Mittwoch, 16. September 2009

Beflaggen, aber richtig

Zum Landesfestumzug am kommenden Sonntag gibt es in vielen Häusern entlang der Umzugsstrecke von der Hausverwaltung verordneten Beflaggungszwang. Ich denke mir: beflaggen ja, aber richtig!


Gebi Mair mit Regenbogenfahne


Wer am Sonntag, angesichts der vorbeimarschierenden Massen ein Zeichen für Vielfalt statt Tirolerei setzen will, der kann doch auch das Haus mit Regenbogenfahnen beflaggen. Du hast keine Regenbogenfahne? Überhaupt kein Problem - wir schenken dir eine. Einfach im Grünen Büro, Museumstraße 11 in Innsbruck vorbeikommen und du bekommst gratis eine Fahne. E-Mail an tirol@gruene.at reicht auch.

Morgen werden wir Grüne übrigens bekannt geben, ob wir am 2-Millionen-Euro Spektakel teilnehmen werden oder nicht. Ich ersuche um Diskussionsbeiträge, ob wir das tun sollen oder nicht.

Dienstag, 15. September 2009

Filmempfehlung: Plastic Planet

Gestern war ich bei der Filmpremiere von Plastic Planet. Hiermit eine Filmempfehlung von mir: anschauen!

Montag, 14. September 2009

Der Rechnungshof, das Hilfsorgan der Regierung

Der Landesrechnungshof ist ein Organ des Landtages. Das sagt zumindest Artikel 67 der Tiroler Landesordnung, der Tiroler Landesverfassung. In meinem Studium der Politikwissenschaft habe ich gelernt, zwischen der normativen Verfassung und der Verfassungswirklichkeit zu unterscheiden. In Tirol scheint dies dringend notwendig zu sein.

Das folgende Schreiben belegt, dass sich der Tiroler Landesrechnungshof offenbar eher als Hilfsorgan der Regierung und nicht als Organ des Landtages versteht:

Zum Vergrößern auf das Bild klicken, anschließend auf das Lupensymbol.

Die begleitende Kontrolle des Landesrechnungshofes zum Bau des Bergiselmuseums wird nämlich in regelmäßigen Abständen der Landesregierung vorgelegt. Der Finanzkontrollausschuss und damit der Landtag wird nicht informiert. Das ist klar gesetzwidrig. Ich bin auf die Erklärungen, die uns dazu erreichen werden jedenfalls schon sehr gespannt. Und sowieso auch darauf, wie das Patt bei der Bestellung eines neuen Rechnungshofdirektors aufgelöst werden soll.

Mörder? Helden!

Wie nennt man jemanden, der mit der nationalsozialistischen Wehrmacht durch Europa gezogen ist und einen ungerechten Krieg geführt hat? Der dadurch ermöglicht hat, dass im Hinterland Konzentrations- und Vernichtungslager eingerichtet werden? Der mit der Wehrmacht den Kommissarbefehl umgesetzt hat? Der mit der Wehrmacht Massaker und Verbrechen begangen hat? Der mit seinem pflichtbewussten Handeln in der Wehrmacht ermöglicht hat, dass der Nationalsozialismus sein Unheil bis zum bitteren Ende treibt? So jemanden nenne ich Mörder.

Wie nennt man jemanden, der bei diesen Verbrechen nicht mitgemacht hat? Jemanden, der entschieden hat gegen den Nationalsozialismus zu kämpfen? Aus verschiedenen Motivationen; aus religiöser Kriegsdienstverweigerung, aus politischer Überzeugung, aus persönlicher Abscheu? Menschen, die sich geweigert haben, zu den Verbrechen der Wehrmacht beizutragen? Jemand, der nicht dazu beiträgt, den Nationalsozialismus im Hinterland zu stabilisieren? Jemand, der sich gegen ein verbrecherisches Regime gestellt hat, unter Einsatz seines eigenen Lebens? So jemanden nenne ich Helden.

Die FPÖ macht es umgekehrt. Wehrmachtsdeserteure seien Mörder, erklärt Heinz Christian Strache. Ich glaube, da hat jemand grundlegend etwas nicht verstanden, wer zu den Verbrechen der NS-Wehrmacht beigetragen hat und wer dagegen gekämpft hat. Oder sollte doch stimmen, was kürzlich jemand sagte: Heinz Christian Strache versucht immer noch, den Zweiten Weltkrieg zu gewinnen?

