Aus unserem Besuch am Tafelberg wurde leider nichts, weil das Wetter zu schlecht war. Dafür haben wir eine andere Erfahrung gemacht, Mzi hat uns auf eine Feier ins Township mitgenommen. Mzi ist ein ehemaliger MK-Kämpfer, und wir haben ihn auf einer Township-Tour kennengelernt.
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| Mzi |
Gemeinsam mit ihm sind wir zu fünft mit einem Vorortezug nach Heideveld gefahren, wo er wohnt, und von dort durch das Township. Zuerst waren wir in einer veganen Rastafari-Community, und dann schließlich bei Freunden von ihm. Dort gab es ein großes Fest, wo den Ahnen gedankt wurde. Insgesamt war es ein großes Besäufnis, getrennt nach Alter und Geschlecht: Draußen vor der Hütte tanzten die jungen Männer, im ersten und zweiten Raum saßen die Frauen und ululuten, wenn wir vorbeigingen, und im dritten Raum saßen die alten Männer. Gemeinsam war ihnen aber allen das afrikanische selbstgebraute Bier. Wir mussten natürlich auch probieren. Aus einer großen Tonne wurde es in einen kleineren Eimer geschüttet, und daraus tranken wir. Ich will nicht beschreiben, wie es schmeckte, aber wir waren froh, als wir wieder draußen waren und Cider und europäisches Bier trinken durften. Zwischendurch gab es einige kleinere Vorfälle, ein alter betrunkener Mann wollte uns beispielsweise für die Apartheid verantwortlich machen. Er wurde aber von Freunden zurückgehalten, die ihm erklärten, dass wir Gäste des Hauses und Touristen seien. Auch anschnorren durfte man uns nicht, und wer das tat, wurde von der Hausherrin hinausgeworfen. Im Township hatten wir uns auch hier wieder sehr willkommen geheißen, und aus den Gesprächen in der Metro konnten wir schließen, dass sich die Menschen freuten, wenn sich Weiße trauten, mit dem Zug zu fahren, der für seine Kriminalität berühmt-berüchtigt war.
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Essen im Township
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Gestern schließlich spazierten wir noch durch das Bo-Kap, das Kap-Malayische Viertel von Kapstadt. Dort gab es zu unserer Überraschung keinerleich Stacheldraht- und Elektrozäune wie sonst in den Wohnvierteln. Wer sich nicht fürchtet braucht das offenbar nicht.
Am Nachmittag schließlich hieß es Abschied nehmen und in den Flieger zuerst nach Johannesburg und von dort nach München. Nun sitze ich wieder in Innsbruck wie gewohnt und lasse die Tage an mir vorüberziehen. Es war eine schöne Reise, interessant und lehrreich gleichzeitig. Auch wenn wir nur kleine Teile Südafrikas gesehen haben, so haben wir doch einen Eindruck bekommen. Nicht selten kreisten Abends die Diskussionen unter uns Studierenden um die Frage, was diese Reise für uns bedeuten würde. Die Ignoranz vieler Menschen, waren wir uns einige, die ist wahrscheinlich schon das größte Problem in unserer Welt. Wer die Augen aufmacht kann sehen, und wer ein Mensch ist kann erkennen wie es anderen Menschen geht. Vielleicht ist es manchmal schon so simpel, und dennoch offenbar so manches Mal schon zu viel verlangt.
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Nelson Mandela habe ich nicht getroffen, aber immerhin seine Statue
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