstalt kommen, um dort die Untersuchungshaft abzuwarten.
Und wo ist das Problem? Soll man ihn krepieren lassen?
Damit mich keiner missversteht: Ich verurteile selbstverständlich jede Vergewaltigung, egal von wem sie begangen wird. Vergewaltiger sollen nach dem Strafgesetzbuch behandelt und verurteilt werden. Aber deshalb bleiben sie Menschen und haben ein Recht auf medizinische Behandlung.
Quod scripsi, scripsi.
Bitte um Diskussion.
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Montag, 1. Dezember 2008
Welt-AIDS-Tag 1.12.
Heute ist der Welt-AIDS-Tag, und noch nie vorher hat sich die Tiroler Landespolitik unisono so unterstützend für HIV-positive Menschen und für die Hilfs- und Präventionseinrichtungen eingesetzt. Aber führt dies dazu, dass es Geld dafür gibt? Mitnichten.
Presseaussendung Gebi Mair - Nicht nur heute
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Donnerstag, 18. September 2008
Es geschehen noch Zeichen und Wunder
Dieses Mal: in der ÖVP und der Drogenpolitik.
In der Tiroler Krone wurde seit mehreren Tagen, ausgehend von einem Artikel über eine gefundene Spritze auf einem Spielplatz über die Situation drogenkranker Menschen berichtet. Dabei wurde einiges über die Situation des KOMFÜDRO berichtet. Wolfgang Sparber vom Komfüdro berichtete darin, dass die Situation des reinen Spritzentauschs nicht befriedigend sei.
Heute nun heißt es in der Krone: "Eine Alternative dazu wäre die Einrichtung eines Drogenkonseumationsraumes, um die Süchtigen von der Straße wegzubringen und sie besser betreuen zu können. 'Irgendwo wird man auch für Obdachlose und suchtkranke Menschen einen Platz schaffen müssen, von dem sie nicht dauern vertrieben werden', signalisiert Marie-Luise Pokorny-Reitter vorsichtige Zustimmung zur Idee eines Konsumationsraumes. Gebi Mair von den Grünen forderte offen die Einrichtung eines derartigen Raumes, und auch die Stadt-ÖVP scheint nicht ganz abgeneigt: Sozialreferent Vizebürgermeister Eugen Sprenger kann sich eine 'passive Duldung, aber keine aktive Mitfinanzierung durch die Stadt' vorstellen. 'Wenn die Cariats das machen will, werden wir ihr keine Steine in den Weg legen.'"
Zugegeben, die Revolution ist auch bei der ÖVP damit noch nicht ausgebrochen und es ist noch ein weiter Weg. Aber Eugen Sprenger hat damit für die ÖVP wohl den wichtigsten Schritt getan, das ist nämlich der erste Schritt.
In der Tiroler Krone wurde seit mehreren Tagen, ausgehend von einem Artikel über eine gefundene Spritze auf einem Spielplatz über die Situation drogenkranker Menschen berichtet. Dabei wurde einiges über die Situation des KOMFÜDRO berichtet. Wolfgang Sparber vom Komfüdro berichtete darin, dass die Situation des reinen Spritzentauschs nicht befriedigend sei.
Heute nun heißt es in der Krone: "Eine Alternative dazu wäre die Einrichtung eines Drogenkonseumationsraumes, um die Süchtigen von der Straße wegzubringen und sie besser betreuen zu können. 'Irgendwo wird man auch für Obdachlose und suchtkranke Menschen einen Platz schaffen müssen, von dem sie nicht dauern vertrieben werden', signalisiert Marie-Luise Pokorny-Reitter vorsichtige Zustimmung zur Idee eines Konsumationsraumes. Gebi Mair von den Grünen forderte offen die Einrichtung eines derartigen Raumes, und auch die Stadt-ÖVP scheint nicht ganz abgeneigt: Sozialreferent Vizebürgermeister Eugen Sprenger kann sich eine 'passive Duldung, aber keine aktive Mitfinanzierung durch die Stadt' vorstellen. 'Wenn die Cariats das machen will, werden wir ihr keine Steine in den Weg legen.'"
Zugegeben, die Revolution ist auch bei der ÖVP damit noch nicht ausgebrochen und es ist noch ein weiter Weg. Aber Eugen Sprenger hat damit für die ÖVP wohl den wichtigsten Schritt getan, das ist nämlich der erste Schritt.
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