Sonntag, 13. September 2009

Eine Auszeichnung zum Freuen



In den 25 Jahren meines Lebens habe ich schon die eine oder andere Auszeichnung bekommen. Über manche freut man sich mehr, über andere weniger. Heute habe ich eine Auszeichnung bekommen, über die ich mich sehr freue. Vom Autonomen FrauenLesbenZentrum Innsbruck wurde ich, gemeinsam mit anderen Menschen zur Ehrenlesbe ernannt. Im Rahmen des "Vergelt's Göttin"-Festes trafen sich Menschen, die dazu beigetragen hatten, das Autonome FrauenLesbenZentrum vor der Schließung durch Landesrätin Zoller-Frischauf (ÖVP) zu bewahren. Unter ihnen Aktivistinnen des AFLZ ebenso wie der HOSI, von Kultur- und Sozialeinrichtungen, engagierte BürgerInnen, PolitikerInnen von Grünen und SPÖ und eben auch ich. Der Bestand des AFLZ ist für heuer einmal gesichert, für das nächste Jahr geht der Kampf aber natürlich weiter. Nicht einmal einen Cent pro EinwohnerIn Tirols bekommt das Autonome FrauenLesbenZentrum vom Land an Subvention, und ich denke das sollte uns die einzige explizit lesbische Einrichtung des Landes schon wert sein. In diesem Sinne: ad multos annos!

Freitag, 11. September 2009

Donnerstag, 10. September 2009

Von wem spricht er?

Günther Platter: "Die Performance von XXX scheint mir bisher nicht überbordend zu sein. Er ist ein netter Kerl, aber ich sehe, dass er mehr moderiert und bei wichtigen Themen eher abwartend und opportunistisch so entscheidet, wie er glaubt, in der Bevölkerung am besten anzukommen. Nur, regieren heißt, auch dann Linien vorzugeben, wenn es einmal unangenehm ist. Die Bevölkerung hat dafür ein sehr gutes Gespür."

Jetzt die Rätselfrage: Von wem redet Günther Platter hier im heutigen NEWS?

Die rechtsextremen Sammler von der FPÖ

Der Spitzenkandidat der FPÖ Telfs für die kommende Gemeinderatswahl sammelt rechtsextreme NS-Schriften und findet nichts dabei, wie hier zu lesen ist. Jetzt wird sich zeigen, ob FPÖ-Obmann Hausers Gerede von der klaren Abgrenzung zum Rechtsextremismus nur leeres Gerede ist, oder ob er es ernst meint. Wenn ja, dann muss sich die FPÖ vom Telfer Spitzenkandidaten trennen. In einer Presseaussendung habe ich die entsprechenden Ansagen von Gerald Hauser gesammelt, man darf gespannt sein.

Mittwoch, 9. September 2009

Land will sensible Daten weiterhin zugänglich lassen

Dass die Patientendaten des Warn- und Alarmierungssystems des Landes Tirol (WAS), mit dem Rettungseinsätze organisiert werden, leicht zugänglich sind ist eine Sache - ich habe darüber berichtet. Dass man im Land die Sicherheitslücke kennt und dennoch nicht schließen will ist ein anderes Kaliber, und ich konnte es kaum glauben als ich heute davon gehört habe. Zum Selberlesen hier.

Dienstag, 8. September 2009

"Tirol ist die Zitadelle des deutschen Reiches im Süden"

Was sich bei den Schützen so an Devotionalien findet - hier eine Aussendung mit Foto dazu.

Ein bisschen viel auf einmal

Das aktuelle "Profil" berichtet unter dem Titel "Der wilde Abgeordnete" über BZÖ-Nationalrat Gerhard Huber. Die Vorwürfe und von "Profil" auch belegten Vorwürfe habe ich unten kurz zusammengefasst. Und irgendwie ist es es zwar fast komisch, das zu schreiben, aber trotzdem: Es gilt die Unschuldsvermutung.

- Import gefälschter Markenartikel
- Schmuggel mit Ausgangsstoff für Heroin
- Hochstapelei (er gibt sich als Honorarkonsul von "Somalien" aus)
- der bekannte Mordauftrag gegen einen Konkurrenten um seine Geliebte
- Erpressung (via Anwalt, der mit einer Waffe drohte)
- versuchte Geldwäsche mit nordkoreanischen Won
- Hochstapelei (der Versuch, Exporte seiner Rinder nach Georgien zu erzwingen, indem er so tat, als ob er mit Rewe verhandeln würde, dass die Handelskette georgische Weine kauft)
- Täuschung (er wollte jemandem ein Grundstück verkaufen und versprach dafür Umwidmung oder Rückkauf durch eine Gemeinde, was beides nicht wahr war)

Ein bisschen viel für eine einzige Person, oder? Gerhard Huber fühlt sich zu Unrecht angegriffen, er hat aber auf jeden Fall einmal die Mitgliedschaft im BZÖ ruhend gestellt. Nationalrat bleibt er aber weiterhin. Na seawas.

Montag, 7. September 2009

Sprechen Sie Ungarisch?

Wer Ungarisch spricht ist jetzt klar im Vorteil: Ein Beitrag des ungarischen Fernsehsenders TV2 über die 14. Budapest Gay Pride, die diesen Samstag stattfand. Im vergangenen Jahr war es zu Angriffen von Rechtsextremen auf die Parade gekommen. Dieses Jahr gab es ein massives Aufgebot an Polizei, und tatsächlich wurden Übergriffe verhindert.

Solidarität mit ungarischen Lesben und Schwulen zeigten vor allem viele TeilnehmerInnen aus Wien, die die dreistündige Reise auf sich nahmen. Am Ende der Demonstration wurde ich vom ungarischen Fernsehsender TV2 interviewt. Der Beitrag beginnt bei Minute 3.35, ich bin dann bei 4.20 dran - reinschauen lohnt, allein schon wegen der Sprache.



Ich kann ja selbst kein Ungarisch. Der Reporter hat mir aber die Passage übersetzt, wo ich vorkomme: "The representatives of the international organisations said, that Hungary made a step back concerning the gay issue. An openly gay Austrian politician said, that he is concerned, about which direction Hungary is going: radicalism or liberalism. This is why he felt, that it's important to come to Hungary."

So und alle die jetzt überlegen, irgend etwas Homophobes zu posten: Ja, ich finde es wichtig, solidarisch für Menschenrechte nicht nur in Österreich zu sein und ja, durchaus einige Menschen haben sich sehr gefreut, dass ich nach Budapest gekommen bin. Und nein, die Reise hat nicht die Partei oder der Landtag oder sonst wer bezahlt, sondern ich, und ich war mit dem Zug dort.

Sonntag, 6. September 2009

Samstag, 5. September 2009

Sehr geehrter Herr Bürgermeister

Georg Willi und ich haben einen Brief an die Bürgermeister in Tirol geschrieben, in deren Gemeinden derzeit Rettungs-Ortsstellen sind. Hier zum Nachlesen:

Landtagsabgeordneter Gebi Mair

Klubobmann Georg Willi

Innsbruck, 4.9.2009

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

der Tiroler Landtag hat bekanntlich in seiner Juli-Sitzung gegen die Stimmen der Grünen das neue Rettungsdienstgesetz beschlossen. Wie Ihnen bekannt ist, geht mit diesem Gesetz die Kompetenz zur Organisation des Rettungswesens von den Gemeinden auf das Land über. Das Gesetz tritt mit 1. Oktober in Kraft, im Anschluss werden wir Grüne eine Beschwerde gegen das Gesetz beim Verfassungsgerichtshof einbringen, weil wir es in mehreren Punkten für verfassungswidrig halten.

Wir wenden uns nun aber an Sie, weil wir Sie über die Auswirkungen des Rettungsdienstgesetzes auf Ihre Gemeinde informieren wollen:

Sie haben sich an vieles gewöhnt, und auch die BürgerInnen der Tiroler Gemeinden haben sich an vieles gewöhnt. Sie haben sich daran gewöhnt, dass es in vielen kleinen Gemeinden keinen Nahversorger mehr gibt. Sie haben sich daran gewöhnt, dass es kein Postamt mehr im Ort gibt. Sie haben sich daran gewöhnt, dass es kaum mehr öffentliche Telefonzellen gibt. Sie haben sich daran gewöhnt, dass Internate in Tirol geschlossen wurden und SchülerInnen häufig weit zur Schule fahren müssen. Sie haben sich an vieles gewöhnt.

Aber werden sich die BürgerInnen Ihrer Gemeinde auch daran gewöhnen, dass es keine Rettung mehr im Ort gibt?

Die Tiroler Landesregierung hat, obwohl das Gesetz noch nicht einmal in Kraft getreten ist, bereits mit der Ausschreibung des bodengebundenen Rettungsdienstes in Tirol begonnen. Diese Ausschreibung erfolgt EU-weit, und wir können sie Ihnen bei Interesse gerne im Original zukommen lassen. Der Kern der Ausschreibung sind die Zuschlagskriterien, nach denen die Angebote bewertet werden, die wir Ihnen kurz darstellen dürfen:

IV.2) ZUSCHLAGSKRITERIEN

IV.2.1) Zuschlagskriterien:

Wirtschaftlich günstigstes Angebot in Bezug auf die nachstehenden Kriterien:
1. Preis. Gewichtung: 58.
2. Qualität. Gewichtung: 30.
3. Sanitätsdienstliche Organisation bei Großunfällen. Gewichtung: 4.
4. Sozialpolitisches Engagement. Gewichtung: 8.

Hier sehen Sie, nach welchen Kriterien die Tiroler Landesregierung den Zuschlag für das bodengebundene Rettungswesen erteilen wird. Der Preis schlägt die Qualität im Verhältnis 2:1. Und das sozialpolitische Engagement, in dem die Arbeit der Freiwilligen enthalten ist, fällt mit 8 Prozent nicht mehr ins Gewicht. Jeder potentielle Anbieter, und private Anbieter stehen neben den bisherigen Anbietern Rotes Kreuz und Arbeiter-Samariterbund bereits in der Warteposition, weiß worauf er setzen muss: Das ausschlaggebende Kriterium für das Rettungswesen in Tirol ist der Preis.

Entgegen den öffentlichen Beteuerungen von Landesrat Bernhard Tilg findet sich in der Ausschreibung keinerlei Bewertung eines regionalen Angebots. Ein Anbieter, der Infrastruktur weiterhin in den Gemeinden vorhalten will, wird nicht dafür belohnt. Ausschlaggebend ist der Preis. Und ein Anbieter, der auf aufwändige Infrastruktur in den Gemeinden verzichtet, wird einen billigeren Preis bieten können.

Bereits jetzt sehen wir die Auswirkungen, die ein derartiges Verständnis des Rettungswesens in Tirol hat. Dort, wo die Leitstelle Tirol den Rettungsdienst disponiert, werden Einsatzkräfte zur sogenannten „Flächendeckung / Gebietsabdeckung“ durch die Gegend geschickt. Das bedeutet, dass die Retter dann nicht in der Ortsstelle auf den nächsten Einsatz warten, sondern in ihrem Fahrzeug auf einem Parkplatz, der einsatztaktisch günstiger liegt. Glauben Sie, dass Freiwillige das mit sich machen lassen? Mit dem Rettungsdienstgesetz soll ganz Tirol durch die Leitstelle Tirol disponiert werden, mit Ausnahme Osttirols – doch halt: auch hier handelt es sich nur um eine mündliche Zusage des Landesrates, im Gesetz ist davon nichts zu lesen. Und wie es sich beim Gesundheitslandesrat zwischen öffentlichen Aussagen und den tatsächlichen Verhandlungen verhält, das konnten Sie bereits anhand unseres Beispiels der Ausschreibung sehen.

Warum schreiben wir Ihnen diesen Brief? Wir möchten Sie warnen. Wir glauben nämlich, dass Sie nicht davon ausgegangen sind, dass Ihre Ortsstelle im Zuge der Neuorganisation des Rettungswesens möglicherweise geschlossen wird. Derzeit befinden wir uns jedoch auf einem Weg, wo diese Gefahr droht. Sie betrifft kleinere, sogenannte „unrentable“ Ortsstellen, aber auch größere Ortsstellen. In einer Vorbesprechung, die der Grüne Klub mit dem Gesundheitslandesrat zum Rettungsgesetz hatte, hat die zuständige Beamtin erklärt: „Warum soll man den Tiroler Rettungsdienst nicht auch von einem Containerdorf in Innsbruck aus organisieren können?“

Wir halten diese Entwicklung für eine massive Gefahr. Und wir sind der Überzeugung, dass auch Ihre WählerInnen diese Entwicklung nicht gutheißen werden. Die WählerInnen werden sich an Sie wenden und fragen: „Bürgermeister, wo ist unsere Rettung?“ Dann werden Sie erklären müssen, was geschehen ist.

Es sei denn, es gelingt uns noch, diese Entwicklung aufzuhalten.

Vielleicht haben Sie in den vergangenen Tagen gelesen oder gehört, dass es im Warn- und Alarmierungssystem des Landes Tirol (WAS) ein massives Datenleck gibt. Dieses Datenleck stellt nicht nur ein Problem des Datenschutzes dar, weil PatientInnendaten einsehbar waren. Dieses Datenleck bedeutet auch, dass es unter Umständen für private Anbieter in der Ausschreibung der Rettungsdienste möglich ist, sich Einblick in die Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse der derzeitigen Anbieter zu verschaffen. Wer genau weiß, wie viele Einsätze welcher Art gefahren werden, wie viele Kilometer nötig sind, wie viele Leerfahrten passieren, der kann sich mit dieser Information in die Lage versetzen, knapp aber doch günstiger anzubieten als die bisherigen Rettungsorganisationen. Die Folge wären vermutlich lange Prozesse um die Frage des unlauteren Wettbewerbs. Dann gibt es vielleicht eine Zeit lang gar keine Rettungsdienste, wenn die Tiroler Gemeinden bereits beginnen, die Verträge mit den Rettungsorganisationen aufzukündigen. Und welcher Anbieter sich schlussendlich durchsetzt, das weiß keiner.

Wir haben deshalb an die Landesregierung geschrieben, dass wir glauben, dass die Ausschreibung für die Rettungsdienste jetzt gestoppt werden muss. Hier wird mit der Sicherheit der BürgerInnen und mit der Infrastruktur in den Gemeinden gespielt. Der Ausgang ist ungewiss. Wir haben bisher jedoch keine Antwort von der Landesregierung darauf erhalten.

Wir sind jedoch der Ansicht, dass es helfen würde, wenn Sie als Standortbürgermeister einer Rettungs-Ortsstelle, Ihre Bedenken – so Sie welche haben oder unsere Bedenken teilen – der Landesregierung mitteilen. In der Regierung muss verstanden werden, dass dieser Weg bedrohlich ist, und wir gehen davon aus, dass Sie in der Lage sind, sich Gehör in der Landesregierung zu verschaffen.

Es darf einfach nicht so über die Interessen der BürgerInnen hinweg gefahren werden. Wir ersuchen Sie deshalb darum, im Sinne eines qualitativ hochwertigen Rettungswesens in Tirol bei der Landesregierung und den Tiroler Medien entsprechend tätig zu werden. Wir sind davon überzeugt, dass dieser Schritt jetzt notwendig ist.

Wir danken Ihnen für Ihre Zeit, sich mit dem Rettungswesen in Tirol zu beschäftigen und auch unsere Position zu lesen. Selbstverständlich stehen wir Ihnen für weitere Fragen gerne zur Verfügung und würden uns freuen, wenn wir Sie dabei unterstützen können, die Rettungs-Infrastruktur in Ihrer Gemeinde zu erhalten.

Mit freundlichen Grüßen

Gebi Mair

Georg Willi

Abgeordnete zum Tiroler Landtag

Freitag, 4. September 2009

Warum hast du Strache nicht gewählt?

Die Grünen sind in diesem Sommer in Österreich unterwegs mit der Aktion "Grün statt Rechts". Dabei werden unter anderem Jugendliche befragt, warum sie Strache nicht gewählt haben. Die ersten Antworten sind bereits online, hier zum anschauen und auch selbst eintragen, warum du Strache nicht gewählt hast.

Aktivisten der Grünalternativen Jugend Tirol haben unter anderem Jugendliche mit einer Videokamera interviewt, warum sie Strache nicht gewählt haben. Hier ein erstes Ergebnis:

Donnerstag, 3. September 2009

Jetzt reicht's: Akteneinsicht im WAS

Jetzt reicht's mir wirklich: Ich habe Akteneinsicht beim Warn- und Alarmierungssystem des Landes Tirol (WAS) beantragt. Vergangene Woche hatten wir aufgedeckt, dass die Daten aus dem WAS, die von der Landesleitstelle kommen, völlig problemlos im Internet eingesehen werden können. Unter Berufung auf Artikel 65a Abs 2 der Tiroler Landesordnung werde ich nun Einsicht in die Akten der Abteilung Zivil- und Katastrophenschutz zum Warn- und Alarmierungssysem nehmen. Ich will wissen, wer wann wie entschieden hat, dass die Daten nicht verschlüsselt werden sollen. Nun warte ich auf einen Termin, den Landeshauptmann-Stellvertreter Steixner (ÖVP) festlegen muss, um die Einsicht nehmen zu können.

Orgien in der Landesregierung

In der Landesregierung werden Orgien gefeiert, und zwar Kürzungsorgien: Verein um Verein wird derzeit durchgeackert auf der Suche nach Einsparungsmöglichkeiten im Landesbudget. Das ist ja schon erstaunlich, dass gerade in der Wirtschaftskrise bei Sozialvereinen gespart werden soll, wo sie wichtiger sind denn je. Nun soll sogar der Ausbau der Kinderbetreuung wackeln.

Finanzlandesrat Switak (ÖVP) hat offenbar nicht wirklich verstanden, was antizyklische Wirtschaftspolitik bedeutet. Wer jetzt spart, würgt den beginnenden wirtschaftlichen Aufschwung völlig ab und verlängert die Wirtschaftskrise. Dass das ausgerechnet der angeblichen Wirtschaftspartei ÖVP in den Sinn kommt, ist doch irgendwie erstaunlich. Gespannt darf man warten, ob die Tiroler SPÖ sich weiter als Ministrant der Regierung versteht, oder ob es dagegen einen Aufschrei gibt. Die nächsten Tage werden es zeigen.

Mittwoch, 2. September 2009

Ach, wie schießt ihr schlecht

"Ach, wie schießt ihr schlecht" wird in der Tiroler Landeshymne Andreas Hofer in den Mund gelegt. Angesichts der Berichte der vergangenen Tage kann er damit aber nicht die französischen Füsiliere gemeint haben, sondern seine tapferen Tarroler: Bereits zum zweiten Mal mussten nämlich die Salutschüsse für den Landesfestumzug geprobt werden, wie der ORF berichtet. Dabei sind Salutschüsse nur Schüsse in die Luft, da brauchen die Tiroler Schützen noch nicht einmal ein besonders Ziel treffen. Aber offenbar reichen die Kenntnisse nicht einmal dafür aus...

Neueren Forschungen zufolge hat Andreas Hofer im Festungsgraben von Mantua übrigens nicht gesagt "Ach, wie schießt ihr schlecht", sondern den Kaiser angerufen mit den Worten "Franzl, Franzl, das verdank ich dir!". Aber macht nix, der erste Satz ist irgendwie tarrolischer.

Dienstag, 1. September 2009

Für das Datenleck ist Anton Steixner verantwortlich

Für das Datenleck im Warn- und Alarmierungssystem des Landes Tirol (WAS), aufgrund dessen PatientInnendaten inklusive Name, Adresse und Krankheit öffentlich einsehbar waren, ist offenbar Landesrat Anton Steixner (ÖVP) persönlich verantwortlich. Ich habe mich an den Abteilungsvorstand der Abteilung Zivil- und Katastrophenschutz gewendet, weil ich mir gedacht habe, es könnte sinnvoll sein, mit ihm ein Gespräch darüber zu führen. Vielleicht habe ich ja die eine oder andere Information, wie die Datensicherheit verbessert werden könnte. Hier seine äußerst lustige Antwort, die zumindest ein Gutes hat: Die Abteilung sagt ganz klar, wer verantwortlich ist, nämlich Landesrat Anton Steixner.

KAT - 2/341
Sehr geehrter Herr Landtagsabgeordneter Mair!
In Beantwortung Ihres Mails vom 31.8.2009 darf ich Ihnen mitteilen, dass für die innere Sicherheit im Amt der Landesregierung Herr Landesamtsdirektor HR Dr. Liener und natürlich das betreffende Regierungsmitglied zuständig sind. Ich bitte Sie daher um Verständnis, dass deshalb meinerseits auf Ihren Gesprächswunsch nicht eingegangen werden kann.
Mit freundlichen Grüßen
Herbert WALTER
Dr.Herbert WALTER
Amt der Tiroler Landesregierung
Abt. Zivil- und Katastrophenschutz
Herrengasse 1-3
6020 Innsbruck


Wer sich übrigens für weitere Fehler in der Abteilung Zivil- und Katastrophenschutz interessiert, ist mit diesem Bericht des Landesrechnungshofes sicherlich gut bedient.